Vom 7. August bis 5. September findet das Freilichttheater «Keis Wunder – es Wunder» in Beinwil statt. Viele Einheimische wirken bei diesem einzigartigen Theater mit. Im Stück verarbeitet der Schweizer Autor und Regisseur Walter Küng die Biografie des Heiligen Burkard aus Beinwil. Tickets können direkt über die Website gebucht werden.
Die Proben sind in vollem Gange, und im Hintergrund wird fleissig alles für die Vorstellungen vorbereitet. Über die Wochen vom 7. August bis 5. September kann das Publikum sich auf ein einzigartiges Theatererlebnis freuen. Neben dem ehemaligen Beinwiler Gemeindeschreiber Erhard Huwyler spielen auch Gemeinderat Josef Villiger sowie der langjährige Schulhausabwart Godi Küng mit.
Alle Vorstellungszeiten sind auf der Website ersichtlich, wo auch Tickets bezogen werden können. Sollte die Vorstellung nicht ausverkauft sein, können Rest-Tickets an der Theaterkasse erworben werden.
Verpflegung vor Ort möglich Besuchende haben die Möglichkeit, direkt über die Website die Verpflegung für den Abend dazuzubuchen. Nebst einer Auswahl von zwei Menues im Gasthaus Osteria Rössli in Beinwil können im Theaterzelt kalte und warme Köstlichkeiten genossen werden. Beide Möglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe des Einlasses.
Der ein Kilometer lange Theaterweg ist rollstuhlgängig sowie für Kinder gut machbar. Während 1,5 Stunden wird der Weg zur Bühne. Von den Parkplätzen bis zum Einlass sind es fünf bis maximal fünfzehn Minuten Fussweg.
Wetterabhängige Vorstellungen Die Vorstellungen finden grundsätzlich bei gutem Wetter, aber auch bei leichtem Regen statt. Jeweils am Spieltag entscheidet das OK, ob die Theatervorstellung stattfindet oder nicht. Absagen werden über die Website bekannt gegeben, und Ticketinhaber werden direkt per Mail informiert. Die Ticketanzahl pro Vorstellung ist begrenzt. Besuchen Sie die Website freilichttheater-beinwil.ch und holen Sie sich Ihr Ticket für das einzigartige Freilichttheater in Beinwil.
Im April hätte die SBB die Gemeinde Mühlau über den neuen Termin für den Baustart des hindernisfreien Zugangs zum Perron 2 informieren sollen. Im Juni hiess es, dass der Entscheid noch immer nicht feststeht. Für Menschen mit einer Gehbehinderung bedeutet das weiterhin, keinen oder nur einen erschwerten Zugang zum besagten Perron zu haben.
Aktuell befindet sich auf dem Perron 1 in Fahrtrichtung Rotkreuz ein sogenannter Mobilift. Eine mobile Hebebühne, mit welcher Menschen im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Mobilität sicher in den Zug ein- oder aussteigen können. Die Bedienung dieses Lifts wird auf Anmeldung seitens des Fahrgasts von mindestens einer Stunde im Voraus durch die SBB sichergestellt.
Keine Chance Richtung Aarau Wer aber das Perron 2 heute nutzen möchte und eingeschränkt mobil ist, steht vergeblich oben oder unten an der steilen Treppe des Bahnhofs. Ein selbständiges Weiterkommen mit diesem unüberwindbaren Hindernis ist nicht möglich. Spontan reisen von und nach Mühlau: Fehlanzeige. Der Fahrgast ist gezwungen, zwei Stunden vor seiner Reise eine Abholung mit einem Motorfahrzeug vom oder zum nächsten Bahnhof zu bestellen. Ein Mobilift kann auf dieser Seite des Bahnhofs nicht eingesetzt werden.
Langwieriger Prozess Peter Suter, Mühlauer Gemeinderat und zuständig für das Ressort Öffentlicher Verkehr, erklärt, dass das Vorhaben «Barrierefreie Nutzung des Bahnhofs Mühlau» bereits 2021 gestartet wurde. Auch die Pläne für eine Rampe auf dem Gelände der SBB liegen seit rund fünf Jahren vor. Im vergangenen Juni hätte mit dem Bau begonnen werden sollen. Weniger als einen Monat vorher wurde das Vorhaben seitens der SBB gestoppt. Grund dafür war, dass das Bundesamt für Verkehr (BAV) kurzerhand von der SBB eine Risikoanalyse forderte, weil es der Ansicht war, dass zusätzlich zur Rampe eine Perronerhöhung nötig ist. Der Entscheid aufgrund der Analyse wurde für März/ April in Aussicht gestellt. Als Suter nach Ablauf der Frist nachfragte, hiess es seitens der SBB, dass wegen einer Verzögerung die Antwort Anfang diesen Juni erwartet würde.
Schleppende Kommunikation Suter bemängelt, dass bisher die Kommunikation seitens der SBB schleppend war und nur auf Nachfrage erfolgte. «Keinen Termin habe ich verstreichen lassen, um nach dem neuesten Kenntnisstand zu fragen.» Auch der Einbezug der ÖV-Kommission des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (Repla) sowie die Unterstützung durch den Grossrats-Vizepräsidenten des Kantons Aargau, Ralf Bucher, haben bislang nur geringe Fortschritte gebracht.
SBB wartet auf Bewilligung Just vor der Gemeindeversammlung vom 2. Juni teilte die SBB Suter mit, dass weiterhin kein neuer Termin für den Baustart feststehe. Begründet wurde dies damit, dass die SBB bislang noch keine Antwort des BAV erhalten hat und somit auch die Bewilligung nicht vorliegt. Ohne diese Zusage des BAV könne keine konkrete Bauplanung gemacht werden. Obwohl die Gemeinde Mühlau auf einen verbindlichen Baubeginntermin hoffte, blieb dieser erneut aus.
Es wird vorerst nur eine Rampe gebaut Auf Nachfrage bei der SBB heisst es, dass gemäss der heutigen Planung der Bahnhof in zwei Etappen umgebaut wird. In einem ersten Schritt baut die SBB im Laufe des Jahres 2027 beim Perron 2 eine Rampe. Damit könne auf den Shuttle-Fahrdienst verzichtet werden. Die Hilfestellung durch Personal bleibe aufgrund der zu tiefen Perronhöhe aber bis zum nächsten regulären Umbau des Bahnhofes bestehen. Als Erklärung teilte die Medienstelle der SBB mit, dass etwa 30 Bahnhöfe aus wirtschaftlichen Gründen erst beim nächsten regulären Umbau angepasst würden. Dazu gehöre auch der Bahnhof Mühlau. Dieser reguläre Umbau sei aktuell per 2040 geplant.
Ein Bahnhof ohne Hindernisse – davon profitieren viele Unter der Woche verzeichnet der Bahnhof Mühlau 56 Halte. Wie viele Menschen ihn wegen fehlender Zugänglichkeit nicht oder nur erschwert nutzen können, lässt sich nicht beziffern. Klar ist aber, dass Barrierefreiheit weit mehr Menschen zugutekommt: Neben Menschen mit einer Beeinträchtigung erleichtert sie auch älteren Personen, Menschen mit Gehhilfen, Familien mit Kinderwagen und Reisenden mit viel Gepäck den Zugang. Dass die vollständige Umsetzung nun erst 2040 vorgesehen ist, zeigt die Spannung zwischen wirtschaftlichen Überlegungen und dem Anspruch auf selbstständige Mobilität. Für Menschen mit Beeinträchtigungen bedeutet dies, dass sie noch viele Jahre auf einen uneingeschränkten Zugang zum öffentlichen Verkehr in der Gemeinde warten müssen. Ob das rasante Wachstum der Gemeinde die Wirtschaftlichkeit verbessert und damit eine frühere Realisierung ermöglicht, bleibt offen.
Sins Die 118. Generalversammlung der Elektra Genossenschaft Sins fand am Montagabend im Kultursaal Küngsmatt statt. Das letzte Geschäftsjahr schliesst mit einem Gewinn ab.
Zum 118. Mal tagte die Elektra mit ihren Genossenschaftern. Der wachsenden Mitgliederzahl trugen die Vorstände Rechnung, darum verlegten sie den Versammlungsort vom Restaurantsaal in den Kultursaal Küngsmatt. Als erstes begrüsste Präsident Albert Amstutz die Gäste und Mitglieder mit seinen üblich einleitenden Gedanken zur Stromversorgung und den aktuellen Trends. Dabei zeigte er auf, wie sich die Realisierung der PV-Anlagen sowohl im technischen Bereich als auch in der Zukunftsorientierung auswirken.
Ordentliche Geschäfte Aktuell zählt die Genossenschaft 474 Mitglieder. Albert Amstutz erklärte die GV als beschlussfähig mit einem absoluten Mehr vom 62 Stimmen bei 123 anwesenden Stimmberechtigten. Sämtliche Geschäfte wurden einstimmig angenommen. Nach der Genehmigung des Protokolls schilderte Amstutz detailliert in seinem Jahresbericht, was die Elektra erreicht hat. So informierte er über die positiven Auswirkungen der Energieeinkäufe dank des Energie Pool Freiamt. «Wir können Synergien nutzen. Im Energie Pool Freiamt sind aktuell 14 Energieversorger zusammengeschlossen. » Gemeinsam beschaffen sie die Energie in sieben Teiltranchen pro Jahr, und zwar bereits bis ins Jahr 2029. Mit diesem Model der Tranchenbeschaffung kann die Elektra besser auf die Marktpreise eingehen und Zerwürfnisse besser handhaben. «Im Moment liegen bei uns die Beschaffungsverträge bis ins Jahr 2032 auf dem Tisch, was zeigt, dass es eine langfristige Strategie ist», informierte Amstutz.
Photovoltaikanlagen Die Anzahl von Energieverbrauchern, die ihre eigene PV-Anlage haben und damit auch Strom ins Netz einspeisen, wächst stetig an. «Dies ist bei sehr schönem Wetter und speziell über die Mittagszeit für uns auch eine Herausforderung. » Weiter informierte er über das Projekt «Energiespeicher Reussegg ». «Mit solchen Energiespeichern kann die Energie des Tages in die Nacht transportiert werden.» Die Kosten dafür prognostizierte er mit rund 60’000 bis 70’000 Franken. Amstutz ist überzeugt, dass der Fokus in Zukunft vermehrt auf der Beschaffung von Energiespeicher liegen wird.
Jahresrechnung und Energiepreise 2026 Roger Widmer stellte die Jahresrechnung vor und durfte über einen Gewinn von rund 335’000 Franken berichten. Die Bilanz zeigt eine gesunde Firma mit einem beachtlichen Eigenkapital von 5,7 Millionen Franken. «Das Eigenkapital ist höher als es aus betriebswirtschaftlicher Sicht benötigt wäre», informierte Widmer. «Wir möchten das Geschäftsvermögen in den nächsten Jahren stabilisieren oder gar reduzieren. Darum werden wir bei den Strompreisen sehr knapp kalkulieren. Damit wollen wir den Gewinn minimieren, das Wachstum des Eigenkapitals bremsen und gleichzeitig unseren Kunden einen attraktiven Strompreis anbieten. Er liegt im laufenden Jahr bei 23,3 Rappen pro Kilowattstunden und somit 16 Prozent unter dem durchschnittlichen Strompreis des Kantons Aargau.
Nicht nur Generalversammlung In diversen Tranchen wird bei der Elektra nicht nur Strom eingekauft, sondern auch die GV und das Essen serviert. Wie üblich wurde den Mitgliedern nach der Einleitung ein Salatteller und nach den Finanztraktanden das Nachtessen serviert. Dafür waren die Leiter der Jungwacht im Dienst und wirbelten durch den Küngsmattsaal. Dazu informierte Amstutz: «Die Jungwacht will ein neues Materialzelt kaufen. Darum werden wir den Reinerlös aus dem Getränkeverkauf des heutigen Abends vollumfänglich der Jungwacht übergeben. Sie dürfen gerne mehrmals bestellen.» Der Kaffee nach dem offiziellen Teil wurde von der Elektra spendiert.
Sins Die zweite Ausgabe von «Seis uf de Bei» fand am letzten Samstag bei mediterranen Temperaturen statt. Die rund 2’200 Personen auf der Festmeile bestätigten den Organisatoren, dass dieses Fest nun zu Sins gehört und geschätzt wird.
Eine grosse Bühne beim Kreisel, Festbänke auf der Aarauerstrasse und hinab bis zum Spritzenhäuschen, Beizen, welche die unterschiedlichsten Genussmomente versprachen. Für die Kinder organisierte die Jungwacht ein Spielgelände auf dem Parkplatz des Mexicano Restaurant Einhorn. Die Z-Fighters zeigten den Kids, wie mit Schläger und Puck umzugehen ist, und bei den Seilziehern konnte die eigene Zugkraft gemessen werden. Ein kompaktes Festgelände, das alle Erwartungen erfüllte. Das war das Resultat monatelanger Planung durch ein gut funktionierendes Organisationskomitee. Gemeinderat und OK-Co-Präsident Pius Vogel ist begeistert von seinem OK und betont: «Wir bekamen die Bewilligung, bis um 3 Uhr morgens feiern zu dürfen. Darum haben wir auch das letzte Konzert auf 21 Uhr gelegt.» Für die Abendstimmung wurden 300 Meter Girlanden aufgehängt, die eine stimmungsvolle Atmosphäre schaen. Für den gesamten Auf- und Abbau zollte Vogel seinen OK-Kollegen einen grossen Dank. «Besonders den beiden Jungwächtlern Tim Sterba und Lukas Vogt muss ich ein grosses Kränzchen winden. Sie haben eine grossartige Koordinationsarbeit geleistet.»
Ein Highlight löste das andere ab Ein Fest, das alle Generationen anspricht, war das Ziel des OKs. Dazu gehörten nebst dem vielfältigen kulinarischen Angebot auch die unterschiedlichsten Musikstilrichtungen sowie ein Gottesdienst unter freiem Himmel, um das Fest zu eröffnen. «Es war ein schöner Start in diesen Tag. Die Festbänke waren voll besetzt. So ein Gottesdienst mitten im Dorf, im Festgelände, das war richtig schön», erzählte eine Besucherin. Die musikalische Unterhaltung den ganzen Tag über fand auf und vor der Bühne statt. Sie war geprägt von einheimischen Musikschaffenden in den unterschiedlichsten Genres. Da war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Rhythmisch-rassig waren die Aufritte der Musikgesellschaft Sins und der Tambouren, volkstümlich wurden die Gäste verwöhnt von den Alphornklängen, den Ländler-Wurlizern und dem Jodlerklub Heimelig und rockig-poppig gaben sich die Jungs von PCCD sowie die Auwer Lions mit ihrem neuen Programm.
Der Nachwuchs auf und vor der Bühne Die jüngsten Fans fanden sich jeweils vor der Bühne auf der Strasse sitzend ein. Wo sonst war es möglich, fast hautnah die Musik zu geniessen und vielleicht gar davon zu träumen, selber mal in einem der Vereine mitzuwirken. Doch nicht nur die Kinder von manchem Musikanten der Region lauschten den Klängen ihrer Eltern. Es waren auch Eltern und Grosseltern da, die ihren Kindern und Enkeln zuhörten und stolz waren. Immer wieder waren lobende Worte zu hören wie: «Das sind meine Söhne, die singen.» oder «Meine beiden Enkel spielen bei den Tambouren mit.» Die Regionalität spielte einmal mehr eine riesengrosse Rolle. «Wir haben bewusst darauf geachtet, dass alle, die Musik machen, aus der Region sind», informierte Vogel.
Ausnahmezustand garantiert Der Tag wurde auch für die Ankündigung eines weiteren festlichen Grossanlasses in Sins genutzt. Vom 16. bis 18. Juni 2028 wird das Nordwestschweizerische Jodlerfest in Sins ausgetragen. Am Vormittag wurde auf der Bühne das Logo vorgestellt und die Verträge von Vertretern des Verbandes und des lokalen Organisationskomitees unterzeichnet. Die Verbandspräsidentin Monika Koch freute sich riesig und sagte: «Das Logo sieht fantastisch aus. Es wird ein wunderschönes Festabzeichen. » Den Akt der Vertragsunterzeichnung umrahmte der Jodlerklub Heimelig mit dem zum Anlass sehr passenden Stück «Lüt im Dorf».
Feiern bis zur Polizeistunde Mit dem Schlusskonzert um 21 Uhr gab sich die alteingesessene Band «Lions» die Ehre. Doch sie spielten nicht wie früher Cover-Party-Songs. Bassist und Mitgründer der Band, Alfons Leu, meinte: «Nach 13 Jahren Musikpause haben wir beschlossen, nochmals neu anzufangen, mit neuen eigenen Titeln. Das ist unser erster Gig mit diesem neuen Sound. Alle Stücke sind selbst getextet und komponiert von meinem Bruder Urs Leu. Es ist auch unser erstes Konzert mit unserem sizilianischen Leadsänger Romeo. » Ihr nächster Auftritt ist am 29. Mai im Boswiler Chillout. Mit ihrer neuen Show möchten sie schweizweit unterwegs sein wie zum Beispiel am Ilanzer Openair «Lumnezia.» Leu ist zufrieden mit der Premiere auf der Sinser Bühne. «Die Feedbacks waren gut. Vielen hat unser neues Programm gefallen. » Nach 14 Songs und rockigen Zugaben wurde die Festmeile etwas ruhiger. Auf den Festbänken konnte bis um 3 Uhr weiter gefeiert, gegessen, getrunken und vor allem der laue Sommerabend genossen werden.
Nach zwölf Jahren als Präsident des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (repla) trat Pius Wiss an der Abgeordnetenversammlung zurück. Insgesamt war er während 16 Jahren für den Verband tätig.
Pius Wiss verlässt die repla nach vier Jahren im Vorstand und zwölf als Präsident. Während seiner Amtszeit koordinierte er die Arbeit des Vorstands sowie verschiedener Kommissionen, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landschaft oder Gesundheit. Besonders stark engagierte er sich in Fragen der Bau und Nutzungsplanung. Standortförderung ist zentral. Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Amtszeit zählte das regionale Raumkonzept, das während seiner Präsidentschaft erarbeitet und verabschiedet wurde. Dieses bildet heute die Grundlage für mehrere Projekte, die aktuell umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die regionale Standortförderung sowie das Areal- und Flächenmanagement. Mit der Standortförderung will die Region ihre wirtschaftliche Position stärken. Unternehmen sollen stärker miteinander vernetzt werden, gemeinsame Anlässe und Auftritte sollen das Obere Freiamt sichtbarer machen. «Es geht darum, dass wir die Region zusammenbringen und als Ganzes auftreten», sagt Wiss. Gerade zwischen den grossen Zentren Zürich, Luzern und Zug sei es wichtig, dass das Obere Freiamt wirtschaftlich den Anschluss behalte.
Gemeinden müssen zusammenarbeiten Ein weiteres Thema, das Wiss während seiner Amtszeit beschäftigte, war der Hochwasserschutz. Bei den entsprechenden Konzeptarbeiten setzte er sich dafür ein, dass neben ökologischen Anliegen auch die Interessen der Landwirtschaft und der regionalen Wirtschaft berücksichtigt wurden. «Wir wollten Lösungen, bei denen auch Landwirtschaft und Produktion ihren Platz haben», erklärt er. Auch institutionell wurde die regionale Zusammenarbeit weiterentwickelt. So entstand unter dem Dach der repla eine regionale Integrationsfachstelle (RIF), die inzwischen als eigenständige Organisation in Muri betrieben wird. Für Wiss zeigt sich darin, wie wichtig die regionale Ebene geworden ist. «Viele Aufgaben könnten einzelne Gemeinden, vor allem kleinere, kaum allein bewältigen», sagt er.
Gewünschter Nachfolger bekannt Die Zusammenarbeit im Vorstand beschreibt Wiss als konstruktiv. Der Vorstand bestand je nach Amtsperiode aus sieben bis neun Mitgliedern. Trotz gelegentlicher Diskussionen sei die Stimmung stets gut gewesen. Grundlegende Konflikte mit Gemeinden habe es in seiner Amtszeit nicht gegeben. «Im Grossen und Ganzen ist alles gemeinsam getragen worden.» Der Rücktritt erfolgt für Wiss bewusst zum jetzigen Zeitpunkt. Nach 16 Jahren sei es richtig, Platz für neue Kräfte zu machen. Gleichzeitig sei die Organisation heute gut aufgestellt, und wichtige Projekte seien aufgegleist. «Nach so vielen Jahren ist es gut, wenn frischer Wind kommt», sagt er. Als Nachfolger wurde der Merenschwander Gemeindeammann Rainer Heggli am Mittwoch zur Wahl vorgeschlagen.
Einem Amt bleibt er noch erhalten Ganz aus der regionalen Verantwortung zieht sich Wiss jedoch nicht zurück. Als Chef des regionalen Führungsorgans im Bevölkerungsschutz bleibt er weiterhin. Diese Aufgabe sieht er als wichtigen Beitrag für die Zusammenarbeit der Gemeinden in Krisen und ausserordentlichen Lagen.
Das ist die repla Die repla Oberes Freiamt ist eine regionale Planungsorganisation, in der 19 Gemeinden des Oberen Freiamts zusammenarbeiten. Sie ist kein politisches Parlament, sondern ein Zusammenschluss von Gemeinden, die gemeinsame Themen koordinieren und Projekte abstimmen. Ziel ist es, Entwicklungen zu planen, die mehrere Gemeinden betreffen, und gegenüber dem Kanton als Region aufzutreten. Typische Themen der repla sind unter anderem Raumplanung und Siedlungsentwicklung, Verkehr und Mobilität, Landschafts- und Naturschutz, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Gesundheit sowie Fragen der regionalen Infrastruktur. Damit wird verhindert, dass jede Gemeinde isoliert plant. Gerade bei Themen wie Verkehr, Gewerbegebieten oder Landschaftsentwicklung ist eine Abstimmung über Gemeindegrenzen hinweg wichtig.
Neues Recycling Auw entsteht am alten Standort gegenüber dem Feuerwehrlokal
Nach einem Unwetterschaden erstellt die Gemeinde Auw eine neue, zeitgemässe Recyclinganlage. Nun ist der Bau auf der Zielgeraden. Wenn das Wetter es erlaubt, wird im April die zweckmässig eingerichtete Recyclinghalle eröffnet. 2021 zog ein heftiges Unwetter mit Hagelsturm über die Gemeinde Auw hinweg. Tennisball-grosse Hagelkörner zerstörten das Dach. Die Halle war einsturzgefährdet. So wurde die Recyclinghalle, welche 2013 in Betrieb genommen worden war, geschlossen. Der Vorplatz diente künftig als Provisorium für das dörfliche Recycling. Gemeinderätin Katja Zimmermann beschreibt die Situation: «Offen, draussen, Wind und Wetter ausgesetzt.» Sie sei regelmässig mit ihren Kindern und dem Leiterwagen am Mittwochnachmittag entsorgen gegangen. In dieser Zeit habe man einfache Materialien wie Karton, Papier, Büchsen und Flaschen entgegengenommen.
Erfahrung mit Abfallsündern gemacht
Da die Fläche offen und ungeschützt war, hätte man jederzeit seinen Abfall deponieren können. Eine Tafel hat die Nutzungszeiten bekannt gegeben. Erfreut zeigt sich Zimmermann, dass das Einhalten der Nutzungszeiten sehr diszipliniert gehandhabt wurde. «Bis auf einmal», sagt sie. An einem Abend sei es dann passiert. Ein Traktor mit Anhänger sei vorgefahren und habe Bauschutt abgeladen. Niemand kannte die Person oder den Traktor. Bis heute sei ungeklärt, «wer das gewesen ist», sagt Zimmermann. Die Gemeinde habe damals teuer für die Entsorgung bezahlt. Sie haben in dieser Zeit ebenfalls erlebt, dass auch Auswärtige die offene Situation der Entsorgung nutzten. Mit der neuen Halle wird sich dies ändern. Nach vier Jahren Planungsund Bauzeit wird diese im Frühling den Betrieb aufnehmen. Während dieser Zeit konnte die Bevölkerung in Sins entsorgen. 2022 wurde Katja Zimmermann in den Auwer Gemeinderat gewählt. Die neuen Grundgebühren vertrat sie als erstes Geschäft an der Gemeindeversammlung. Dies sei auch einer der Gründe, warum sie trotz Ressortwechsel dieses Projekt bis zur Eröffnung führt. Die Eröffnung ist auf Anfang April geplant, sie ist jedoch von den Temperaturen abhängig. Sobald es möglich werde, wird der neue Bodenbelag gegossen. Dieser benötigt eine längere Warmwetter-Phase. Die Bauherrschaft des Konsortiums Grossäcker war schon bei der alten Halle Vermieter.
Planungszeit mit Hindernissen
Sie ist auch Vermieter der neuen Halle, welche vis-à-vis des Feuerwehrmagazins steht. «Vier Jahre sind eine lange Zeit der Realisation», sagt sie dazu. Es hätten verschiedene Faktoren dazu geführt, dass es diese Zeit benötigt hat. Zum einen musste sich der Eigentümer entscheiden, welche Art Halle er erstellt. Weiter haben sich in dieser Zeit die gesetzlichen Bedingungen für ein Flachdach dieser Grösse verändert. Dieses muss jetzt mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Dafür musste ein Abnehmer für die erzeugte Energie gefunden werden. Dies ist nun alles geregelt.
Halle vor der Fertigstellung
Zurzeit wird die Halle im Inneren fertiggestellt, die Vertiefungen für die Mulden sind bereits sichtbar und die Flächen für die Parkfelder zur einfachen Zu- und Wegfahrt sind auch bereits ersichtlich. An drei Halbtagen wird die kostenlose Entsorgung von alltäglichen Materialien wie Alteisen/Metall, Dosen, Kaffeekapseln, Papier, Textilien möglich sein. Man wird auch kostenpflichtige Materialien abgeben können. Dazu gehören unter anderem Sperrgut, Mischabbruch, Altöl oder beispielsweise Sonderabfälle wie Farben. Detailliert wird die Gemeinde darüber informieren.
Grundgebühr steigt mit der Eröffnung
Durch den Neubau der Anlage und die Verpflichtungen für den Unterhalt der neuen Abfallentsorgung haben sich Kosten ergeben. Die Gemeinde hat bereits einer Erhöhung der Grundkosten zugestimmt. Ab der Eröffnung der neuen Recyclinganlage wird die Grundgebühr von 90 auf 105 Franken ansteigen. Auw wird auch künftig mit einem Anbieter für Entsorgung zusammenarbeiten. Wenn andere Gemeinden sich dafür interessieren, wäre die Gemeinde Auw offen. Doch vorerst ist für Zimmermann klar: «Wir starten mal und schauen, wie es läuft.» Sie stellt immer wieder fest, wie wichtig es der Bevölkerung ist, fachgerecht entsorgen zu können. Es freut sie umso mehr, dass nun die Möglichkeit im Dorf besteht. Und sie freut sich darauf, dass die Bevölkerung und sie künftig wieder im «Trockenen» entsorgen können.
Die neue Recyclinghalle wird jeweils am Montag und Mittwoch von 13 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein.
Sins Am letzten Samstag und Sonntag öffneten die Gewerbetreibenden ihre Türen. Einkaufen, bummeln, degustieren und geniessen stand im Vordergrund. Der Fackelzug war ein Publikumsmagnet.
Bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel startete der Wochenendanlass am Samstagnachmittag. Bereits zum 24. Mal jährte sich dieser Brauch und sorgte für einen stimmungsvollen Start in die Adventszeit. «Sins im Advent» bedeutet auch, die Gewerbetreibenden nehmen sich Zeit für Gespräche mit den Menschen. Sie bedanken sich so für die Kundentreue. Geniessen mit allen Sinnen Am Samstag zwischen 14 und 21 Uhr und am Sonntag zwischen 11 und 16Uhr waren die Läden oen. Die Gewerbetreibenden scheuten keine Mühe, sich den Kundinnen und Kunden auf sympathische Art und von ihrer besten Seite zu präsentierten. Der Duft von Glühwein, Lebkuchen und vielen weiteren Köstlichkeiten lag in der Luft. Wer mit Hunger kam, konnte sich bei der grossen Auswahl an Genussmöglichkeiten nur schwer entscheiden. Soll es ein Raclette von der Feuerschale sein oder ein Käsefondue in stilvoller Atmosphäre im «Sprützehüsli», oder doch lieber eine Portion Mah-Mee, ein Stück Pizza aus dem Holzofen oder Bratwurst vom Grill? Auch warme Getränke wurden angeboten: Kaffee mit und ohne Geist, Glühwein, Punsch, dazu mal ein Stück Lebkuchen.
Für Gross und Klein Nebst der breiten kulinarischen Auswahl durften die Besucher auch die verschiedenen musikalischen Darbietungen geniessen. Die rhythmischen Schläge der Tambouren, die urchigen Alphornklänge und die unterschiedlichen Platzkonzerte sorgten für eine stimmungsvolle Zeit im Dorf. Auch die Besucher des Konzerts im Einhornsaal waren viele. «Der Saal war gestossen voll. Es war ein super Konzert», meinte eine Besucherin. Diverse Aktivitäten für die kleinenBesucher waren im Dorf verteilt. Siekonnten Pony reiten, Märchen lauschenoder eine Runde auf dem Karusselldrehen. Wer sich kreativ betätigenwollte, konnte Brottaschen bemalen,Kerzen ziehen oder Lebkuchenherzenverzieren. OK-Präsident Markus Burrimeinte: «Die Märli-Stube und die Ludothekwaren dieses Jahr neu beim Kulturhaus.Wir wollen künig auch dieKirchstrasse zwischen Einhorn-Kreisverkehrbis hinauf zum Kulturhaus etwas beleben, damit noch mehr Leute bis dorthin den Weg finden.»
Fackelumzug – immer beliebt Der Verkehr wurde umgeleitet, die Strassenbeleuchtung erlosch, sogar bis in den Freudenberg hinauf. Die Geschäfte entlang der Luzernerstrasse löschten auch ihre Lichter, um so eine schummrige Atmosphäre zu schaffen. Dann, pünktlich um 18.40 Uhr startete der Fackelumzug, angeführt von den Tambouren der Tambourengruppe im Freiamt. Ihrem Rhythmus konnte man sich nicht entziehen. Mehr und mehr Leute säumten die Strasse. Den Tambouren folgten die «Trychlergruppe» Reussegg mit den «Geisslechlöpfern», dann kamen die Kinderlaternen. Als nächste Gruppe kam die äusserst eindrucksvolle «Iffele»-Gruppe Hünenberg, danach schritt der Samichlaus mit seinem Gefolge der Strasse entlang, ihm folgten die Mühlauer «Trychlergruppe» und zum Schluss eine Schar Fackeln tragender Kinder. Insgesamt waren plus/minus 100 Teilnehmer am Umzug. Zur grossen Freude der Gewerbetreibenden der Aarauerstrasse wurde der Umzug dieses Jahr bis auf die Höhe des Geschäfts von Ruedi Wey hochgezogen.
Das OK dankt Peter Wolfisberg, Präsident des Gewerbevereins, und Markus Burri, OK Präsident von «Sins im Advent», sind äusserst zufrieden. «Wir konnten 32 Gewerbetreibende dafür begeistern. Ich bedanke mich bei ihnen recht herzlich für ihren Einsatz. Ebenso danke ich allen, die am letzten Wochenende dazu beigetragen haben, dass ein so schöner Einstieg in den Advent möglich war», meinte Burri auf Anfrage. Auch die Gewerbler waren zufrieden. Guido Waldispühl an seinem Stand beim Eingang zum Cherne, meinte: «Es hat richtig schön Leute, die unterwegs sind.»
Muri Mobil sein. Das ist Alltag. Ob zu Fuss, im Auto, auf dem Velo oder im Zug. Mobil sein. Das verändert sich laufend. Im Furttal werden bald selbst fahrende Fahrzeuge getestet. Mobil sein. Das bringt Herausforderungen mit sich. Das wird am Wirtschaftsforum in Muri deutlich.
Wenig Platz. Dafür umso mehr Ansprüche. Es sind die immer gleichen Herausforderungen. Auch im ländlichen Gebiet. Reto Anderhub weiss, wovon er spricht. Er ist Gemeinderat in Hochdorf, leitete das Projekt «Entwicklung Südiareal». 84’000 Quadratmeter, direkt beim Bahnhof. Vor einigen Jahren hat die Gemeinde das Land gekauft. Aus dem einstigen Industriegebiet soll ein Ort werden, wo gelebt und gearbeitet wird. «Mit Verkehrsdrehscheibe», sagt Anderhub. Ein Ort also, wo möglichst alle Mobilitätsangebotezusammenkommen. «Bald geht es ans Eingemachte», sagt er. Grundlagen sind längst erarbeitet. «Mit der gesamten Bevölkerung. Das ist enorm wichtig. Ich bin überzeugt, was man bei der Mitwirkung investiert, lohnt sich am Schluss doppelt.» Es ist einer von vielen Ratschlägen, die an diesem Abend an die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem Bezirk Muri gelangen. Denn geplant ist, dass für die Region eine Mobilitätsstrategie entwickelt wird. Wo soll es hingehen? Wo braucht es welches Angebot? Wie kann man Mobilität lenken? Es sind drei von ganz vielen Fragen, die darin abgebildet werden sollen. Pionier ist man dabei nicht. Im Fricktal oder im Zurzibiet wurden bereits solche Strategien erarbeitet. Dominik Kramer ist Sektionsleiter Gesamtverkehrsplanung beim Kanton Aargau. «Das Ziel ist ein funktionierendes System, das künftige Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft abdeckt.» Dass das nicht so einfach ist, wie es tönt, weisser. Zumal dabei zwei Dinge besonders wichtig seien: Erreichbarkeit und planbare Reisezeit.
Voneinander lernen Der Kanton Aargau hat eine Mobilitätsstrategie, basierend auf dem kantonalen Richtplan und dem Sachplan Verkehr. Und der Kanton hat einen Werkzeugkasten erstellt, mit dem Gemeinden und Regionen hantieren können.«Das Bestehende möglichst gut organisieren, Optimierungen definieren, priorisierte Verkehrsmittel festlegen», nennt er einige einzelne Schritte. Zusammengefasst sagt Kramer: «Nutzen Sie den Gestaltungsspielraum, es gibt ihn. Zwar nicht in allen Bereichen, aber er ist da.» Auch er betont das Miteinander.«Kommunikation und Partizipation.» Abschreiben von anderen Regionen, das gehe aber nicht. «Weil jede Region anders ist, ihre Eigenheiten hat», weiss Dominik Kramer. Aber voneinander lernen, dazu sei geraten. Vom Projekt in Hochdorf etwa. Gemeinderat Reto Anderhub erzählte von einer Vision, die man zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet habe. «Immer wiederhaben wir den Planungsstand in die Mitwirkung gegeben und früh im Prozesseinen Slogan entwickelt.» Die Folge davon: das «Wir»-Gefühl. «Das haben wir zusammen entwickelt, es ist unser Projekt», fasst es Anderhub zusammen.«Darauf nehmen wir nun Bezug, wenn es konkret wird, und erhoffen uns viel davon.»
Technologie ist bereit – die Menschen auch? Ähnliche Konklusionen präsentiert Julian Renninger. Und trotzdem geht das Input-Referat des SBB-Mitarbeiters im Bereich Personenverkehr, langfristige Angebotsplanung, in eine ganz andere Richtung. Sein Blick richtet sich auf2050 und noch später – hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen, wie sie ab kommendem Jahr im öffentlichen Verkehrim Furttal als Pilotprojekt eingesetzt werden. «Damit die Menschen verstehen können, was das genau ist», sagt Renninger. Dass es funktioniert, das habe er in China gesehen und das zeigen Simulationen. «Bezahlbar ist es auch, mehr oder weniger», sagt er. 200Kilometer Strassen wurden im Furttalkartiert. Renninger ist überzeugt: «Diese Technologie wird kommen, gerade auch in ländlichen Gebieten, um die Versorgung bis in die Kapillaren des öffentlichen Verkehrsnetzes zu ermöglichen.» Und Renninger betont: «Diese Neuerung wird auch das Freiamt verändern. Ihr hier alle miteinander könntet was dafür tun, damit diese Veränderung zum Guten ist.» Was er konkret meint? «Nicht von Anfang an eine Abwehrhaltung einnehmen. Denn verändert hat sich die Mobilität immer.» Pferdekutschen, Eisenbahn, Autos. Das werde weitergehen. Für Julian Renninger ist aber klar, dass dies mit der bestehenden Infrastrukturgeschehen wird. «Mehr Strassen und Bahnlinien, das wird es nicht geben.» Ideen für Optimierungen hingegen schon. Er ist überzeugt, dass die Bahn viel mehr Kapazitäten stemmen könnte. «Wenn etwa alle Züge gleich schnell fahren.» Das Problem: Die einen Züge halten oft an, andere selten.«Es gilt abzuwägen: Will ich, dass die Bahn seltener fährt, dafür öfter anhält?» Auch hier: Fragen gibt es noch viele, Antworten werden in den nächsten Jahren kommen.
Potenzial des Langsamverkehrs– gerade auf dem Land Veränderungen gibt es im Grossen –selbst fahrende Fahrzeuge sind ein Beispiel dafür. Veränderungen gibt es aber auch im Kleinen. Und dafür kämpft die Arbeitsgruppe «Mobilität und Ortsplanung» des Muri Energie Forums. Valérie Weibel betonte: «Im ländlichen Raum hat der Langsamverkehr viel Potenzial. Mit direkter und sicherer Infrastruktur kann dies freigesetzt werden.» Informieren, sensibilisieren, mitwirken – damit versuche die Arbeitsgruppe, den Stein ins Rollen zu bringen. Auch wenn es um die Tatsache geht, dass rund die Hälfte des Verkehrs in Muri hausgemacht ist –also von Murianerinnen und Murianern verursacht wird. «Es geht nichts, ohne dass die Menschen ihr Verhalten hinterfragen», ist ein Fazit, das Valérie Weibel an diesem Abend zieht. Wohin es in Sachen Mobilitätsstrategie im Bezirk Muri – und darüber hinaus– gehen wird, wird sich zeigen. Mit dem Wirtschaftsforum sind erste Themen angesprochen. Viele weitere werden folgen. Das «Wir» soll dabei grossgeschrieben werden, so wie es alle Referenten raten. Und wie es Hans-Peter Budmiger, Gemeindepräsident von Muri, sagt: «Wir wollen das Thema Mobilitätpositiv wahrnehmen und nicht nur als Dauerfrust.»
Am Donnerstag, 6. November durfte das Elternforum Oberrüti zahlreiche Kinder, Eltern und Grosseltern zum ersten Liechtliumzug für Gross und Klein begrüssen. Bei nebligem Herbstwetter versammelten sich viele Familien mit ihren liebevoll gebastelten Laternen und Fackeln auf dem Schulhausplatz. Gemeinsam machten sich alle auf den Weg durch Oberrüti und weiter in den Wald. Der leuchtende Zug schlängelte sich durch die Dunkelheit, begleitet vom sanften Schein vieler Liechtli und vom fröhlichen Murmeln der Kinder. Besonders schön war, dass drei Kinder aus der Oberstufe und Primarschule den Umzug musikalisch mit traditionellen Räbeliechtli-Liedern begleiteten. Ganz im Sinne des Mottos «von Oberrüti, für Oberrüti». Gemütlicher Ausklang nach dem Spaziergang wartete beim Schulhaus ein gemütlicher Ausklang. Bei warmem Punsch und feinem Kuchen kamen Kinder, Eltern und Grosselternmiteinander ins Gespräch und liessen den Abend in geselliger Runde ausklingen. Die leuchtenden Augen der Kinder und die zufriedenen Gesichter der Erwachsenen zeigten, dass der erste, vom Verein Elternforum organisierte Lichtliumzug für Gross und Klein ein voller Erfolg war. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helfenden sowie der Gemeindekanzlei und dem Schulhausabwart von Oberrüti für die wertvolle Unterstützung und das Bereitstellen der Infrastruktur. Für das Elternforum Oberrüti:
Anlässlich der SIGA25 lud die Energie- und Umweltkommission Sins in Zusammenarbeit mit der Elektra Sins und der energieberatungAARGAU zu zwei spannenden Vorträgen ein. An beiden Tagen erwarteten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher fundierte Informationen zu den Themen «Gebäudemodernisierung» und «Eigenstromverteilung».
Gebäudemodernisierung – mehr Komfort, weniger Energieverbrauch Den Auftakt machten die beiden Energieberater Beni Wanzenried (Samstag) und Franz Ulrich (Sonntag) von der energieberatungAARGAU. In ihren Referaten zeigten sie auf, wie energetische Sanierungen zu einem spürbaren Gewinn an Wohnkomfort und zu deutlich geringeren Energiekosten führen. Sie erläuterten, wie Investitionen in die Gebäudehülle – etwa neue Fenster, Dämmung oder Dachsanierungen – sowie in effiziente Heizsysteme langfristig Energie und Geld sparen.
Im Zentrum stand dabei der strukturierte Fünf-Schritte-Prozess einer erfolgreichen Sanierung: Analyse, Strategie und Energiestandard, Massnahmen und Vorgehen, Umsetzung sowie Inbetriebnahme und Erfolgskontrolle. Besonders betonten die Referenten das Prinzip «Analyse vor Massnahmen» – denn nur wer den energetischen Zustand seines Hauses genau kennt, kann gezielt und wirtschaftlich investieren.
Die energieberatungAARGAU bietet dabei kompetente Unterstützung: von der neutralen Erstberatung bis zur Begleitung bei der Umsetzung sowie Informationen zu den aktuellen Förderprogrammen. So wird der Weg zur nachhaltigen Modernisierung klar und planbar. Interessierte erhalten weitere Informationen unter Telefon 062 835 45 40 oder per E-Mail an energieberatung@ag.ch.
Strom clever teilen – neue Wege der Eigenstromverteilung Weiter referierte Albert Amstutz, Präsident der Elektra Sins, über die Chancen einer dezentralen und gemeinschaftlichen Energiezukunft. Unter dem Titel «Strom clever teilen – neue Wege der Eigenstromverteilung» zeigte er die Entwicklung von Eigenverbrauchsmodellen wie dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), dem virtuellen ZEV (vZEV) und den Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auf. Diese ermöglichen es, lokal produzierten Solarstrom gemeinsam zu nutzen, innerhalb von Quartieren zu handeln und dadurch Netzkosten zu senken.
Besonders die LEG, die ab 2026 gesetzlich verankert wird, gilt als zukunftsweisendes Modell: Stromproduzenten und -verbraucher können sich zusammenschliessen und Energie direkt austauschen. Das fördert nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern auch das Bewusstsein für eine nachhaltige Stromversorgung.
Amstutz ging zudem auf die Einspeiseoptimierung von Photovoltaikanlagen ein – ein Thema, das für viele Verteilnetz- und Anlagenbetreiber immer wichtiger wird. Durch intelligente Steuerungssysteme können Leistungsspitzen reduziert und das Stromnetz effizienter genutzt werden. Das Prinzip «Netzoptimierung vor Ausbau (NOVA)» sorgt dabei für eine faire und stabile Vergütung und trägt zur Netzstabilität bei – ein Gewinn für alle Beteiligten.
Veranstaltungshinweis Für alle, die sich vertieft mit den Themen LEG und Einspeiseoptimierung von PV-Anlagen auseinandersetzen möchten, bietet die Elektra Sins am Donnerstag, 23. Oktober um 19.30 Uhr im Kulturhaus Sins eine Info-Veranstaltung an. Weitere Informationen folgen.