Perle
Genuss und Austausch pflegen
Zusammen Zeit verbringen und sich fürs Vertrauen bedanken – mit diesem Ziel wurde vor über 30 Jahren das Spitexfest initiiert. Das bewährt sich bis heute und wohl auch in Zukunft.
Alle sitzen sie gemütlich beisammen, die Mitarbeitenden der Spitex mit deren Klienten, manche mit einer Begleitperson. «Heute können wir uns Zeit nehmen, gemeinsam etwas essen und Gespräche führen, die sonst im Alltag zu kurz kommen», sagt Organisatorin Annemarie Halter. Ersnnals dabei ist diesmal Luisa Meier, neue Geschäftsleiterin der Spitex Muri und Umgebung. Anfang Monat hat sie ihre neue SteUe angetreten.
Gelebte Nähe
In der Spitex, bei der Luisa Meier vorher beschäftigt war, kannte man keinen solchen Anlass. «Ich finde das toll, schon in der dritten Arbeitswoche zu sehen, für wen man arbeitet», sagt sie. Sonst sei sie mehr im Büro und komme nur dann mit den Klienten in Kontakt, wenn sie gelegentlich mit jemandem der Mitarbeitenden mitgeht. In der Vorwoche habe sie die Mitarbeitenden kennenlernen dürfen, nun die Klienten und am Abend stand bereits die erste Vorstandssitzung an. In Muri aufgewachsen, hat Luisa Meier das eine oder andere Gesicht angetroffen, das sie noch aus ihrer Zeit als Jugendliebe und junge Frau kannte. Von «sehr herzlichen Begegnungen» erzählt sie. Und: «Es ist schön, im Freiamt zurück zu sein.» Die Verbindungen zu den Leuten und den Institutionen – ihre Mutter arbeitete in der Pflegi – geben ihrer Arbeit noch mehr Sinnhaftigkeit. «Ich kann so etwas zurückgeben», sagt sie.
Örgellmusik zur Unterhaltung
Zum Beispiel auch am Spitex-Fest. «Sensationell!», findet sie den Traditionsanlass, der genau ihrem Verständnis von gelebter Nähe entspricht. Wie lange die Tradition zurückreicht, das muss erst eruiert werden: «Ich bin seit 17 Jahren dabei – und da gab es den schon», legt Annemarie Halter vor. Dann ruft sie Rita Bühler, stellvertretende Geschäftsführerin, dazu. Sie kann es genauer sagen: Zwei-, nein dreiunddreissig Jahre sei es her. Bei der Premiere habe man noch am Hallwilersee gefeiert, im Jahr darauf in der Waldhütte Auw und seither in der Pßegi. Bei Schlechtwetter hätte der Anlass in den Dachsaal ausweichen müssen. «AJs es am Montag regnete, haben wir noch gebibbert», blickt Luisa Meier zurück. «Wir ja schon auf den Regen, aber auf diesen einen Tag so11te es auch nicht mehr ankommen», fand Annemarie Halter. Die Hoffnung ging auf, das Wetter passt und der Anlass kann im Freien stattfinden. Da werden die Klientinnen und Klienten nicht nur kulinarisch verwöhnt. Irene Villiger und Seppi Bucher spielen mit viel Elan auf. Sie sind bereits zum vierten Mal mit dabei. «Wir hatten auch schon Moderneres ausprobiert, aber den Leuten sagt dies mehr zu», begründet Annemarie Halter. Im Moment spielt das Örgeliduo grad «s’Träumli» der «Boss-Buebe». Schlag auf Schlag geht es weiter, nun steht das Dessert an.
Elektromobilität bewährt sich
Rund 140 Klienten betreut die Spitex Muri und Umgebung aktuell in ihren elf Gemeinden, Tendenz steigend. «Wir sind wie alle am wachsen», so Annemarie Halter. Das gilt natürlich nicht nur für die Anzahl Klienten, sondern auch für jene der Mitarbeitenden. «Wir leisten viele Einsätze nach einem Unfall oder Spitalaufenthalt», führt sie aus. Nebst dem Kernbereich der Pflegetätigkeiten gehört auch Hauswirtschaft zum Angebot, dies allerdings nur befristet. Sonst sei da die Pro Senectute zuständig. Die Klienten und ihre Begleitpersonen machen den grössten Teil der knapp 80 Festbesuchenden aus. Wer es nicht selbst in den Pflegipark schafft, durfte sich abholen lassen. Schliesslich stehen der Spitex seit April sieben Elektroautos zur Verfügung. Nicht nur aus Überzeugung habe man die Flotte umgestellt, so Annemarie Halter, sondern auch aus praktischem Nutzen: «Wir fahren oft nur kurze Strecken und den Elektromotoren schadet das weniger», sagt sie. Am Stützpunkt, am Wiliweg 15 in Muri, stehen sieben Ladestationen zur Verfügung, damit am Morgen alle Fahrzeuge einsatzbereit sind.
Überraschung nach dem Dessert
Auch vom Spitex-Team – aktuell rund 30 Personen – ist die Mehrheit anwesend. Manche Einsätze lassen sich nicht verschieben. Wer am Fest dabei ist, mischt sich unter die Leute und packt auch mit an. Die Spitex-Mitarbeitenden übernehmen nämlich den Service unter dem Pavillon im PßegiGarten. «Wir haben einen sehr guten Teamgeist», freut sich Annemarie Halter. Das zeige sich nicht zuletzt an der Kontinuität mit vielen langjährigen Mitarbeitenden. Kurz nach 14 Uhr kündet die Organisatorin eine Überraschung an: Die vereinte Kindertanzgruppe der Trachtetanzlüüt Chloschterdorf Muri und der Trachtengruppe Aesch gibt eine Kostprobe ihres Könnens. Bei «Losed si, Frau Küenzi» singen einige sogar mit – und manche freuen sich, wie energisch gerade die jüngeren unter den 20 Nachwuchstänzern die Textzeile: es bitzli gwaggle müend si!» mit ihren Hüftbewegungen untermauern.
Viel zu schnell ist die Showeinlage vorüber. Die Kindertanzgruppe fährt weiter nach Hitzkirch, zu einem anderen Auftritt. Die Gäste im Pflegipark dürfen derweil noch etwas sitzen bleiben und weiter den geselligen Austausch pflegen. Was bleibt, ist die Vorfreude aufs nächste Jahr. Denn – da sind sich Annemarie Halter, Luisa Meier und wohl auch alle Teilnehmenden einig: Die Tradition des Spitexfests soll weiter gepflegt werden.