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Bereich: Anzeiger

Gelungene Premiere des Freilichttheaters

Beinwil Am 7. August fand die Erstaufführung des Stückes «Keis Wunder – es Wunder» bei schönstem Sommerwetter in Beinwil statt. Eine Produktion des Vereins St. Burkard.

Vor der Premiere lud der Verein St. Burkard Partner, Sponsoren, Gönner, Gemeindevertreter und Gäste aus Kir­che, Politik und Wirtschaft zu einem Apero ein. Darunter auch die ehema­lige Bundesrätin und Bundespräsi­dentin Doris Leuthard. OK-Präsidentin lrene Hofstetter begrüsste die Anwe­senden und bedankte sich auch gleich­zeitig von Herzen für die vielseitige und geschätzte Unterstützung für die­ses Projekt. Die acht Vereinsmitglieder, das sechsköpfige OK-Team, der Autor und Regisseur sowie die Schau­spielenden zusammen mit den zahlrei­chen freiwilligen Helfern investierten viel Herzblut und Zeit in dieses einzig­artige Theaterstück.

Hofstetter führte aus, dass rund um die Aufführung viele Aufgaben entstanden und verteilt werden mussten. Beginnend mit der Suche nach Schauspielenden, Chor und freiwilligen Helfern sowie Abspra­chen mit Grundstückbesitzern, Päch­tern und Anwohnern. Idee und Um­setzung der Kulissen, Kostüme, Deko, Licht und Ton, Gastronomiekonzept und Verkehrsregelung. Einhaltung und Durchsetzung von Sicherheit und Ord­nung sowie die Führung der Finanzen, Administration und Ticketing. Alle Beteiligten agierten als grossartiges Team, und dafür ist Hofstetter sehr dankbar.

Man darf selber denken
Walter Küng, Autor und Regisseur, wurde vor rund zwei Jahren von Vreny Barmettler, eine Beinwilerin und gute Bekannte von ihm, angefragt, ob er ein Stück über den Heiligen Burkard schreiben könnte. Nach intensiver Re­cherche zum Heiligen Burkard und zu seinen Wundertaten drang Küng im­mer tiefer in dieses Thema ein und liess sich darauf ein, Wundern auf die Spur zu gehen. Was daraus entstand, erlebt man im Stück «Keis Wunder – es Wunder». Es geht den Fragen nach, was Wunder sind; ob Glaube und Wun­der nur zusammen erfahren werden können; ob es für alles immer eine Er­klärung braucht, und warum unsere heutige Gesellschaft Sehnsucht nach Wundern verspürt. Eine eindeutige Antwort auf diese Fragestellungen wird den Besuchenden am Ende des Theaters nicht geliefert. Vielmehr lädt das Theaterstück die Anwesenden dazu ein, neugierig aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtend, ihre eigene Wahrheit zu finden.

Die etwas andere Bühne
Die Aufführungen finden nicht auf ei­ner klassischen Bühne statt, denn das Freilichttheater Beinwil verwandelt verschiedene Plätze im Dorf und sogar die Wege dorthin in kleine bis grosse Handlungsorte. Auf einem rollstuhl­gängigen Rundgang von einem Kilo­meter begibt man sich auf die Spuren der Wunder von früher und heute. Die Kulisse dieses Theaters im Freien wird geprägt durch den Blick in die Natur, in die Ferne und auf das Dorf Beinwil. Alle Beteiligten hoffen sehr, dass sich das Wetter für alle Vorstellungen von der besten Seite zeigen wird.

Über 50 Theaterleute und über 100 Helfende
Die meisten Schauspielenden sind Lai­en und kommen aus Beinwil selbst oder aus der näheren Umgebung. Eini­ge haben schon einmal in einem Thea­ter mitgespielt, für andere war die Premiere der erste Theaterauftritt überhaupt. Zusammen mit dem Chor zählt die Gruppe 50 Personen. Vom Schul- bis zum Pensionsalter sind alle Altersgruppen vertreten. Die Schau­spieler Andreas Bürgisser, alias Dorf­historiker Bissig, und Stephan Wottreng, alias «Schagg», führen die Zuschauenden zu den Schauplätzen und lassen sie teilhaben an ihren Fra­gen, Bedenken und Überlegungen. Küng erklärt am Apero, dass die Spielenden, Singenden und über hun­dert Helfenden dieses Ereignis zu ei­nem Erfolg machen würden. Er sei überwältigt, wie diese beachtliche Zahl an Mitwirkenden aus dem kleinen Dorf Beinwil eine so grosse Begeisterung für dieses Projekt zeige. Weiter führt er aus, dass er vor der Premiere die Schauspielenden besuche und den dy­onischen Brauch ausübe. Er wünsche der Gruppe dabei «toi toi toi», und als Ausdruck des Dankes würde über die eigene Schulter gespuckt. Küng: «Ich darf dann die Verantwortung an die Schauspieler abgeben. Es ist wie eine Art Geburt.» Wie es Brauch ist, bleibe er der Premiere als Zuschauer fern und sehe sein Team erst danach wieder.

Ein voller Erfolg, und zwei Zusatzvorstellungen komplett ausverkauft
Hofstetter ist hoch erfreut über die er­folgreiche Premiere und die positiven Rückmeldungen der Zuschauenden. Aufgrund der grossen Nachfrage und weil bereits alle 15 Vorstellungen vor der Premiere restlos ausverkauft wa­ren, entschied das OK nach der Erstauf­führung, zwei Zusatzvorstellungen an­zubieten. Auch diese Karten waren innert Kürze bereits wieder ausver­kauft. Falls kurzfristig Tickets freigege­ben würden, könne man diese direkt an der Theaterkasse beim Einlass erwer­ben, so Hofstetter. Das Theaterzelt öff­net an den Spieltagen jeweils um 16.30 Uhr und ist für alle offen. Auch wer kein Ticket kaufen konnte, ist zu Speis und Trank herzlich willkommen. Infos unter www.freilichttheater-beinwil.ch

Ausgelassene Stimmung am Dorffest in Auw

Am vergangenen Samstag, Sonntag und Dienstag fand in Auw das bekannte, dreitägige Dorffest statt. Es gab alles, was zu einen Sommerfest gehört, und für jeden war etwas Passendes mit dabei.

Das grosse, traditionelle Oberfreiämter Sommerfest ist aus der Agenda vieler nicht mehr wegzudenken. Hier sieht und trifft man mal wieder altbekannte Gesichter, lacht, erzählt und geniesst unbeschwerte gesellige Stunden zusammen.

Am Samstag um 18 Uhr herrschte auf dem Festgelände noch die Ruhe vor dem Sturm. Es waren erst wenige Besucher eingetroffen. Wenige Minuten danach strömten immer mehr bestgelaunte Besucher auf den Festplatz, bis schliesslich jeder Platz besetzt war. Auch auf der Partymeile und zwischen den Beizlis wurde gelacht, angestossen und das Leben gefeiert.

In Auw gab es alles, was es für ein gelungenes Sommerfest braucht. Und dazu am Samstag noch ab und zu eine kurze Abkühlung mit kräftigem Regen. Die zahlreichen Besucher liessen sich die Laune dadurch aber nicht verderben. Sie stellten sich kurz unters Zelt und feierten nach den kleinen Gewittern fröhlich bis in die Morgenstunden weiter. In der «Fäschthütte» sorgte das DJ-Duo Nyron & Rapha Pareal für mitreissenden Partysound.

Von alt bis jung hatten alle Spass
Rund 5’000 Personen besuchten das Dorffest insgesamt. Nach dem «Beizlifest» am Samstag ging es am Sonntagnachmittag weiter mit dem Familienund Kindernachmittag mit «Beizlifest» und Barbetrieb.

Höhepunkte waren die diversen Konzerte der Brass-Band Auw, Heidegg Musikanten, Rüter Dorfspatzen, Pocket Rockets, aMix und der Ländlerfrönde Freiamt. Es waren viele strahlende Gesichter zu sehen. Nebst viel Musik hatte es für die kleinen Gäste Attraktionen wie eine Hüpfburg, Ponys, einen Schiessstand, ein riesiges Trampolin und auch ein Karussell.

Am Dienstagabend folgte der Abschluss mit dem «Fyrobebier» im Biergarten mit Grill und Unterhaltung von den «Die Jauks» und den «die rohrreichen sieben». Auch die weiteren Beizlis und Bars wurden etwas später geöffnet.

Kulinarische Höhenflüge
Festhütte, Lunapark, Biergarten, Grotto Ticinese, Grillstand, Mojito-Bar, Taverne, Kafi-Egge, Hirsche-Bar – die Auswahl war gross! Jedes Beizli wurde liebevoll und mottogerecht eingerichtet. Auch die Speisekarten waren passend zusammengestellt.
In den acht verschiedenen Beizlis wurden die Besucher kulinarisch vom Feinsten verwöhnt. Im Grotto Ticinese zum Beispiel gab es das bereits zur Tradition gewordene, Piccata mit Spaghetti oder Risotto, dazu das passende Boccalino Wein. Entsprechend gut besucht war dieses Festzelt. Auch ein Grillstand mit Pommes, Burger und Co. fehlte nicht. Für alle war etwas Passendes dabei.

Viele helfende Hände
Die Brass-Band Auw organisierte das Dorffest Auw bereits zum 57. Mal. Der Anlass konnte in den letzten Jahrzehnten die Grösse und Vielfalt festigen. Dank dekorativen und räumlichen Veränderungen der einzelnen Beizlis bleibt der Anlass attraktiv und reagiert auf neue Herausforderungen. So auch dieses Jahr mit der Neugestaltung der Mojito-Bar und dem Kafi-Egge. Nebst den 26 Mitgliedern der Brass-Band sind weitere rund 250 freiwillige Helfer im Einsatz. Die Helfer werden mit einem kleinen Stundenlohn entlöhnt. Ohne diese vielen Freiwilligen wäre ein solches Fest nicht realisierbar. Die Mitglieder der Brass-Band waren am Wochenende bis auf ein paar Stunden Schlaf im Dauereinsatz.

Die Sicherheit wird immer wichtiger und die Vorschriften aufwändiger. Gemäss Oliver Leu, OK-Präsident, ist das Sicherheitskonzept in den vergangenen Jahren von zehn auf zwanzig Seiten angestiegen. Dank professionellen Securitas kann dieses aber gut erfüllt werden.

Der Auf- und Abbau des Festgeländes beansprucht mehrere Tage und viele Helfer. Auch das Verständnis der Anwohner ist zwingend nötig. Leu ist der persönliche Kontakt zu ihnen wichtig, er beantwortet Reklamationen und Anfragen wenn immer möglich persönlich und ist für sie erreichbar.

Der Eintritt ist an allen Tagen kostenlos. Finanziert wird der Anlass durch die Konsumation der Besucher und durch Sponsorenbeiträge. Diese sollen tief bleiben, sind aber trotzdem nicht wegzudenken und bilden eine grosszügige Stütze. Vom Gewinn kann sich die Brass-Band ihr Vereinsleben mit den Instrumenten, Geselligkeiten und Wettbewerben leisten. Zusätzlich wird der Nachwuchs finanziell unterstützt wie Musikschüler und das Projekt «Gäch mit Bläch».

Das Auwer Dorffest ist aus dem Dorfleben längst nicht mehr wegzudenken. Viele freuen sich schon darauf, dass es nächstes Jahr wieder los geht!

Beinwil/Freiamt – ein Dorf spielt Theater

Vom 7. August bis 5. September findet das Freilichttheater «Keis Wunder – es Wunder» in Beinwil statt. Viele Einheimische wirken bei diesem einzigartigen Theater mit. Im Stück verarbeitet der Schweizer Autor und Regisseur Walter Küng die Biografie des Heiligen Burkard aus Beinwil. Tickets können direkt über die Website gebucht werden.

Die Proben sind in vollem Gange, und im Hintergrund wird fleissig alles für die Vorstellungen vorbereitet. Über die Wochen vom 7. August bis 5. September kann das Publikum sich auf ein einzigartiges Theatererlebnis freuen. Neben dem ehemaligen Beinwiler Gemeindeschreiber Erhard Huwyler spielen auch Gemeinderat Josef Villiger sowie der langjährige Schulhausabwart Godi Küng mit.

Alle Vorstellungszeiten sind auf der Website ersichtlich, wo auch Tickets bezogen werden können. Sollte die Vorstellung nicht ausverkauft sein, können Rest-Tickets an der Theaterkasse erworben werden.

Verpflegung vor Ort möglich
Besuchende haben die Möglichkeit, direkt über die Website die Verpflegung für den Abend dazuzubuchen. Nebst einer Auswahl von zwei Menues im Gasthaus Osteria Rössli in Beinwil können im Theaterzelt kalte und warme Köstlichkeiten genossen werden. Beide Möglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe des Einlasses.

Der ein Kilometer lange Theaterweg ist rollstuhlgängig sowie für Kinder gut machbar. Während 1,5 Stunden wird der Weg zur Bühne. Von den Parkplätzen bis zum Einlass sind es fünf bis maximal fünfzehn Minuten Fussweg.

Wetterabhängige Vorstellungen
Die Vorstellungen finden grundsätzlich bei gutem Wetter, aber auch bei leichtem Regen statt. Jeweils am Spieltag entscheidet das OK, ob die Theatervorstellung stattfindet oder nicht. Absagen werden über die Website bekannt gegeben, und Ticketinhaber werden direkt per Mail informiert. Die Ticketanzahl pro Vorstellung ist begrenzt. Besuchen Sie die Website freilichttheater-beinwil.ch und holen Sie sich Ihr Ticket für das einzigartige Freilichttheater in Beinwil.

Langes Warten auf einen barrierefreien Bahnhof

Im April hätte die SBB die Gemeinde Mühlau über den neuen Termin für den Baustart des hindernisfreien Zugangs zum Perron 2 informieren sollen. Im Juni hiess es, dass der Entscheid noch immer nicht feststeht. Für Menschen mit einer Gehbehinderung bedeutet das weiterhin, keinen oder nur einen erschwerten Zugang zum besagten Perron zu haben.

Aktuell befindet sich auf dem Perron 1 in Fahrtrichtung Rotkreuz ein sogenannter Mobilift. Eine mobile Hebebühne, mit welcher Menschen im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Mobilität sicher in den Zug ein- oder aussteigen können. Die Bedienung dieses Lifts wird auf Anmeldung seitens des Fahrgasts von mindestens einer Stunde im Voraus durch die SBB sichergestellt.

Keine Chance Richtung Aarau
Wer aber das Perron 2 heute nutzen möchte und eingeschränkt mobil ist, steht vergeblich oben oder unten an der steilen Treppe des Bahnhofs. Ein selbständiges Weiterkommen mit diesem unüberwindbaren Hindernis ist nicht möglich. Spontan reisen von und nach Mühlau: Fehlanzeige. Der Fahrgast ist gezwungen, zwei Stunden vor seiner Reise eine Abholung mit einem Motorfahrzeug vom oder zum nächsten Bahnhof zu bestellen. Ein Mobilift kann auf dieser Seite des Bahnhofs nicht eingesetzt werden.

Langwieriger Prozess
Peter Suter, Mühlauer Gemeinderat und zuständig für das Ressort Öffentlicher Verkehr, erklärt, dass das Vorhaben «Barrierefreie Nutzung des Bahnhofs Mühlau» bereits 2021 gestartet wurde. Auch die Pläne für eine Rampe auf dem Gelände der SBB liegen seit rund fünf Jahren vor. Im vergangenen Juni hätte mit dem Bau begonnen werden sollen. Weniger als einen Monat vorher wurde das Vorhaben seitens der SBB gestoppt. Grund dafür war, dass das Bundesamt für Verkehr (BAV) kurzerhand von der SBB eine Risikoanalyse forderte, weil es der Ansicht war, dass zusätzlich zur Rampe eine Perronerhöhung nötig ist. Der Entscheid aufgrund der Analyse wurde für März/ April in Aussicht gestellt. Als Suter nach Ablauf der Frist nachfragte, hiess es seitens der SBB, dass wegen einer Verzögerung die Antwort Anfang diesen Juni erwartet würde.

Schleppende Kommunikation
Suter bemängelt, dass bisher die Kommunikation seitens der SBB schleppend war und nur auf Nachfrage erfolgte. «Keinen Termin habe ich verstreichen lassen, um nach dem neuesten Kenntnisstand zu fragen.» Auch der Einbezug der ÖV-Kommission des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (Repla) sowie die Unterstützung durch den Grossrats-Vizepräsidenten des Kantons Aargau, Ralf Bucher, haben bislang nur geringe Fortschritte gebracht.

SBB wartet auf Bewilligung
Just vor der Gemeindeversammlung vom 2. Juni teilte die SBB Suter mit, dass weiterhin kein neuer Termin für den Baustart feststehe. Begründet wurde dies damit, dass die SBB bislang noch keine Antwort des BAV erhalten hat und somit auch die Bewilligung nicht vorliegt. Ohne diese Zusage des BAV könne keine konkrete Bauplanung gemacht werden. Obwohl die Gemeinde Mühlau auf einen verbindlichen Baubeginntermin hoffte, blieb dieser erneut aus.

Es wird vorerst nur eine Rampe gebaut
Auf Nachfrage bei der SBB heisst es, dass gemäss der heutigen Planung der Bahnhof in zwei Etappen umgebaut wird. In einem ersten Schritt baut die SBB im Laufe des Jahres 2027 beim Perron 2 eine Rampe. Damit könne auf den Shuttle-Fahrdienst verzichtet werden. Die Hilfestellung durch Personal bleibe aufgrund der zu tiefen Perronhöhe aber bis zum nächsten regulären Umbau des Bahnhofes bestehen. Als Erklärung teilte die Medienstelle der SBB mit, dass etwa 30 Bahnhöfe aus wirtschaftlichen Gründen erst beim nächsten regulären Umbau angepasst würden. Dazu gehöre auch der Bahnhof Mühlau. Dieser reguläre Umbau sei aktuell per 2040 geplant.

Ein Bahnhof ohne Hindernisse – davon profitieren viele
Unter der Woche verzeichnet der Bahnhof Mühlau 56 Halte. Wie viele Menschen ihn wegen fehlender Zugänglichkeit nicht oder nur erschwert nutzen können, lässt sich nicht beziffern. Klar ist aber, dass Barrierefreiheit weit mehr Menschen zugutekommt: Neben Menschen mit einer Beeinträchtigung erleichtert sie auch älteren Personen, Menschen mit Gehhilfen, Familien mit Kinderwagen und Reisenden mit viel Gepäck den Zugang. Dass die vollständige Umsetzung nun erst 2040 vorgesehen ist, zeigt die Spannung zwischen wirtschaftlichen Überlegungen und dem Anspruch auf selbstständige Mobilität. Für Menschen mit Beeinträchtigungen bedeutet dies, dass sie noch viele Jahre auf einen uneingeschränkten Zugang zum öffentlichen Verkehr in der Gemeinde warten müssen. Ob das rasante Wachstum der Gemeinde die Wirtschaftlichkeit verbessert und damit eine frühere Realisierung ermöglicht, bleibt offen.

Energiespeichern steht im Fokus der Elektra

Sins Die 118. Generalversammlung der Elektra Genossenschaft Sins fand am Montagabend im Kultursaal Küngsmatt statt. Das letzte Geschäftsjahr schliesst mit einem Gewinn ab.

Zum 118. Mal tagte die Elektra mit ihren Genossenschaftern. Der wachsenden Mitgliederzahl trugen die Vorstände Rechnung, darum verlegten sie den Versammlungsort vom Restaurantsaal in den Kultursaal Küngsmatt. Als erstes begrüsste Präsident Albert Amstutz die Gäste und Mitglieder mit seinen üblich einleitenden Gedanken zur Stromversorgung und den aktuellen Trends. Dabei zeigte er auf, wie sich die Realisierung der PV-Anlagen sowohl im technischen Bereich als auch in der Zukunftsorientierung auswirken.

Ordentliche Geschäfte
Aktuell zählt die Genossenschaft 474 Mitglieder. Albert Amstutz erklärte die GV als beschlussfähig mit einem absoluten Mehr vom 62 Stimmen bei 123 anwesenden Stimmberechtigten. Sämtliche Geschäfte wurden einstimmig angenommen. Nach der Genehmigung des Protokolls schilderte Amstutz detailliert in seinem Jahresbericht, was die Elektra erreicht hat. So informierte er über die positiven Auswirkungen der Energieeinkäufe dank des Energie Pool Freiamt. «Wir können Synergien nutzen. Im Energie Pool Freiamt sind aktuell 14 Energieversorger zusammengeschlossen. » Gemeinsam beschaffen sie die Energie in sieben Teiltranchen pro Jahr, und zwar bereits bis ins Jahr 2029. Mit diesem Model der Tranchenbeschaffung kann die Elektra besser auf die Marktpreise eingehen und Zerwürfnisse besser handhaben. «Im Moment liegen bei uns die Beschaffungsverträge bis ins Jahr 2032 auf dem Tisch, was zeigt, dass es eine langfristige Strategie ist», informierte Amstutz.

Photovoltaikanlagen
Die Anzahl von Energieverbrauchern, die ihre eigene PV-Anlage haben und damit auch Strom ins Netz einspeisen, wächst stetig an. «Dies ist bei sehr schönem Wetter und speziell über die Mittagszeit für uns auch eine Herausforderung. » Weiter informierte er über das Projekt «Energiespeicher Reussegg ». «Mit solchen Energiespeichern kann die Energie des Tages in die Nacht transportiert werden.» Die Kosten dafür prognostizierte er mit rund 60’000 bis 70’000 Franken. Amstutz ist überzeugt, dass der Fokus in Zukunft vermehrt auf der Beschaffung von Energiespeicher liegen wird.

Jahresrechnung und Energiepreise 2026
Roger Widmer stellte die Jahresrechnung vor und durfte über einen Gewinn von rund 335’000 Franken berichten. Die Bilanz zeigt eine gesunde Firma mit einem beachtlichen Eigenkapital von 5,7 Millionen Franken. «Das Eigenkapital ist höher als es aus betriebswirtschaftlicher Sicht benötigt wäre», informierte Widmer. «Wir möchten das Geschäftsvermögen in den nächsten Jahren stabilisieren oder gar reduzieren. Darum werden wir bei den Strompreisen sehr knapp kalkulieren. Damit wollen wir den Gewinn minimieren, das Wachstum des Eigenkapitals bremsen und gleichzeitig unseren Kunden einen attraktiven Strompreis anbieten. Er liegt im laufenden Jahr bei 23,3 Rappen pro Kilowattstunden und somit 16 Prozent unter dem durchschnittlichen Strompreis des Kantons Aargau.

Nicht nur Generalversammlung
In diversen Tranchen wird bei der Elektra nicht nur Strom eingekauft, sondern auch die GV und das Essen serviert. Wie üblich wurde den Mitgliedern nach der Einleitung ein Salatteller und nach den Finanztraktanden das Nachtessen serviert. Dafür waren die Leiter der Jungwacht im Dienst und wirbelten durch den Küngsmattsaal. Dazu informierte Amstutz: «Die Jungwacht will ein neues Materialzelt kaufen. Darum werden wir den Reinerlös aus dem Getränkeverkauf des heutigen Abends vollumfänglich der Jungwacht übergeben. Sie dürfen gerne mehrmals bestellen.» Der Kaffee nach dem offiziellen Teil wurde von der Elektra spendiert.

Der Einhornplatz wird zur «Piazza Grande»

Sins Die zweite Ausgabe von «Seis uf de Bei» fand am letzten Samstag bei mediterranen Temperaturen statt. Die rund 2’200 Personen auf der Festmeile bestätigten den Organisatoren, dass dieses Fest nun zu Sins gehört und geschätzt wird.

Eine grosse Bühne beim Kreisel, Festbänke auf der Aarauerstrasse und hinab bis zum Spritzenhäuschen, Beizen, welche die unterschiedlichsten Genussmomente versprachen. Für die Kinder organisierte die Jungwacht ein Spielgelände auf dem Parkplatz des Mexicano Restaurant Einhorn. Die Z-Fighters zeigten den Kids, wie mit Schläger und Puck umzugehen ist, und bei den Seilziehern konnte die eigene Zugkraft gemessen werden. Ein kompaktes Festgelände, das alle Erwartungen erfüllte. Das war das Resultat monatelanger Planung durch ein gut funktionierendes Organisationskomitee. Gemeinderat und OK-Co-Präsident Pius Vogel ist begeistert von seinem OK und betont: «Wir bekamen die Bewilligung, bis um 3 Uhr morgens feiern zu dürfen. Darum haben wir auch das letzte Konzert auf 21 Uhr gelegt.» Für die Abendstimmung wurden 300 Meter Girlanden aufgehängt, die eine stimmungsvolle Atmosphäre schaen. Für den gesamten Auf- und Abbau zollte Vogel seinen OK-Kollegen einen grossen Dank. «Besonders den beiden Jungwächtlern Tim Sterba und Lukas Vogt muss ich ein grosses Kränzchen winden. Sie haben eine grossartige Koordinationsarbeit geleistet.»

Ein Highlight löste das andere ab
Ein Fest, das alle Generationen anspricht, war das Ziel des OKs. Dazu gehörten nebst dem vielfältigen kulinarischen Angebot auch die unterschiedlichsten Musikstilrichtungen sowie ein Gottesdienst unter freiem Himmel, um das Fest zu eröffnen. «Es war ein schöner Start in diesen Tag. Die Festbänke waren voll besetzt. So ein Gottesdienst mitten im Dorf, im Festgelände, das war richtig schön», erzählte eine Besucherin. Die musikalische Unterhaltung den ganzen Tag über fand auf und vor der Bühne statt. Sie war geprägt von einheimischen Musikschaffenden in den unterschiedlichsten Genres. Da war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Rhythmisch-rassig waren die Aufritte der Musikgesellschaft Sins und der Tambouren, volkstümlich wurden die Gäste verwöhnt von den Alphornklängen, den Ländler-Wurlizern und dem Jodlerklub Heimelig und rockig-poppig gaben sich die Jungs von PCCD sowie die Auwer Lions mit ihrem neuen Programm.

Der Nachwuchs auf und vor der Bühne
Die jüngsten Fans fanden sich jeweils vor der Bühne auf der Strasse sitzend ein. Wo sonst war es möglich, fast hautnah die Musik zu geniessen und vielleicht gar davon zu träumen, selber mal in einem der Vereine mitzuwirken. Doch nicht nur die Kinder von manchem Musikanten der Region lauschten den Klängen ihrer Eltern. Es waren auch Eltern und Grosseltern da, die ihren Kindern und Enkeln zuhörten und stolz waren. Immer wieder waren lobende Worte zu hören wie: «Das sind meine Söhne, die singen.» oder «Meine beiden Enkel spielen bei den Tambouren mit.» Die Regionalität spielte einmal mehr eine riesengrosse Rolle. «Wir haben bewusst darauf geachtet, dass alle, die Musik machen, aus der Region sind», informierte Vogel.

Ausnahmezustand garantiert
Der Tag wurde auch für die Ankündigung eines weiteren festlichen Grossanlasses in Sins genutzt. Vom 16. bis 18. Juni 2028 wird das Nordwestschweizerische Jodlerfest in Sins ausgetragen. Am Vormittag wurde auf der Bühne das Logo vorgestellt und die Verträge von Vertretern des Verbandes und des lokalen Organisationskomitees unterzeichnet. Die Verbandspräsidentin Monika Koch freute sich riesig und sagte: «Das Logo sieht fantastisch aus. Es wird ein wunderschönes Festabzeichen. » Den Akt der Vertragsunterzeichnung umrahmte der Jodlerklub Heimelig mit dem zum Anlass sehr passenden Stück «Lüt im Dorf».

Feiern bis zur Polizeistunde
Mit dem Schlusskonzert um 21 Uhr gab sich die alteingesessene Band «Lions» die Ehre. Doch sie spielten nicht wie früher Cover-Party-Songs. Bassist und Mitgründer der Band, Alfons Leu, meinte: «Nach 13 Jahren Musikpause haben wir beschlossen, nochmals neu anzufangen, mit neuen eigenen Titeln. Das ist unser erster Gig mit diesem neuen Sound. Alle Stücke sind selbst getextet und komponiert von meinem Bruder Urs Leu. Es ist auch unser erstes Konzert mit unserem sizilianischen Leadsänger Romeo. » Ihr nächster Auftritt ist am 29. Mai im Boswiler Chillout. Mit ihrer neuen Show möchten sie schweizweit unterwegs sein wie zum Beispiel am Ilanzer Openair «Lumnezia.» Leu ist zufrieden mit der Premiere auf der Sinser Bühne. «Die Feedbacks waren gut. Vielen hat unser neues Programm gefallen. » Nach 14 Songs und rockigen Zugaben wurde die Festmeile etwas ruhiger. Auf den Festbänken konnte bis um 3 Uhr weiter gefeiert, gegessen, getrunken und vor allem der laue Sommerabend genossen werden.

Pius Wiss tritt als repla-Präsident zurück

Nach zwölf Jahren als Präsident des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (repla) trat Pius Wiss an der Abgeordnetenversammlung zurück. Insgesamt war er während 16 Jahren für den Verband tätig.

Pius Wiss verlässt die repla nach vier Jahren im Vorstand und zwölf als Präsident. Während seiner Amtszeit koordinierte er die Arbeit des Vorstands sowie verschiedener Kommissionen, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landschaft oder Gesundheit. Besonders stark engagierte er sich in Fragen der Bau und Nutzungsplanung. Standortförderung ist zentral. Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Amtszeit zählte das regionale Raumkonzept, das während seiner Präsidentschaft erarbeitet und verabschiedet wurde. Dieses bildet heute die Grundlage für mehrere Projekte, die aktuell umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die regionale Standortförderung sowie das Areal- und Flächenmanagement. Mit der Standortförderung will die Region ihre wirtschaftliche Position stärken. Unternehmen sollen stärker miteinander vernetzt werden, gemeinsame Anlässe und Auftritte sollen das Obere Freiamt sichtbarer machen. «Es geht darum, dass wir die Region zusammenbringen und als Ganzes auftreten», sagt Wiss. Gerade zwischen den grossen Zentren Zürich, Luzern und Zug sei es wichtig, dass das Obere Freiamt wirtschaftlich den Anschluss behalte.

Gemeinden müssen zusammenarbeiten
Ein weiteres Thema, das Wiss während seiner Amtszeit beschäftigte, war der Hochwasserschutz. Bei den entsprechenden Konzeptarbeiten setzte er sich dafür ein, dass neben ökologischen Anliegen auch die Interessen der Landwirtschaft und der regionalen Wirtschaft berücksichtigt wurden. «Wir wollten Lösungen, bei denen auch Landwirtschaft und Produktion ihren Platz haben», erklärt er. Auch institutionell wurde die regionale Zusammenarbeit weiterentwickelt. So entstand unter dem Dach der repla eine regionale Integrationsfachstelle (RIF), die inzwischen als eigenständige Organisation in Muri betrieben wird. Für Wiss zeigt sich darin, wie wichtig die regionale Ebene geworden ist. «Viele Aufgaben könnten einzelne Gemeinden, vor allem kleinere, kaum allein bewältigen», sagt er.

Gewünschter Nachfolger bekannt
Die Zusammenarbeit im Vorstand beschreibt Wiss als konstruktiv. Der Vorstand bestand je nach Amtsperiode aus sieben bis neun Mitgliedern. Trotz gelegentlicher Diskussionen sei die Stimmung stets gut gewesen. Grundlegende Konflikte mit Gemeinden habe es in seiner Amtszeit nicht gegeben. «Im Grossen und Ganzen ist alles gemeinsam getragen worden.» Der Rücktritt erfolgt für Wiss bewusst zum jetzigen Zeitpunkt. Nach 16 Jahren sei es richtig, Platz für neue Kräfte zu machen. Gleichzeitig sei die Organisation heute gut aufgestellt, und wichtige Projekte seien aufgegleist. «Nach so vielen Jahren ist es gut, wenn frischer Wind kommt», sagt er. Als Nachfolger wurde der Merenschwander Gemeindeammann Rainer Heggli am Mittwoch zur Wahl vorgeschlagen.

Einem Amt bleibt er noch erhalten
Ganz aus der regionalen Verantwortung zieht sich Wiss jedoch nicht zurück. Als Chef des regionalen Führungsorgans im Bevölkerungsschutz bleibt er weiterhin. Diese Aufgabe sieht er als wichtigen Beitrag für die Zusammenarbeit der Gemeinden in Krisen und ausserordentlichen Lagen.

Das ist die repla
Die repla Oberes Freiamt ist eine regionale Planungsorganisation, in der 19 Gemeinden des Oberen Freiamts zusammenarbeiten. Sie ist kein politisches Parlament, sondern ein Zusammenschluss von Gemeinden, die gemeinsame Themen koordinieren und Projekte abstimmen. Ziel ist es, Entwicklungen zu planen, die mehrere Gemeinden betreffen, und gegenüber dem Kanton als Region aufzutreten. Typische Themen der repla sind unter anderem Raumplanung und Siedlungsentwicklung, Verkehr und Mobilität, Landschafts- und Naturschutz, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Gesundheit sowie Fragen der regionalen Infrastruktur. Damit wird verhindert, dass jede Gemeinde isoliert plant. Gerade bei Themen wie Verkehr, Gewerbegebieten oder Landschaftsentwicklung ist eine Abstimmung über Gemeindegrenzen hinweg wichtig.

Künftig im Trockenen entsorgen

Neues Recycling Auw entsteht am alten Standort gegenüber dem Feuerwehrlokal

Nach einem Unwetterschaden erstellt die Gemeinde Auw eine neue, zeitgemässe Recyclinganlage. Nun ist der Bau auf der Zielgeraden. Wenn das Wetter es erlaubt, wird im April die zweckmässig eingerichtete Recyclinghalle eröffnet. 2021 zog ein heftiges Unwetter mit Hagelsturm über die Gemeinde Auw hinweg. Tennisball-grosse Hagelkörner zerstörten das Dach. Die Halle war einsturzgefährdet. So wurde die Recyclinghalle, welche 2013 in Betrieb genommen worden war, geschlossen. Der Vorplatz diente künftig als Provisorium für das dörfliche Recycling. Gemeinderätin Katja Zimmermann beschreibt die Situation: «Offen, draussen, Wind und Wetter ausgesetzt.» Sie sei regelmässig mit ihren Kindern und dem Leiterwagen am Mittwochnachmittag entsorgen gegangen. In dieser Zeit habe man einfache Materialien wie Karton, Papier, Büchsen und Flaschen entgegengenommen.

Erfahrung mit Abfallsündern gemacht

Da die Fläche offen und ungeschützt war, hätte man jederzeit seinen Abfall deponieren können. Eine Tafel hat die Nutzungszeiten bekannt gegeben. Erfreut zeigt sich Zimmermann, dass das Einhalten der Nutzungszeiten sehr diszipliniert gehandhabt wurde. «Bis auf einmal», sagt sie. An einem Abend sei es dann passiert. Ein Traktor mit Anhänger sei vorgefahren und habe Bauschutt abgeladen. Niemand kannte die Person oder den Traktor. Bis heute sei ungeklärt, «wer das gewesen ist», sagt Zimmermann. Die Gemeinde habe damals teuer für die Entsorgung bezahlt. Sie haben in dieser Zeit ebenfalls erlebt, dass auch Auswärtige die offene Situation der Entsorgung nutzten. Mit der neuen Halle wird sich dies ändern. Nach vier Jahren Planungsund Bauzeit wird diese im Frühling den Betrieb aufnehmen. Während dieser Zeit konnte die Bevölkerung in Sins entsorgen. 2022 wurde Katja Zimmermann in den Auwer Gemeinderat gewählt. Die neuen Grundgebühren vertrat sie als erstes Geschäft an der Gemeindeversammlung. Dies sei auch einer der Gründe, warum sie trotz Ressortwechsel dieses Projekt bis zur Eröffnung führt. Die Eröffnung ist auf Anfang April geplant, sie ist jedoch von den Temperaturen abhängig. Sobald es möglich werde, wird der neue Bodenbelag gegossen. Dieser benötigt eine längere Warmwetter-Phase. Die Bauherrschaft des Konsortiums Grossäcker war schon bei der alten Halle Vermieter.

Planungszeit mit Hindernissen

Sie ist auch Vermieter der neuen Halle, welche vis-à-vis des Feuerwehrmagazins steht. «Vier Jahre sind eine lange Zeit der Realisation», sagt sie dazu. Es hätten verschiedene Faktoren dazu geführt, dass es diese Zeit benötigt hat. Zum einen musste sich der Eigentümer entscheiden, welche Art Halle er erstellt. Weiter haben sich in dieser Zeit die gesetzlichen Bedingungen für ein Flachdach dieser Grösse verändert. Dieses muss jetzt mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Dafür musste ein Abnehmer für die erzeugte Energie gefunden werden. Dies ist nun alles geregelt.

Halle vor der Fertigstellung

Zurzeit wird die Halle im Inneren fertiggestellt, die Vertiefungen für die Mulden sind bereits sichtbar und die Flächen für die Parkfelder zur einfachen Zu- und Wegfahrt sind auch bereits ersichtlich. An drei Halbtagen wird die kostenlose Entsorgung von alltäglichen Materialien wie Alteisen/Metall, Dosen, Kaffeekapseln, Papier, Textilien möglich sein. Man wird auch kostenpflichtige Materialien abgeben können. Dazu gehören unter anderem Sperrgut, Mischabbruch, Altöl oder beispielsweise Sonderabfälle wie Farben. Detailliert wird die Gemeinde darüber informieren.

Grundgebühr steigt mit der Eröffnung

Durch den Neubau der Anlage und die Verpflichtungen für den Unterhalt der neuen Abfallentsorgung haben sich Kosten ergeben. Die Gemeinde hat bereits einer Erhöhung der Grundkosten zugestimmt. Ab der Eröffnung der neuen Recyclinganlage wird die Grundgebühr von 90 auf 105 Franken ansteigen. Auw wird auch künftig mit einem Anbieter für Entsorgung zusammenarbeiten. Wenn andere Gemeinden sich
dafür interessieren, wäre die Gemeinde Auw offen. Doch vorerst ist für Zimmermann klar: «Wir starten mal und schauen, wie es läuft.» Sie stellt immer wieder fest, wie wichtig es der Bevölkerung ist, fachgerecht entsorgen zu können. Es freut sie umso mehr, dass nun die Möglichkeit im Dorf besteht. Und sie freut sich darauf, dass die Bevölkerung und sie künftig wieder im «Trockenen» entsorgen können.

Die neue Recyclinghalle wird jeweils am Montag und Mittwoch von 13 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein.

Alle Jahre wieder: «Sins im Advent»

Sins Am letzten Samstag und Sonntag öffneten die Gewerbetreibenden ihre Türen. Einkaufen, bummeln,
degustieren und geniessen stand im Vordergrund. Der Fackelzug war ein Publikumsmagnet.

Bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel startete der Wochenendanlass am Samstagnachmittag. Bereits zum 24. Mal jährte sich dieser Brauch und sorgte für einen stimmungsvollen Start in die Adventszeit. «Sins im Advent» bedeutet auch, die Gewerbetreibenden nehmen sich Zeit für Gespräche mit den Menschen. Sie bedanken sich so für die Kundentreue. Geniessen mit allen Sinnen Am Samstag zwischen 14 und 21 Uhr und am Sonntag zwischen 11 und 16Uhr waren die Läden oen. Die Gewerbetreibenden scheuten keine Mühe, sich den Kundinnen und Kunden auf sympathische Art und von ihrer besten Seite zu präsentierten. Der Duft von Glühwein, Lebkuchen und vielen weiteren Köstlichkeiten lag in der Luft. Wer mit Hunger kam, konnte sich bei der grossen Auswahl an Genussmöglichkeiten nur schwer entscheiden. Soll es ein Raclette von der Feuerschale sein oder ein Käsefondue in stilvoller Atmosphäre im «Sprützehüsli», oder doch lieber eine Portion Mah-Mee, ein Stück Pizza aus dem Holzofen oder Bratwurst vom Grill? Auch warme Getränke wurden angeboten: Kaffee mit und ohne Geist, Glühwein, Punsch, dazu mal ein Stück Lebkuchen.

Für Gross und Klein
Nebst der breiten kulinarischen Auswahl durften die Besucher auch die verschiedenen musikalischen Darbietungen geniessen. Die rhythmischen Schläge der Tambouren, die urchigen Alphornklänge und die unterschiedlichen Platzkonzerte sorgten für eine stimmungsvolle Zeit im Dorf. Auch die Besucher des Konzerts im Einhornsaal waren viele. «Der Saal war gestossen voll. Es war ein super Konzert», meinte eine Besucherin. Diverse Aktivitäten für die kleinenBesucher waren im Dorf verteilt. Siekonnten Pony reiten, Märchen lauschenoder eine Runde auf dem Karusselldrehen. Wer sich kreativ betätigenwollte, konnte Brottaschen bemalen,Kerzen ziehen oder Lebkuchenherzenverzieren. OK-Präsident Markus Burrimeinte: «Die Märli-Stube und die Ludothekwaren dieses Jahr neu beim Kulturhaus.Wir wollen künig auch dieKirchstrasse zwischen Einhorn-Kreisverkehrbis hinauf zum Kulturhaus etwas beleben, damit noch mehr Leute bis dorthin den Weg finden.»

Fackelumzug – immer beliebt
Der Verkehr wurde umgeleitet, die Strassenbeleuchtung erlosch, sogar bis in den Freudenberg hinauf. Die Geschäfte entlang der Luzernerstrasse löschten auch ihre Lichter, um so eine schummrige Atmosphäre zu schaffen. Dann, pünktlich um 18.40 Uhr startete der Fackelumzug, angeführt von den Tambouren der Tambourengruppe im Freiamt. Ihrem Rhythmus konnte man sich nicht entziehen. Mehr und mehr Leute säumten die Strasse. Den Tambouren folgten die «Trychlergruppe» Reussegg mit den «Geisslechlöpfern», dann kamen die Kinderlaternen. Als nächste Gruppe kam die äusserst eindrucksvolle «Iffele»-Gruppe Hünenberg, danach schritt der Samichlaus mit seinem Gefolge der Strasse entlang, ihm folgten die Mühlauer «Trychlergruppe» und zum Schluss eine Schar Fackeln tragender Kinder. Insgesamt waren plus/minus 100 Teilnehmer am Umzug. Zur grossen Freude der Gewerbetreibenden der Aarauerstrasse wurde der Umzug dieses Jahr bis auf die Höhe des Geschäfts von Ruedi Wey hochgezogen.

Das OK dankt
Peter Wolfisberg, Präsident des Gewerbevereins, und Markus Burri, OK Präsident von «Sins im Advent», sind äusserst zufrieden. «Wir konnten 32 Gewerbetreibende dafür begeistern. Ich bedanke mich bei ihnen recht herzlich für ihren Einsatz. Ebenso danke ich allen, die am letzten Wochenende dazu beigetragen haben, dass ein so schöner Einstieg in den Advent möglich war», meinte Burri auf Anfrage. Auch die Gewerbler waren zufrieden. Guido Waldispühl an seinem Stand beim Eingang zum Cherne, meinte: «Es hat richtig schön Leute, die unterwegs sind.»

Forum zum Thema «Mobilität im ländlichen Raum»

Muri Mobil sein. Das ist Alltag. Ob zu Fuss, im Auto, auf dem Velo oder im Zug. Mobil sein. Das verändert sich laufend. Im Furttal werden bald selbst fahrende Fahrzeuge getestet. Mobil sein. Das bringt Herausforderungen mit sich. Das wird am Wirtschaftsforum in Muri deutlich.

Wenig Platz. Dafür umso mehr Ansprüche. Es sind die immer gleichen Herausforderungen. Auch im ländlichen Gebiet. Reto Anderhub weiss, wovon er spricht. Er ist Gemeinderat in Hochdorf, leitete das Projekt «Entwicklung Südiareal». 84’000 Quadratmeter, direkt beim Bahnhof. Vor einigen Jahren hat die Gemeinde das Land gekauft. Aus dem einstigen Industriegebiet soll ein Ort werden, wo gelebt und gearbeitet wird. «Mit Verkehrsdrehscheibe», sagt Anderhub. Ein Ort also, wo möglichst alle Mobilitätsangebotezusammenkommen. «Bald geht es ans Eingemachte», sagt er. Grundlagen sind längst erarbeitet. «Mit der gesamten Bevölkerung. Das ist enorm wichtig. Ich bin überzeugt, was man bei der Mitwirkung investiert, lohnt sich am Schluss doppelt.» Es ist einer von vielen Ratschlägen, die an diesem Abend an die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem Bezirk Muri gelangen. Denn geplant ist, dass für die Region eine Mobilitätsstrategie entwickelt wird. Wo soll es hingehen? Wo braucht es welches Angebot? Wie kann man Mobilität lenken? Es sind drei von ganz vielen Fragen, die darin abgebildet werden sollen. Pionier ist man dabei nicht. Im Fricktal oder im Zurzibiet wurden bereits solche Strategien erarbeitet. Dominik Kramer ist Sektionsleiter Gesamtverkehrsplanung beim Kanton Aargau. «Das Ziel ist ein funktionierendes System, das künftige Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft abdeckt.» Dass das nicht so einfach ist, wie es tönt, weisser. Zumal dabei zwei Dinge besonders wichtig seien: Erreichbarkeit und planbare Reisezeit.

Voneinander lernen
Der Kanton Aargau hat eine Mobilitätsstrategie, basierend auf dem kantonalen Richtplan und dem Sachplan Verkehr. Und der Kanton hat einen Werkzeugkasten erstellt, mit dem Gemeinden und Regionen hantieren können.«Das Bestehende möglichst gut organisieren, Optimierungen definieren, priorisierte Verkehrsmittel festlegen», nennt er einige einzelne Schritte. Zusammengefasst sagt Kramer: «Nutzen Sie den Gestaltungsspielraum, es gibt ihn. Zwar nicht in allen Bereichen, aber er ist da.» Auch er betont das Miteinander.«Kommunikation und Partizipation.» Abschreiben von anderen Regionen, das gehe aber nicht. «Weil jede Region anders ist, ihre Eigenheiten hat», weiss Dominik Kramer. Aber voneinander lernen, dazu sei geraten. Vom Projekt in Hochdorf etwa. Gemeinderat Reto Anderhub erzählte von einer Vision, die man zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet habe. «Immer wiederhaben wir den Planungsstand in die Mitwirkung gegeben und früh im Prozesseinen Slogan entwickelt.» Die Folge davon: das «Wir»-Gefühl. «Das haben wir zusammen entwickelt, es ist unser Projekt», fasst es Anderhub zusammen.«Darauf nehmen wir nun Bezug, wenn es konkret wird, und erhoffen uns viel davon.»

Technologie ist bereit – die Menschen auch?
Ähnliche Konklusionen präsentiert Julian Renninger. Und trotzdem geht das Input-Referat des SBB-Mitarbeiters im Bereich Personenverkehr, langfristige Angebotsplanung, in eine ganz andere Richtung. Sein Blick richtet sich auf2050 und noch später – hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen, wie sie ab kommendem Jahr im öffentlichen Verkehrim Furttal als Pilotprojekt eingesetzt werden. «Damit die Menschen verstehen können, was das genau ist», sagt Renninger. Dass es funktioniert, das habe er in China gesehen und das zeigen Simulationen. «Bezahlbar ist es auch, mehr oder weniger», sagt er. 200Kilometer Strassen wurden im Furttalkartiert. Renninger ist überzeugt: «Diese Technologie wird kommen, gerade auch in ländlichen Gebieten, um die Versorgung bis in die Kapillaren des öffentlichen Verkehrsnetzes zu ermöglichen.» Und Renninger betont: «Diese Neuerung wird auch das Freiamt verändern. Ihr hier alle miteinander könntet was dafür tun, damit diese Veränderung zum Guten ist.» Was er konkret meint? «Nicht von Anfang an eine Abwehrhaltung einnehmen. Denn verändert hat sich die Mobilität immer.» Pferdekutschen, Eisenbahn, Autos. Das werde weitergehen. Für Julian Renninger ist aber klar, dass dies mit der bestehenden Infrastrukturgeschehen wird. «Mehr Strassen und Bahnlinien, das wird es nicht geben.» Ideen für Optimierungen hingegen schon. Er ist überzeugt, dass die Bahn viel mehr Kapazitäten stemmen könnte. «Wenn etwa alle Züge gleich schnell fahren.» Das Problem: Die einen Züge halten oft an, andere selten.«Es gilt abzuwägen: Will ich, dass die Bahn seltener fährt, dafür öfter anhält?» Auch hier: Fragen gibt es noch viele, Antworten werden in den nächsten Jahren kommen.

Potenzial des Langsamverkehrs– gerade auf dem Land
Veränderungen gibt es im Grossen –selbst fahrende Fahrzeuge sind ein Beispiel dafür. Veränderungen gibt es aber auch im Kleinen. Und dafür kämpft die Arbeitsgruppe «Mobilität und Ortsplanung» des Muri Energie Forums. Valérie Weibel betonte: «Im ländlichen Raum hat der Langsamverkehr viel Potenzial. Mit direkter und sicherer Infrastruktur kann dies freigesetzt werden.» Informieren, sensibilisieren, mitwirken – damit versuche die Arbeitsgruppe, den Stein ins Rollen zu bringen. Auch wenn es um die Tatsache geht, dass rund die Hälfte des Verkehrs in Muri hausgemacht ist –also von Murianerinnen und Murianern verursacht wird. «Es geht nichts, ohne dass die Menschen ihr Verhalten hinterfragen», ist ein Fazit, das Valérie Weibel an diesem Abend zieht. Wohin es in Sachen Mobilitätsstrategie im Bezirk Muri – und darüber hinaus– gehen wird, wird sich zeigen. Mit dem Wirtschaftsforum sind erste Themen angesprochen. Viele weitere werden folgen. Das «Wir» soll dabei grossgeschrieben werden, so wie es alle Referenten raten. Und wie es Hans-Peter Budmiger, Gemeindepräsident von Muri, sagt: «Wir wollen das Thema Mobilitätpositiv wahrnehmen und nicht nur als Dauerfrust.»