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Perle

Von neuen Spitex-Formen bis zur digitalen Vernetzung

27. Januar 2026
Andrea Lim

Alters- und Gesundheitsarbeit stehen vor grossen Veränderungen. Am Altersforum in Sins wurden die neuesten Lösungsansätze diskutiert.

Alt werden ist nicht mehr wie früher. Alters- und Gesundheitsarbeit ist im Wandel. Ziel sind immer individuellere Lösungen für Seniorinnen und Senioren wie auch für ihre Pflegenden. Zudem soll diese Arbeit digital vernetzt sein, das verlangt der Bundesrat. Es sind grosse, wichtige Themen. Denen nimmt sich der Bezirk Muri aktiv an. Am 16. Altersforum wurden nun Gemeinden, Organisationen und Institutionen sowie Fachpersonen im Zentrum Aettenbühl in Sins auf den neuesten Stand gebracht. Ein spannendes Thema pickte sich Martin Abt, Präsident der Spitex Oberfreiamt, für sein Input- Referat heraus: pflegende Angehörige. «Gemäss den gesetzlichen Vorgaben ist es möglich, Angehörige in einer privaten Pflegesituation bei Spitexorganisationen für die Grundpflege anzustellen », schreibt Hampi Budmiger, Präsident der Fachgruppe Alter und Gesundheit im Vorstand des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, in einer Mitteilung. «Die Spitex Muri und Umgebung sowie die Spitex Oberfreiamt haben sich dieser Herausforderung angenommen und die entsprechenden Kriterien und Rahmenbedingungen erarbeitet.»
Der Anteil älterer Menschen wird in den kommenden Jahren weiter steigen, was zu einem erhöhten Bedarf an Gesundheitsleistungen führt – bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. «Eine Zusammenarbeit zwischen öffentlich- rechtlichen und privaten Spitexorganisationen erscheint deshalb weiterhin sinnvoll», schreibt Budmiger, der auch Murianer Gemeindepräsident und GLP-Grossrat ist. «Gleichzeitig führen zusätzliche Leistungen zu höheren sogenannten Restkosten für die Gemeinden, welche im Auge behalten werden müssen.»

Die mögliche Lösung heisst Projekt «Ideal»
Auch die gesundheitspolitische Strategie des Bundesrates fand ihren Platz am 16. Altersforum in Sins. Diese fordert eine Stärkung der integrierten Versorgung, also eine Vernetzung von Ärzten, Spitälern, Therapierenden und Pflegenden. Dies, um die Zusammenarbeit zwischen ihnen allen im Gesundheitswesen zu verbessern. Auf kantonaler Ebene wird dieses Thema ebenfalls vorangetrieben: Die gesundheitspolitische Gesamtplanung des Kantons Aargau betont, dass integrierte Versorgung digital vernetzt, qualitativ hochstehend und finanzierbar sein muss. Die Gemeinden spielen dabei offenbar eine Schlüsselrolle, da sie dazu aufgefordert werden, das neue Modell aktiv mitzugestalten. Darum stellten Jeanette Bucher, klinische Projektleiterin im Spital Muri, und Patrick Ruoss von Ruoss Consulting das Thema genauer vor. Und sie präsentierten den erstenLösungsansatz dazu, das Projekt «Ideal». Das Wort stehe für integriert, digital, einfach, aufgehoben und lokal.

Integrierte Versorgung in der Region stärken
Verschiedene Akteure des Gesundheits- und Sozialwesens haben sich zur Projektgruppe «Ideal» zusammengeschlossen. «In den vergangenen Monaten hat die Projektgruppe mögliche Lösungsansätze erarbeitet, um die integrierte Versorgung in der Region gezielt zu stärken», schreibt Budmiger. Schwerpunkte seien die Optimierung der Koordination zwischen allen beteiligten Stellen, die Verbesserung der Orientierung für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Aufbau eines übergeordneten, unterstützenden Anlaufpunkts.

Bild: zvg