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Bereich: Wohnen

Lösung, die alle weiterbringt

Alles auf einmal, das geht nicht. Schliesslich ist das, was unter dem Namen «Interprofessionelle Hausarztpraxis Muri Plus» vor rund einem Jahr gestartet ist, ein Pilotprojekt. Nun sind erste Meilensteine erreicht. Im Januar startet die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG offiziell – auch ein Glück für die Patienten von Hans-Jörg Longatti.

Annemarie Keusch
Die Ziele sind gross. Die medizinische Grundversorgung in Muri und Umgebung soll verbessert werden. Ein attraktives Hausarztcurriculum für die Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte soll entwickelt werden. Das Berufsbild der Pflegeexpertin APN soll gefördert werden. Zur integrierten Gesundheitsversorgung in der Region soll beigetragen werden. Und die einzelnen Prozesse sollen digitalisiert werden. Diese Zielsetzungen, sie standen am Anfang des Pilotprojekts«Interprofessionelle Hausarztpraxis Muri Plus». Sie waren es, die den Aargauer Regierungsrat Anfang Jahr überzeugten und am Ursprung für die 1,46 Millionen Franken standen, die der Regierungsrat zur Unterstützung des fünfjährigen Pilotprojekts sprach. Zwölf Monate später, also Anfang nächsten Jahres, wird die Umsetzung einer ersten dieser Zielsetzungen beginnen. Was nach wenig tönt, ist ein stattlicher und nicht einfacher Weg,

Dass Suche schwierig wird, war uns klar
Verena Gantner, VR-Mitglied

den das Projekt zurückgelegt hat. «Wir haben uns auf den Weg gemacht und können nun erste grosse Etappenziele präsentieren», sagt Gemeinderat Daniel Räber. Es war die Gemeinde Muri, die am Anfang des Projekts stand. «Die medizinische Grundversorgung ist eine der Aufgaben der Gemeinde. Bisher hatten wir Glück, dass Private dies abdecken. Weil es aber immer schwieriger wird, sahen wir uns in der Pflicht, zu handeln », sagt Räber.

Unterstützung von sieben Gemeinden
Das Ja an der «Gmeind» im letzten November zu maximal 100 000 Franken Aktienkapital und maximal150 000 Franken Darlehen für das Pilotprojekt war die Initialzündung. Weitere folgten, etwa das Ja des Regierungsrates zur finanziellen Unterstützung, das Ja aus Gesundheitsinstitutionen in der Region und das Ja zu finanzieller Unterstützung aus sieben Gemeinden. Auw, Bettwil, Kallern, Merenschwand, Rottenschwil, Sinsund gar Oberlunkhofen ausserhalb des Bezirks beteiligen sich am Projekt.«Wir konzentrieren unsere Energie darauf, mit jenen vorwärtszugehen, die dabei sind», sagt Räber. Dass 13 der 19 Gemeinden im Bezirk dies nicht sind, daran störe er sich nicht. «Wir sind weiterhin offen, für Gemeinden, Institutionen oder Praxen, die den Weg mit uns gehen wollen.» Mit «wir» meint Räber aber nicht mehr die Gemeinde Muri und nicht mehr das Pilotprojekt «Interprofessionelle Hausarztpraxis Muri Plus», sondern die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG. Diese ist mittlerweile gegründet, im Handelsregister eingetragen. Verwaltungsratspräsident ist Andreas Bürge, der die Projektgruppe von Anfang an begleitet hat. «Ich verfüge über Erfahrung mit Verwaltungsratsmandaten», sagt er, der ursprünglich Wirtschaftsprüfer ist.«Als die AG gegründet war, konnte es so richtig losgehen», sagt er.

Ärztin aus Deutschland übernimmt die Leitung
Und das hiess vor allem, dass ärztliches Personal gesucht werden musste.«Ohne Ärzte geht es eben nicht», sagt Verena Gantner, selber Ärztin in Muri, Verwaltungsratsmitglied und eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt. «Dass diese Suche schwierig werden würde, war uns von Anfang an klar», sagt sie. Gespräche hätten geholfen, die verschiedenen Netzwerke. Fündig wurde die Hausarztpraxis Muri Freiamt AGin Deutschland. «Viele dortige Ärztinnen und Ärzte sind des deutschen Systems überdrüssig. Das ist unser Glück.» Die 44-jährige Judith Melchers-Equit sei die ideale Frau, ist Daniel Räber überzeugt. «Nur schon dass sie bereit ist, mit ihrer vierköpfigen Familie in die Schweiz zu ziehen und ein neues Leben anzufangen, zeugt von ihrer Motivation.» Zudem sei die Stelle als Leiterin der Hausarztpraxis Muri Freiamt AG äusserst attraktiv, findet Verena Gantner. «Diese Arbeit ist ausserhalb der Norm. Hier kann die Ärztin mitgestalten, etwas aufbauen, etwas bewegen.» Denn die Gruppenpraxis, die im Januar offiziell und ab Februar mit Judith Melchers-Equit eröffnet wird, ist erst der Anfang.

Glücklicher Hans-Jörg Longatti
Ein Anfang, der auch für die Patientinnen und Patienten von Hans-JörgLongatti Perspektiven bietet. Longatti betreibt die Praxis an der Singisenstrasse40 seit über 20 Jahren, zuerst mit Urs und Heidi Pilgrim, später mit Christa Bauer und mittlerweile als einziger Allgemein- und Sportmediziner. Die Arztsuche gestalte sich äusserst schwierig, sagt Longatti. Auch ist er in einem Alter, um mögliche Nachfolgelösungen zu evaluieren.«Die Übergabe von Einzel- oder Doppelpraxen ist fast unmöglich geworden.» Über Verena Gantner erfuhr er vom Projekt, das die Gemeinde Murilancierte. «Die Idee hat mich sofort angesprochen. Zudem kann das Projekt auf den Rückhalt der Bevölkerung und der öffentlichen Hand zurückgreifen», sagt er. Und es bietet ihm neue Persepktiven. «Für mich eröffnen sich Möglichkeiten, die Verantwortung für die Betriebsführung und Administration abzugeben und mich auf die Arbeit mit meinen Patienten zu konzentrieren.» Er sei glücklich, dass seine bisherigen und künftigen Patienten weiterhin eine kontinuierliche hausärztliche Betreuung haben. Etwas, das gerade im Bezirk Muri nicht selbstverständlich ist. Longatti wird weiterhin als Hausarzt praktizieren. Sein Team bleibt ebenso bestehen wie der Standort ander Singisenstrasse 40. Für die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG sei dies eine ideale Übergangslösung. «In ein bis maximal eineinhalb Jahren wollen wir aber einen grösseren, moderneren Standort, der zentraler liegt», sagt Daniel Räber. Mindestens 300 Quadratmeter soll dieser umfassen.«Wir haben Ideen, spruch reif ist aber noch nichts.»

Hier ausbilden, um möglichst hier zu halten
Klar ist damit aber, dass die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG wachsen will. «Total 120 Stellenprozente mehr im Hausarztbereich lösen das Problem nicht», sagt Verena Gantner. Zumal mit der Stärkung der medizinischen Grundversorgung nur eine der anfänglich fünf formulierten Zielsetzungen erreicht ist. «Wir sind weiter hinauf der Suche nach Ärztinnen und Ärzten», sagt Gantner. Parallel laufe der Aufbau für ein Hausarztcurriculum, das jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit bieten soll, mittels Rotationsstellen in ganz unterschiedliche Fachrichtungen Einblick zu erhalten. «Das braucht viel Organisation und viele Gespräche im Voraus», weiss Gantner. Sie betont, wie attraktiv solche Rotationen seien. «Wer Einblick hatte in die Arbeit beispielsweise eines Dermatologen, kann nachher kleine dermatologische Herausforderungen auch auf Stufe Hausarzt lösen.» Solche Rotationen bieten aktuell nur grosse Spitäler an. Und Gantner hofft: «Wenn wir junge Leute hier in der Region ausbilden, dann bleiben sie vielleicht nachher auch hier.» Zudem soll das Berufsbild der Pflegeexpert in APN gefördert werden –ein neues Berufsbild. «Eine Pflegefachperson mit Masterstudium als Bindeglied zwischen Pflegefachleuten und Hausärzten, die verschiedene Arbeiten von Hausärzten ausführen kann.»

Im regen Austausch mit ganz vielen Parteien
Gespräche mit jungen Ärztinnen und Ärzten, die sich potenziell im Curriculum weiterbilden. Gespräche mit Pflegefachleuten, die eine Weiterbildung als Pflegeexpertin APN in Betracht ziehen. Gespräche mit Institutionen, die solche APNs bereits im Betrieb integriert haben. Gespräche mit Ärzten in der Region. Austausch mit der kantonalen Sektion des Hausärzteverbandes.«Wir sind ein Pilotprojekt. Ohne Vernetzung, ohne ganz viele Gespräche wird es schwierig», sagt Daniel Räber. «Wir lernen an jedem einzelnen Tag dazu.» Dabei, dass das Projekt von Erfolg gekrönt ist, helfen in der Region ganz viele Leute mit. «Es ist ein grosses Miteinander. Der Goodwill ist gross und motivierend.» Oder wie es Verena Gantner sagt: «Das ist erst der Anfang.»

Erste grosse Schritte sind getan

Die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG startet im neuen Jahr an der Singisenstrasse 40

Aus dem Pilotprojekt «Interprofessionelle Hausarztpraxis Muri Plus» ist die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG geworden. «Es ist der Anfang», sagt VR-Mitglied Verena Gantner.

Annemarie Keusch

Es ist erst eines von fünf konkreten Zielen, das umgesetzt wird. 120 zusätzliche Hausarzt-Stellenprozente stehen ab Februar in Muri zur Verfügung. Die medizinische Grundversorgung in Muri und Umgebung stärken, das wird damit gemacht. Und das schon gut ein Jahr nachdem an der «Gmeind» in Muri der Antrag des Gemeinderates zur Beteiligung am Pilotprojekt«Interprofessionelle Hausarztpraxis Muri Plus» genehmigt wurde.«Wichtige Schritte sind seither erfolgt», sagt Muris Gemeinderat Daniel Räber. Die Hausarztpraxis Muri Freiamt AG wurde gegründet – Räber ist einer der fünf Verwaltungsräte. Zwei Hausärztinnen wurden angestellt, Gowsalya Somaskantharajah anfangs in einem 20-Prozent-Pensum,Judith Melchers in einem100-Prozent-Pensum. Und ein Standort wurde festgelegt: die Singisenstrasse 40. Die Praxis also, die aktuell Hans-Jörg Longatti führt. «Weil für ihn die Suche nach einer geeigneten Nachfolgelösung sehr schwierig war, kamen wir zusammen», sagt Räber. Er betont aber, dass dies bloss eine Übergangslösung sei.«Um die weiteren vier formulierten Zielsetzungen zu erreichen, brauchen wir mehr.» Mehr Platz, mehr Ärzte. Verena Gantner, Hausärztin in Muri und ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates, sagt: «Das ist erst der Anfang.» Vom Gelingen des Projekts sind alle Beteiligten überzeugt. «Das Teamwork stimmt und wir dürfen in Muri und der gesamten Region auf viel Goodwill zählen», sagt Daniel Räber.

Tsunami möglichst ohne Schaden

Alterspolitik war das grosse Thema am 14. Altersforum der Repla Oberes Freiamt

Die einen haben eine Alterskommission, andere ein Altersleitbild. Das Thema Alter beschäftigt die Gemeinden, und das in ganz vielen Bereichen – vom öffentlichen Verkehr bis zum Beratungsangebot. Am Altersforum erläuterte Lis Lüthi von der Fachstelle Alter und Familie Aargau die neuen Leitsätze des Kantons.

Annemarie Keusch
«Das ist schön, aber es gibt noch einiges zu tun.» So kommentiert Lis Lüthi, Fachstelle Alter und Familie Aargau, eine Umfrage zur Alterspolitik.65 Prozent der Gemeinden gaben an, etwas in diesem Bereich zu machen. Möglichkeiten gibt es viele, Beispiele ebenso. Jenes etwa aus Niederwil, das der langjährige Gemeindeammann und langjährige Direktor des Reussparks, Thomas Peterhans, präsentierte.
«Ned elei i eusem Dorf»heisst die Broschüre, die der Seniorenrat verfasste. «Wir haben einfach damit angefangen», erzählt er. Über zehn Jahre sind vergangen, seit auf Antrag der Parteien eine Arbeitsgruppe zum Thema Alter gegründet wurde. Was mit einem Workshop startete, ist mittlerweile ein funktionierender Seniorenrat geworden.«Wir sind das Bindeglied zwischen dem Gemeinderat und der älteren Bevölkerung und partizipieren bei Themen, die die Alterspolitik betreffen», erklärt Peterhans. Beispielsweise beim Bauprojekt, das aktuell im Herzen Niederwils entsteht. «Rund60 Wohnungen. Wir setzten uns dafür ein, dass zumindest ein Teil davon hindernisfrei gebaut wird.» Vieles wurde in den letzten Jahren auf die Beine gestellt. Ein Mahlzeitendienst beispielsweise. Ein Fahrdienst ebenso. Dass kleinere Arbeiten im Haus oder Garten erledigt werden, ist ein weiteres der Angebote, ebenfallsdie IT-Unterstützung, die Begleitung für Spaziergänge, Senioren im Klassenzimmer oder Feriendienste.«Was ich als sehr wichtig erachte, sind die persönlichen Hausbesuche», sagt Peterhans. Im Gespräch mit den Leuten spüre man, wenn jemand droht zu vereinsamen.

Auch ohne Altersleitbild

Ganz vieles basiere dabei auf Freiwilligenarbeit, einige der Angebote kosten.«Zehn Franken pro Stunde zahlt, wer diese in Anspruch nimmt. Wer die Aufträge erfüllt, bekommt die zehn Franken», erklärt Peterhans. Eine Koordinationsperson organisiert die Dienstleistungen und die Mahlzeiten. Das alles wurde in Niederwil ganz ohne Altersleitbild aufgegleist.«Mit gesundem Menschenverstand ging es auch so», sagt Thomas Peterhans. Trotzdem, mittlerweile hat auch Niederwil ein solches.«Dabei muss keine Gemeinde das Rad neu erfinden. Die Pro Senectute leistet Unterstützung», betont er. Obwohl in Niederwil ganz vieles ganz gut läuft, gibt es Herausforderungen.«Freiwillige zu rekrutieren, ist eine», sagt Peterhans. Primär frage der Seniorenrat direkt Leute an.«Denn nicht alle Freiwilligen eignen sich.» Rund 40 Personen zählen sie in Niederwil aktuell, 35 davon sind im Seniorenalter. Eine weitere Herausforderung macht er im Überbringen der Informationen an die Zielgruppe aus. «Wir drucken Broschüren, Flyer, aber viele Leute lesen sie nicht. Den Informationsfluss zu verbessern, ist eines unserer grossen Ziele, ebenfalls eine altersgerechte Homepage.» Ob mit oder ohne Altersleitbild. Dass es wichtig ist, sich dieses Themas anzunehmen, das betonte Thomas Peterhans immer wieder. Auch für Hans-Peter Budmiger, Vorsitzender der organisierenden Fachgruppe Alter und Gesundheit der Repla Oberes Freiamt, ist das die Quintessenz.«Dieser Abend sollte Gedankenanstösse geben.» Die Voraussetzungen dafür seien gut in der Region. Viele Gemeinden seien bereits unterwegs.«Und vor allem reden wir miteinander, arbeiten auch regional zusammen.»

Ältere Bevölkerung nimmt zu
Sich austauschen, im Dialog sein, das ist auch laut Fachstelle Alter und Familie Aargau wichtig. Denn das Thema verändert sich laufend, wie Lis Lüthi sagt. Sie spricht vom «grauen Tsunami». Während 2019 noch18 Prozent der Aargauer Bevölkerung über 65-jährig waren, werden es 2050 wohl 27 Prozent sein. «Dass wir länger gesund bleiben, älter werden,ist dabei eine Errungenschaft, etwas Schönes», findet sie. Faktoren, die dazu führten, gebe es viele. Von den gestiegenen Hygienestandards über Sicherheitsmassnahmen, wie die Einführung der Gurtpflicht im Auto, bis hin zum saubereren Trinkwasser.

14 Prozent sind unter der Armutsgrenze
Dass die Leute immer älter werden, sei schön, bringe aber auch Herausforderungen mit sich. 2021 lebten im Aargau 130 000 über 65-jährige Menschen.«Alle mit anderen Bedürfnissen, anderen Voraussetzungen, anderen Geschichten», sagt Lüthi. Solche, die sterben wollen. Solche, die sich als frisch Pensionierte ein neues Tätigkeitsfeldsuchen. Solche, die drohen zu vereinsamen. «Hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen, wie etwa die Finanzierung der Altersvorsorge», weiss Lüthi. Und sie spricht auch das Thema Altersarmut an. «18 000 Menschen, fast 14 Prozent, leben unter der absoluten Armutsgrenze von 2279 Franken pro Monat. Das sind dreimal so viele Menschen, wie in Muri wohnen. Und das alleine im Kanton Aargau.» Handlungsbedarf, das gibts in allen Gemeinden. Entsprechend angeregt ist der Dialog unter Behördenvertretern und Vertretern aus Gesundheitsinstitutionen. Der öffentliche Verkehr, geeigneter Wohnraum, soziale Teilnahme, Zugang zu Beratung und Unterstützung, Gesundheitsversorgung– die Themen, dies ich rund um die Alterspolitik auftun, sind divers.

Fachstelle steht den Gemeinden zur Seite
Im Januar hat der Regierungsrat des Kantons Aargau neue Leitsätze veröffentlicht. Ein fünfzackiger Stern, jeder Zacken steht für ein Überthema. Vernetzen, kommunizieren, weiterentwickeln– diese drei Stichworte fliessen wie die drei Wellen im Aargauer Wappen in alle fünf Zacken ein. Soziale Teilhabe und Partizipation ist einer der Zacken. «36 Prozent der Menschen fühlen sich manchmal bis häufig einsam. Nicht nur, aber auch im Alter», weiss Lis Lüthi. Unter dem Titel Sicherheit und Prävention meint der Kanton Aargau beispielsweise das Aufklären zu möglichen Gefahren, etwa in Bezug auf Telefonbetrug. Die Erwerbs- und Freiwilligenarbeit soll zeigen, wie wichtig diese Generationen für die Gesellschaft sind. Lis Lüthi sagt: «Über 65-Jährige leisten im Aargau jährlich schätzungsweise zehn Millionen Stunden Freiwilligenarbeit.» Wohnen, Mobilität und öffentlicher Raum ist ein weiterer Themenbereich.«Geeignete Infrastruktur und Dienstleistungen machen das Leben der älteren Leute länger selbstbestimmt und eigenständig.» Beratung und Unterstützung ist der fünfte Zacken des Sterns. «Viele, gerade ältere Leute wünschen sich eine zentrale Anlaufstelle.» Ob diese regional oder kommunal realisiert werde, das sei sekundär. «Es geht einfach darum, dass Sie sich all dieser Punkte bewusstwerden», sagt Lüthi. Die Unterstützung gerade für Gemeinden sei da, seitens der Fachstelle Alter und Familie. «Wir haben Checklisten, Massnahmenpläne, Broschüren. Wir machen das für Sie.»

Stammbeiz

Ich schätze die vielen Restaurants hier in der Region. Praktisch in jedem Dorf gehört eine Beiz dazu und man kann mit Arbeitskollegen nach dem Feierabend no ‘eis go zieh’. Für viele Vereine oder Gruppen gibt es auch Stammtische. In vielen Gegenden werden Restaurants geschlossen. Ich bin dankbar, dass es im Freiamt noch so viele Beizen gibt.

Sie lebt ein Stück weit weiter

Die Fondation Emmy Ineichen schenkt der Pflegi einen neuen Brunnen
30 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit die Murianerin Emmy Ineichen verstorben ist. Ihre Liebe zur Kultur und zu ihrem Heimatort Muri lebt aber weiterhin, dank der Fondation. Dank ihr darf sich die Pflegi über einen neuen Brunnen freuen. Und die Fondation wird dadurch gegen aussen sichtbar.

«Weil es schön ist.» Franz Hold, Präsident des Vereins Pflegi Muri, antwortet direkt und pragmatisch. Darumstehe im Garten der Pflegi seit Dienstag ein neuer Brunnen. «Eine Attraktion mehr», fügt er an. Ein Argument mehr, um die Murianer Bevölkerung in den Pflegigarten zu holen.«Das wünschen wir uns, dass dieser Ort noch belebter ist», sagt Hold. «Umso mehr Leute hierherkommen, umso mehr verschwindet die Angst.» Immer noch sei die Pflegi in vielen Köpfen als Anstalt abgespeichert.«Aber wir sind ein moderner Betrieb. Davon lässt sich überzeugen, wer zu uns kommt, aber einige haben Hemmungen.» Diese Erfahrungen macht er immer wieder. Zudem glaubt Hold, dass viele Leute meinen, der Pflegigarten sei nicht öffentlich.«Aber er ist es. Kinder, die Fussballspielen, junge Leute, die plaudern, ältere,die spazieren. Alle sind hier willkommen und stören nicht, im Gegenteil. »Franz Hold nutzt die Gelegenheit, sagt, wie man sich in der Pflegi über Besuch freue, nur schon im Garten. Monika Käch erzählt, wie sie früher im Pflegigarten Kindergeburtstage feierte und mit ihren Kindern schlittelte. Martin Allemann berichtet, dass er den Weg zum Bahnhof immer durch den Pflegigarten wähle. Beide sind Mitglieder des Stiftungsrates der Fondation Emmy Ineichen und damit ein Grund, weshalb es für den so gewünschten Besuch eine neue Attraktion gibt – einen Brunnen, samt grosser Sitzbank.

«Des Bundes Hauptstädtchen»

30 Jahre ist es her, dass Emmy Ineichen verstorben ist. In Muri aufgewachsen, war sie vor allem in Bern eine schillernde Persönlichkeit. Die Stiftungsratsmitglieder um Präsident Roger Seiler erzählen von einem bewegten Leben in der Berner Politik und Diplomatenwelt. «Sie organisierte Feiern und lud viele Leute aus aller Welt zu sich ein», weiss Roger Seiler. Viel über das Leben der 1911 als Emma Ineichen geborenen Frau ist aber nicht bekannt, auch nicht, nachdem sich der Stiftungsrat dereinst auf Spurensuche machte. Ineichen warverheiratet, blieb kinderlos, die Ehe wurde geschieden. Ihre grosse Vorliebe galt der Musik und den Sprachen. Als Philanthropin, als Menschenfreundin, wird sie beschrieben und als Frau, die im fortgeschrittenen Alter die Liebe zu ihrer Heimat Muri wiederentdeckte. In Briefen an den damaligen Gemeindeammann Marco Hauser und späteren Gründungspräsidenten und langjährigen Präsidenten der Fondation schreibt sie: «Des Bundes Hauptstädtchen Bern bietet schon immer sehr viel, doch mein Geburtsort Muri zieht mich immer mehr an.» Sie kündigte zudem ihr grosses Engagement an: «So hoffe auch ich, dem heute so berühmten und schönen Muri dienlich sein zu können.» Und das tat Emmy Ineichen. Sie schenkte der heutigen Stiftung Murikultur ein Bild von Caspar Wolf, zahlte20 000 Franken an die Herstellung von zwei tragbaren Orgeln für die Klosterkirche. Es sind zwei Beispiele von vielen. Mehrere Mitglieder des Stiftungsrates kannten sie persönlich, wissen um ihre Grosszügigkeit und ihre Begeisterung dafür, was in Muri kulturell geboten wurde. «Ihr Erbe führen wir weiter», sagt Stiftungsratspräsident Roger Seiler.

15 Vergabungen pro Jahr

Die Fondation Emmy Ineichen setzt jährlich 50 000 bis 60 000 Franken für rund 15 Vergabungen ein. Und das seit 30 Jahren. Unterstützt werden Kirchenmusik, Kultur im Allgemeinen, aber auch politische Bildung. Das Geld kommt vor allem von zwei Mehrfamilienhäusern, die Emmy Ineichen der Stiftung vererbte. Seit vielen Jahren sind diese verkauft und die Stiftung hat das Geld in einer Bank angelegt. Roger Seiler erzählt: «Wir überlegten uns im Stiftungsrat, was wir im Zuge des Jubiläums machen wollen.» Caspar-Wolf-Bilder an Murikultur verschenken war eine Idee, ein grosses Fest organisieren eine andere. «Es sollte etwas für die Bevölkerung sein und etwas, das bleibt», sagt Roger Seiler. Die zündendeIdee kam von Paul Trost, der viele Jahre im Stiftungsrat mitwirkte. Die Idee mit dem Brunnen in der Pflegi. Franz Hold, Präsident des Vereins Pflegi Muri, erklärt, wie der Wunsch des Brunnes zustande kam, etwa über die kulturhistorische Verbindung von Klöstern und Brunnen – im Fürstabtgarten gab es frühe drei davon. Und er weiss, dass an diesem Ort dereinst gar eine Grotte mit Wasserfall vorgesehen war. Nur, den Blick aus dem Mittelrisalit – der Mitte der Klosterfassade – zu verbauen, das wäre nicht möglich gewesen. «Das hätte die Denkmalpflege wohl kaum bewilligt, auch wenn wir immer auf offene Ohren stossen und praktisch immer einen Weg finden», weiss Hold. Mit der Anlegung des neuen Demenzgartens und dem Rückbau des Roth-Haus-Provisoriums suchte die Pflegi den Austausch mit einem Landschaftsarchitekten. Und dabei kam die Idee des Brunnens zustande.

«Murianer, kommt!»
Seit Dienstag läuft das Wasser, die Messingtafel ist montiert, das Becken aus Muschelkalk ebenso. «Es passt einfach bestens hierher», schwärmt Franz Hold. Er spricht von einer grossenFreude, drückt diese auch aus und sagt: «Murianerinnen und Murianer, kommt!» Zudem erfülle der Brunnen auch seinen Zweck der Abkühlung.«Die Unterarme passen rein.» Vielleicht passten am Spielenachmittag der Ludothek auch ganze Kinder rein. Hold würde es sich wünschen. Dass dieser Ort belebt ist, das hofft auch der Stiftungsrat der Fondation Emmy Ineichen. «Wir wollen zeigen, dass es uns gibt, dass es Emmy Ineichen gab und dass sie eine Murianerin war und ist», sagt Roger Seiler.

Ein neues Bistro für Sins – Tamara’s Lounge

Sins Innerhalb weniger Wochen von der Festanstellung zum eigenen Bistro an der Reuss. Am 1. September öffnete «Tamara’s Lounge» ihre Tore für die Sinser Bevölkerung.

«Es ging alles sehr schnell», sagteTamaraRösler am Eröffnungsevent ihrerLounge. Nur wenige Wochen lagenzwischen ihrem letzten Arbeitstag imAngestelltenverhältnis und dem Willkommensanlassan der Reuss.Mit ihrem eigenen Lokal erfülltesich die gelernte Bankkauffrau einenlangjährigen Traum. Mit ihrer Gastro-Erfahrung aus über zehn Jahren Tätigkeitim Gastgewerbe hofft sie, mit ihremBistro ein Bedürfnis der Einwohnerzu decken. Bei der Eröffnung ist ihrdies schon einmal geglückt. Zahlreicherschienen Freunde und Verwandte,aber auch interessierte Nachbarnliessen sich einen ersten Blick in dievon der Wirtin selbst bezeichneten«Tschill out Oase» nicht entgehen.Obwohl der Um- und Ausbau desGebäudes neben der alten Holzbrückenoch nicht abgeschlossen ist, lädt«Tamara’s Lounge» mit einer geräumigenInnenfläche und einer die Reussüberblickenden Terrasse zum Verweilenein. Egal ob bei einem nachmittäglichenKaffee, einem Feierabendbieroder einem entspannten Apéro, für alleBedürfnisse ist gesorgt.Mit einer kleinen Auswahl an selbsthergestellten Produkten, beispielsweiseStricksocken oder gebrannten Mandeln,kann das Wohlfühlerlebnis auchmit nach Hause genommen werden.Tamara Rösler freut sich auf das,was kommt und ist gespannt, wie ihrselbst erfüllter Traum bei der Gemeindeankommt.

Dietwil lud zum geselligen Kennenlernen ein

Dietwil Am vergangenen Samstagmorgen begrüsste die Gemeinde ihre Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger mit einem gelungenen Anlass. In ungezwungener Atmosphäre erfuhren sie viel Wissenswertes über ihren neuen Wohnort.

«Willkommen in der südlichsten undschönsten Gemeinde des Aargaus.» Mitdiesen Worten begrüsste GemeindeammannPius Wiss die knapp vierzig neuen«Düeteler», die sich um kurz vorhalb zehn im Restaurant Traube eingefundenhaben. Sie alle sind in den letztenzwei Jahren nach Dietwil gezogenund der Einladung der Gemeinde gefolgt,um Dorf und Leute näher kennenzulernen.Zu Kaffee und Gipfelilauschten die Gäste den Ausführungendes Gemeindeammanns bevor sich alleRatsmitglieder und der Gemeindeschreibervorstellten. Im Anschlussfolgte ein kurzweiliger Spaziergang inzwei Gruppen mit Stopps an vier verschiedenenOrten.

Verkehrsverbindung

Die Lage und der Strassenausbau des Freiamts ist komfortabel. Mit dem Auto komme ich bestens von A nach B. Weil es zentral gelegen ist, liegt Aarau, Zürich, Zug, Luzern eigentlich nahe. Das ist schon ein schöner Pluspunkt in unserer Region.

Shopping im Dorf

Da ich oft und viel für meine Familie einkaufen muss, bin ich froh um Einkaufsgelegenheiten in der Nähe. Von Grossverteiler bis Bäckerei ist alles dabei – das ist nicht selbstverständlich und für mich darum auch eine Freiämter Perle.

Sechs Tage Berufsberatung im Messegewimmel

Die Aargauische Berufsschau bringt die Vielfalt der Berufswelt nach Wettingen:

70 Stände präsentieren mehr als 200Lehrberufe. Damit niemand die Übersicht verliert, ist auch ask!
mit einem Stand vor Ort.

Berufsberatung findet meistens im Schulhaus oder in den ask!-Büros in Aarau, Baden, Rheinfelden und Wohlen statt. Alle zwei Jahre allerdings herrscht Ausnahmezustand:
Die ask! –Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf – beraten Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen mitten im Tägi am grossen ask!-Stand der Aargauischen Berufsschau AB’23.

Viele Wege führen zum Ziel

Der Stand von ask! ist der ideale Start in die Berufsschau: Wer noch nicht genau weiss, was eine Grundbildung, also Lehre, ist, schaut sich den Erklärfilm an, der in zehn verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht. Ein interaktives Bildungssystem zeigt zudem auf, welche Wege von der Schule über die Lehre oder Mittelschule bis zu höheren Fachschulen und unterschiedlichen Hochschulen möglich sind. Jugendliche, die noch ganz am Anfang der Berufswahl stehen, profitieren vom interaktiven Interessencheck. Hier können sie herausfinden, welche Berufsfelder zu ihnen passen. Ein Kurzgespräch mit einer Berufsberatungsperson ordnet ein und verschafft die nötige Übersicht. Gut gerüstet mit diesem Wissen kann man eine gezielte Auswahl an Berufsständen besuchen. Als Zückerchen können Jugendliche beim Gewinnspiel von ask! mitmachen und mit etwas Glück Gutscheine für Online-Shops gewinnen.

Nicht nur Jugendliche denken über die Berufswelt nach

Eltern, die mit ihren Kindern die AB’23besuchen, erhalten am Wochenende Unterstützung, wenn sie sich mit ihrer eigenen beruflichen Situation auseinandersetzen möchten. Die Beratungspersonen informieren über das Angebot «viamia», eine kostenlose berufliche Standortbestimmung für Personen ab40. «viamia» hat zum Ziel, die Berufschancen von älteren Arbeitskräften zu erhöhen.

Ukraine-Corner

Am Wochenende ergänzt eine Ukrainisch sprechende Dolmetscherin das Personal am ask!-Stand. Sie gibt zusammen mit den Beratungspersonen Auskunft über das Schweizer Berufsbildungssystem und erklärt, wieso eine Lehre in der Schweiz ein sehr guter Start in die Arbeitswelt ist.

Gut eingespielte Zusammenarbeit

Neben dem eigenen Stand organisiert ask! den Stand der Kleinstberufe und engagiert sich im Organisationskomitee der AB’23. Roberto Morandi, Geschäftsleitungsmitglied von ask! und Berufs-, Studien- und Laufbahnberater, ist überzeugt vom Konzept der Berufsschau. Er empfiehlt den Besuch der ganzen Familie: «Die Berufswahl ist ein Familienprojekt und die Berufswelt ist in ständigem Wandel. Ein Update in Form eines Messebesuchs ist in jedem Fall auch für Erwachsene interessant.»

Ein gelungener Pancake

Die Bezirksschülerinnen und -schüler aus Muri feierten ihren Schulabschluss

Für sie ist die ordentliche Schulzeit nun offiziell vorbei: 73 junge Erwachsene nahmen an der Zensurfeier im Festsaal ihr Abschlusszeugnis entgegen. Und blickten gemeinsam auf vergangene und künftige Highlights.

Es ist der Moment, auf den alle so sehnlichst gewartet haben. Der Moment, auf den drei Jahre lang hingearbeitet wurde. Der Moment der Anerkennung, in dem die vielen Stunden vor den aufgeschlagenen Büchern, den aufgetragenen Projektarbeiten, den Hausaufgaben, den Prüfungsvorbereitungen gewürdigt werden. Der Tag, an dem all diese erbrachten Leistungen ihren glorreichen Abschluss finden. «Und der so definitiv ein Tag des Feiern ist», begrüsst Schulleiter Peter Hochuli die festlich gekleideten Absolventinnen und Absolventen. Kurz hält sich der Schulleiter in seiner Begrüssung und macht schliesslich den eigentlichen Hauptdarstellern des Abends auf der Bühne Platz, die zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern, der Familie und den Freunden auf die gemeinsamen drei Schuljahre zurückblicken. 

Gemeinsam den Weg gegangen
Besonderes haben sich die Abschlussklassen für den grossen Tag einfallen lassen. In Beiträgen gaben sie Einblick in das gemeinsam Erlebte und einen Ausblick auf das, wohin der Weg nach den Sommerferien gehen wird. So präsentierte beispielsweise die Klasse 3b Bilder aus der gemeinsamen Schulzeit und erzählte Anekdoten. «Einst ein zusammengewürfelter Haufen, sind wir heute 18 Freunde», erzählen die Absolventinnen Flora Krummenacher und Carla Käppeli. Vieles habe sich verändert, man selbst habe sich weiterentwickelt. «Hatte man am ersten Schultag noch Angst, seinen Platz nicht zu finden, ist diese Lappalie anderem gewichen.» Beispielsweise dem Respekt vor dem Unbekannten, das alle nun erwartet. Mit Quizfragen und Umfragen wagten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a, 3c und 3d vor allem den Blick in die Zukunft. Wie aus den einst potenziellen Geheimagenten und Fussballstars von damals angehende Gymnasiasten und Lernende eines Berufes werden. Bei vielen wich der Traumberuf einem anderen Werdegang. «Dass alle aber eine Anschlusslösung haben, freut mich und die Lehrerschaft ungemein», so Peter Hochuli. Von 73 Schülerinnen und Schülern schlagen 33 eine weiterführende schulische Laufbahn ein, während 38 eine Lehre absolvieren werden. Zwei haben sich für ein Zwischenjahr entschieden.

Gekocht mit neuem Rezept
Für ihre ausserordentlichen Leistungen wurden sieben Schülerinnen und Schüler besonders erwähnt. Auf der Bühne geehrt wurden Lara Soares, Sarah Stalder, Lea Keller und Adrian Amstutz für einen erreichten Schnitt von 5,3. Noch besser schnitten Fiona Käppeli (5,4), Selina Dioguardi (5,5) und Ramona Monteleone (5,6) ab.   Und so ging mit dem Abend eine aufregende Schulzeit vorbei. Eine Zeit geprägt von Unsicherheiten und «Social Distancing». Corona hat seine Spuren hinterlassen. Viele Schulanlässe, die eigentlich hätten stattfinden sollen, konnten nicht durchgeführt werden. «Dennoch glaube ich fest, dass dafür jene Anlässe, die möglich waren, umso mehr genossen wurden», blickt Klassenlehrerin Isabelle Bütler zurück. Damals, vor drei Jahren, hatte sie mit der 3a ihre erste Klasse übernommen. «Rückblickend war es wie mein erster Pancake», erzählt sie. Gekocht wurde mit einem Rezept, das man bis dahin noch nicht kannte. «Mit dem Lehrplan 21 wurde gekocht, mit der neuen Schulleitung als neue Küche. Und die Schülerinnen und Schüler als einmalige Zutaten. Als dann Corona kam, wurde uns das Licht gelöscht.» Dennoch habe man im Klassenverband das Beste aus allem gemacht. Stolz auf die Leistung ihrer Klasse meint sie: «Der Pancake ist damit sehr gut gelungen.»

Mut für die Zukunft
Mit Musik und einstudierten Liedern, mit strahlenden Gesichtern, Freundschaftsbekundungen und Tränen der Sentimentalität nahmen die Schulabgängerinnen und -abgänger zum Schluss ihr Zeugnis entgegen, das nicht auf der Bühne, sondern im kleinen Klassenverband ausgehändigt wurde. Ausgetauscht wurden zudem Andenken ud Geschenke. Nun steht sie an, die grosse Zukunft, in der die Welt allen offensteht, so Hochuli zum Schluss. «Habt in Zukunft Mut, auf eurem Weg etwas Neues auszuprobieren. Und macht Fehler, wo ihr könnt – immer in der Hoffnung, dass ihr daraus auch etwas lernt.»

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