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Bereich: Freizeit

Gelungene Premiere des Freilichttheaters

Beinwil Am 7. August fand die Erstaufführung des Stückes «Keis Wunder – es Wunder» bei schönstem Sommerwetter in Beinwil statt. Eine Produktion des Vereins St. Burkard.

Vor der Premiere lud der Verein St. Burkard Partner, Sponsoren, Gönner, Gemeindevertreter und Gäste aus Kir­che, Politik und Wirtschaft zu einem Apero ein. Darunter auch die ehema­lige Bundesrätin und Bundespräsi­dentin Doris Leuthard. OK-Präsidentin lrene Hofstetter begrüsste die Anwe­senden und bedankte sich auch gleich­zeitig von Herzen für die vielseitige und geschätzte Unterstützung für die­ses Projekt. Die acht Vereinsmitglieder, das sechsköpfige OK-Team, der Autor und Regisseur sowie die Schau­spielenden zusammen mit den zahlrei­chen freiwilligen Helfern investierten viel Herzblut und Zeit in dieses einzig­artige Theaterstück.

Hofstetter führte aus, dass rund um die Aufführung viele Aufgaben entstanden und verteilt werden mussten. Beginnend mit der Suche nach Schauspielenden, Chor und freiwilligen Helfern sowie Abspra­chen mit Grundstückbesitzern, Päch­tern und Anwohnern. Idee und Um­setzung der Kulissen, Kostüme, Deko, Licht und Ton, Gastronomiekonzept und Verkehrsregelung. Einhaltung und Durchsetzung von Sicherheit und Ord­nung sowie die Führung der Finanzen, Administration und Ticketing. Alle Beteiligten agierten als grossartiges Team, und dafür ist Hofstetter sehr dankbar.

Man darf selber denken
Walter Küng, Autor und Regisseur, wurde vor rund zwei Jahren von Vreny Barmettler, eine Beinwilerin und gute Bekannte von ihm, angefragt, ob er ein Stück über den Heiligen Burkard schreiben könnte. Nach intensiver Re­cherche zum Heiligen Burkard und zu seinen Wundertaten drang Küng im­mer tiefer in dieses Thema ein und liess sich darauf ein, Wundern auf die Spur zu gehen. Was daraus entstand, erlebt man im Stück «Keis Wunder – es Wunder». Es geht den Fragen nach, was Wunder sind; ob Glaube und Wun­der nur zusammen erfahren werden können; ob es für alles immer eine Er­klärung braucht, und warum unsere heutige Gesellschaft Sehnsucht nach Wundern verspürt. Eine eindeutige Antwort auf diese Fragestellungen wird den Besuchenden am Ende des Theaters nicht geliefert. Vielmehr lädt das Theaterstück die Anwesenden dazu ein, neugierig aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtend, ihre eigene Wahrheit zu finden.

Die etwas andere Bühne
Die Aufführungen finden nicht auf ei­ner klassischen Bühne statt, denn das Freilichttheater Beinwil verwandelt verschiedene Plätze im Dorf und sogar die Wege dorthin in kleine bis grosse Handlungsorte. Auf einem rollstuhl­gängigen Rundgang von einem Kilo­meter begibt man sich auf die Spuren der Wunder von früher und heute. Die Kulisse dieses Theaters im Freien wird geprägt durch den Blick in die Natur, in die Ferne und auf das Dorf Beinwil. Alle Beteiligten hoffen sehr, dass sich das Wetter für alle Vorstellungen von der besten Seite zeigen wird.

Über 50 Theaterleute und über 100 Helfende
Die meisten Schauspielenden sind Lai­en und kommen aus Beinwil selbst oder aus der näheren Umgebung. Eini­ge haben schon einmal in einem Thea­ter mitgespielt, für andere war die Premiere der erste Theaterauftritt überhaupt. Zusammen mit dem Chor zählt die Gruppe 50 Personen. Vom Schul- bis zum Pensionsalter sind alle Altersgruppen vertreten. Die Schau­spieler Andreas Bürgisser, alias Dorf­historiker Bissig, und Stephan Wottreng, alias «Schagg», führen die Zuschauenden zu den Schauplätzen und lassen sie teilhaben an ihren Fra­gen, Bedenken und Überlegungen. Küng erklärt am Apero, dass die Spielenden, Singenden und über hun­dert Helfenden dieses Ereignis zu ei­nem Erfolg machen würden. Er sei überwältigt, wie diese beachtliche Zahl an Mitwirkenden aus dem kleinen Dorf Beinwil eine so grosse Begeisterung für dieses Projekt zeige. Weiter führt er aus, dass er vor der Premiere die Schauspielenden besuche und den dy­onischen Brauch ausübe. Er wünsche der Gruppe dabei «toi toi toi», und als Ausdruck des Dankes würde über die eigene Schulter gespuckt. Küng: «Ich darf dann die Verantwortung an die Schauspieler abgeben. Es ist wie eine Art Geburt.» Wie es Brauch ist, bleibe er der Premiere als Zuschauer fern und sehe sein Team erst danach wieder.

Ein voller Erfolg, und zwei Zusatzvorstellungen komplett ausverkauft
Hofstetter ist hoch erfreut über die er­folgreiche Premiere und die positiven Rückmeldungen der Zuschauenden. Aufgrund der grossen Nachfrage und weil bereits alle 15 Vorstellungen vor der Premiere restlos ausverkauft wa­ren, entschied das OK nach der Erstauf­führung, zwei Zusatzvorstellungen an­zubieten. Auch diese Karten waren innert Kürze bereits wieder ausver­kauft. Falls kurzfristig Tickets freigege­ben würden, könne man diese direkt an der Theaterkasse beim Einlass erwer­ben, so Hofstetter. Das Theaterzelt öff­net an den Spieltagen jeweils um 16.30 Uhr und ist für alle offen. Auch wer kein Ticket kaufen konnte, ist zu Speis und Trank herzlich willkommen. Infos unter www.freilichttheater-beinwil.ch

Musikalische Odyssee

Mit «Odyssee» lädt das Jugend-Sinfonieorchester Aargau (JSAG) unter der Leitung von Hugo Bollschweiler zu einer faszinierenden Klangreise zwischen Nacht, Meer und persönlichem Aufbruch ein. Drei Werke, drei Formen des Unterwegsseins und ein Konzertprogramm voller Atmosphäre, Kontraste und musikalischer Entdeckungen.

Den Auftakt bildet Luigi Dallapiccolas «Piccola musica notturna» – ein schwebendes Klangbild von geheimnisvoller Ruhe, inspiriert von einem nächtlichen Wanderer. Mit Felix Mendelssohns «Meeresstille und glückliche Fahrt» nimmt die Reise Fahrt auf: Nach einer beklemmenden Windstille auf dem Meer mündet die Musik in einen kraftvollen Aufbruch. Den Abschluss bildet Amy Beachs «Gaelic Symphony», die erste Sinfonie einer amerikanischen Komponistin. Inspiriert von irischen Volksmelodien verbindet Beach spätromantische Klangfülle mit eigenständiger Tonsprache. Kraftvoll, lyrisch und farbenreich entfaltet sich eine Musik voller Sehnsucht und Energie und zeugt zugleich vom mutigen Anspruch ihrer Schöpferin, sich in einer männlich dominierten Musikwelt Gehör zu verschaffen. So entfaltet sich eine musikalische Odyssee, die das Publikum von der Stille der Nacht über die Weite des Meeres bis zu einem selbstbewussten künstlerischen Aufbruch führt.

Konzert in Boswil am Sonntag, 9. August

Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau gilt als eines der aufregendsten Orchester seiner Art in der Schweiz. In diesem Vermittlungs- und Bildungsprojekt des Künstlerhauses kommen zweimal jährlich 50 bis 70 begabte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren in einer Probewoche im Künstlerhaus zusammen und gehen anschliessend auf Konzerttournee. Die Mitwirkenden aus dem Aargau und den angrenzenden Regionen widmen sich dem klassisch-romantischen Konzertrepertoire ebenso wie neuerer und aargauischer Musik.

Das JSAG konzertiert regelmässig mit einigen der spannendsten jungen Solistinnen und Solisten der Gegenwart: Iiro Rantala, Edicson Ruiz, Sebastian Manz, Ning Kam, Christina Daletska, Oliver Schnyder, Radovan Vlatkovic und Rafael Rosenfeld haben das Renommée des Orchesters weit über die Kantonsgrenzen hinausgetragen.

Hugo Bollschweiler leitet das Projekt. Er studierte an den Hochschulen von Basel, Baltimore und Zürich bei Johannes Schlaefli und Christof Brunner (Dirigieren) und Michel Rouilly, Victoria Chiang und Roberto Diaz (Viola). Er ist künstlerischer Leiter und Dirigent des Jugend-Sinfonieorchesters Aargau, des Sinfonischen Orchester Wil, des Stadtorchesters Schlieren, der SinfonieON und des Orchesters Chur.

Am 9. August, 11 Uhr, ist das Jugend-Sinfonieorchester Aargau in der Alten Kirche Boswil zu Gast. Am 14. August, 19.30 Uhr, folgt ein Konzert in Zürich, St. Jakob, am 16. August, 17 Uhr, im KuK in Aarau und am 21. August, 19.30 Uhr, im grossen Rittersaal von Schloss Lenzburg.

Festival-Stimmung auf dem Murianer Klosterhof: Muri Live begeistert

Live zum Sechsten: Tolle Stimmung, tolle Bands, tolle Atmosphäre. Und die Geschichte geht 2027 weiter.

Mit zwei völlig unterschiedlichen, aber gleichermassen begeisternden Konzerten bewies Muri Live einmal mehr seine grosse musikalische Vielfalt.

Während «Moira X Otrava» mit Charme, Lebensfreude und französischem Flair überzeugte, brachte «Klischée» den historischen Klosterhof mit einer energiegeladenen Electro-Swing-Show zum Kochen – und zu einer ausgelassenen Polonaise.

Entsprechend positiv fiel das Fazit der Organisatorin Paula Loher-Staubli aus: «Es war wieder ein Mega-Anlass.» Zusammen mit Markus Bohren stellte sie Muri Live zum sechsten Mal auf die Beine. Mit viel Engagement sorgte das Organisationskomitee dafür, dass sich die Besucherinnen und Besucher auf einen reibungslos organisierten Konzertabend mit hochkarätigen Livebands, einem vielseitigen Verpflegungsangebot und einer besonderen Atmosphäre freuen konnten.

Gleichzeitig wagte Paula Loher-Staubli bereits einen Blick nach vorn. «2027 wird das 1000-jährige Bestehen des Klosters gefeiert. Mitte August findet ein Sommerfest statt, bei dem Muri Live Teil des Programms sein wird.» Die Vorfreude ist bereits geweckt.

Open Air im Klosterhof – Muri Live begeisterte mit Balkan-Power und Electro Swing

Der historische Klosterhof in Muri verwandelte sich in eine stimmungsvolle Open-Air-Konzertarena. Bei angenehmen Sommertemperaturen strömten zahlreiche Musikbegeisterte zum Muri Live und genossen einen abwechslungsreichen Konzertabend mit «Moira X Otrava» und «Klischée».

Stefan Hotz

Den musikalischen Auftakt machte «Moira X Otrava» – und das mit voller Wucht. Die Formation versprühte vom ersten Ton an pure Lebensfreude und riss das Publikum mit ihrer mitreissenden Mischung aus französischen Chansons, Balkan-Rhythmen und Folk-Pop in ihren Bann. Ein Grossteil der Lieder wurde auf Französisch gesungen, was der Musik einen besonderen Charme verlieh. Die Besucher klatschten begeistert mit, tanzten vor der Bühne und liessen sich von der Energie der Band anstecken. Nach rund 45 Minuten verabschiedeten sich die Musiker zunächst von der Bühne. Doch damit wollten sich die Konzertbesucher nicht zufriedengeben. Lautstarke «Zugabe»-Rufe hallten durch den Klosterhof, bis die Band schliesslich nochmals zurückkehrte und das Publikum mit gleich zwei zusätzlichen Liedern belohnte.

Für Paula Loher-Staubli, die den Anlass zusammen mit Markus Bohren organisiert, bilden genau diese Momente den Kern des Festivals: «Mein Highlight sind die Bands, die jeweils das Herzstück bilden.»

Spürbare Nähe zum Publikum

Nach einer kurzen Umbaupause folgte der zweite Höhepunkt des Abends. Die Electro-Swing-Band «Klischée» betrat die Bühne und sorgte vom ersten Song an für Festivalstimmung. Mit treibenden Beats, einer fulminanten Lichtshow und einer energiegeladenen Performance verwandelte die Band den Klosterhof endgültig in eine grosse Tanzfläche. Frontmann William Bejedi begeisterte mit seiner charismatischen Art und suchte immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Zwischendurch zeigte er auf der Bühne sogar eine einfache Choreografie vor, welche die Konzertbesucher mit grossem Spass nachmachten, um so Teil der Show zu werden. Als die Band den bekannten Coversong «Bella Ciao» anstimmte, verliess Bejedi kurzerhand die Bühne und führte singend, mitten durch die Zuschauer, eine ausgelassene Polonaise an. Das Publikum machte begeistert mit und feierte lautstark jeden Moment.

Immer wieder heizte der Sänger die Stimmung zusätzlich an. Mit der Frage «Muri, möged er no …?» brachte er die Menge zum Toben. Aus Hunderten Kehlen ertönte ein lautstarkes «Ja», bevor die Band nahtlos den nächsten Song startete. Kaum jemand blieb dabei ruhig stehen – vor der Bühne wurde getanzt, gesungen und ausgelassen gefeiert. Die Kombination aus mitreissender Musik, spektakulären Lichteffekten und der spürbaren Nähe zur Band machte den Auftritt zu einem der Höhepunkte des Abends.

Anstossen, lachen, diskutieren

Nach rund einer Stunde endete die energiegeladene Performance von «Klischée». Doch auch diesmal wollte das Publikum die Musiker noch nicht ziehen lassen. Tosender Applaus und lautstarke Zugaberufe erfüllten den Klosterhof, bis die Band schliesslich nochmals auf die Bühne zurückkehrte. Mit einer weiteren mitreissenden Zugabe bedankten sich die Musiker für den begeisterten Empfang und setzten den Schlusspunkt unter einen unvergesslichen Konzertabend. Das Publikum feierte die Band ein letztes Mal frenetisch und verabschiedete sie mit lang anhaltendem Applaus.

Neben den beiden Konzerten trugen auch das vielfältige Gastronomieangebot und die gemütliche Atmosphäre wesentlich zum Gelingen des Abends bei. An den Essens- und Getränkeständen wurde angestossen, gelacht und über die Musik diskutiert. Menschen unterschiedlichsten Alters genossen gemeinsam einen unbeschwerten Sommerabend in der eindrucksvollen Kulisse des Klosterhofs. Dankbar zeigte sich Loher-Staubli auch gegenüber allen Beteiligten: «Ohne die vielen Helfer, Sponsoren und Besucher wäre solch ein Anlass unmöglich.»

Nach den Live-Auftritten liessen zahlreiche Besucher den Abend an der Afterparty mit DJ Hitz ausklingen. Bis weit nach Mitternacht wurde weitergefeiert, getanzt und gelacht.

Ausgelassene Stimmung am Dorffest in Auw

Am vergangenen Samstag, Sonntag und Dienstag fand in Auw das bekannte, dreitägige Dorffest statt. Es gab alles, was zu einen Sommerfest gehört, und für jeden war etwas Passendes mit dabei.

Das grosse, traditionelle Oberfreiämter Sommerfest ist aus der Agenda vieler nicht mehr wegzudenken. Hier sieht und trifft man mal wieder altbekannte Gesichter, lacht, erzählt und geniesst unbeschwerte gesellige Stunden zusammen.

Am Samstag um 18 Uhr herrschte auf dem Festgelände noch die Ruhe vor dem Sturm. Es waren erst wenige Besucher eingetroffen. Wenige Minuten danach strömten immer mehr bestgelaunte Besucher auf den Festplatz, bis schliesslich jeder Platz besetzt war. Auch auf der Partymeile und zwischen den Beizlis wurde gelacht, angestossen und das Leben gefeiert.

In Auw gab es alles, was es für ein gelungenes Sommerfest braucht. Und dazu am Samstag noch ab und zu eine kurze Abkühlung mit kräftigem Regen. Die zahlreichen Besucher liessen sich die Laune dadurch aber nicht verderben. Sie stellten sich kurz unters Zelt und feierten nach den kleinen Gewittern fröhlich bis in die Morgenstunden weiter. In der «Fäschthütte» sorgte das DJ-Duo Nyron & Rapha Pareal für mitreissenden Partysound.

Von alt bis jung hatten alle Spass
Rund 5’000 Personen besuchten das Dorffest insgesamt. Nach dem «Beizlifest» am Samstag ging es am Sonntagnachmittag weiter mit dem Familienund Kindernachmittag mit «Beizlifest» und Barbetrieb.

Höhepunkte waren die diversen Konzerte der Brass-Band Auw, Heidegg Musikanten, Rüter Dorfspatzen, Pocket Rockets, aMix und der Ländlerfrönde Freiamt. Es waren viele strahlende Gesichter zu sehen. Nebst viel Musik hatte es für die kleinen Gäste Attraktionen wie eine Hüpfburg, Ponys, einen Schiessstand, ein riesiges Trampolin und auch ein Karussell.

Am Dienstagabend folgte der Abschluss mit dem «Fyrobebier» im Biergarten mit Grill und Unterhaltung von den «Die Jauks» und den «die rohrreichen sieben». Auch die weiteren Beizlis und Bars wurden etwas später geöffnet.

Kulinarische Höhenflüge
Festhütte, Lunapark, Biergarten, Grotto Ticinese, Grillstand, Mojito-Bar, Taverne, Kafi-Egge, Hirsche-Bar – die Auswahl war gross! Jedes Beizli wurde liebevoll und mottogerecht eingerichtet. Auch die Speisekarten waren passend zusammengestellt.
In den acht verschiedenen Beizlis wurden die Besucher kulinarisch vom Feinsten verwöhnt. Im Grotto Ticinese zum Beispiel gab es das bereits zur Tradition gewordene, Piccata mit Spaghetti oder Risotto, dazu das passende Boccalino Wein. Entsprechend gut besucht war dieses Festzelt. Auch ein Grillstand mit Pommes, Burger und Co. fehlte nicht. Für alle war etwas Passendes dabei.

Viele helfende Hände
Die Brass-Band Auw organisierte das Dorffest Auw bereits zum 57. Mal. Der Anlass konnte in den letzten Jahrzehnten die Grösse und Vielfalt festigen. Dank dekorativen und räumlichen Veränderungen der einzelnen Beizlis bleibt der Anlass attraktiv und reagiert auf neue Herausforderungen. So auch dieses Jahr mit der Neugestaltung der Mojito-Bar und dem Kafi-Egge. Nebst den 26 Mitgliedern der Brass-Band sind weitere rund 250 freiwillige Helfer im Einsatz. Die Helfer werden mit einem kleinen Stundenlohn entlöhnt. Ohne diese vielen Freiwilligen wäre ein solches Fest nicht realisierbar. Die Mitglieder der Brass-Band waren am Wochenende bis auf ein paar Stunden Schlaf im Dauereinsatz.

Die Sicherheit wird immer wichtiger und die Vorschriften aufwändiger. Gemäss Oliver Leu, OK-Präsident, ist das Sicherheitskonzept in den vergangenen Jahren von zehn auf zwanzig Seiten angestiegen. Dank professionellen Securitas kann dieses aber gut erfüllt werden.

Der Auf- und Abbau des Festgeländes beansprucht mehrere Tage und viele Helfer. Auch das Verständnis der Anwohner ist zwingend nötig. Leu ist der persönliche Kontakt zu ihnen wichtig, er beantwortet Reklamationen und Anfragen wenn immer möglich persönlich und ist für sie erreichbar.

Der Eintritt ist an allen Tagen kostenlos. Finanziert wird der Anlass durch die Konsumation der Besucher und durch Sponsorenbeiträge. Diese sollen tief bleiben, sind aber trotzdem nicht wegzudenken und bilden eine grosszügige Stütze. Vom Gewinn kann sich die Brass-Band ihr Vereinsleben mit den Instrumenten, Geselligkeiten und Wettbewerben leisten. Zusätzlich wird der Nachwuchs finanziell unterstützt wie Musikschüler und das Projekt «Gäch mit Bläch».

Das Auwer Dorffest ist aus dem Dorfleben längst nicht mehr wegzudenken. Viele freuen sich schon darauf, dass es nächstes Jahr wieder los geht!

Sommerpause im Probebetrieb

Am 7. August feiert das Freilufttheater Beinwil mit seinem Stück «Keis Wunder – es Wunder» Premiere. Nach den intensiven Proben und vor den 16 Vorstellungen erhalten die Mitwirkenden nun vier Wochen Pause.

«Ist es nicht ein Wunder, was in Beinwil alles passiert ist?» Für Dorfhistoriker Hans Bissig, verkörpert durch Andreas Bürgisser, ist das keine Frage. Auf einem geführten Dorfrundgang will er sein Wissen über den heiligen Burkard mit der Bevölkerung teilen, überzeugt, damit die Welt voranbringen zu können. Dabei hat er allerdings nicht mit Dorfnarr «Schagg», gespielt von Stephan Wottreng, gerechnet. Der Skeptiker tut alles, um den Dorfhistoriker aus dem Konzept zu bringen.

Streitlustiges Duo

Vor der ersten Durchlaufprobe sitzen sich die beiden schauspielerfahrenen Hauptdarsteller im Saal des Kirchgemeindehauses schräg gegenüber. Sie führen als roter Faden durchs Stück. «Wir brauchen einander», beschreibt Bürgisser in seiner Rolle als Dorfhistoriker die Beziehung zu «Schagg». «Unsere Geschichten ergeben in Kombination eine neue Dimension.» So reflektiert wie in diesem improvisierten Gespräch wird es allerdings nicht tönen, wenn sich die beiden nach Skript vor dem Theaterpublikum fetzen.

Zu gerne würde der selbsternannte Dorfhistoriker seine Führung wie geplant durchziehen. Da nervt es, wenn der Narr immer wieder mit hämischen Bemerkungen dazwischengrätscht. «Ja, ich fühle mich gestört», gibt «Bissig» unumwunden zu, «ich werde zu Unrecht komplett infrage gestellt.» Das wiederum macht «Schagg» Freude, wie aus dem Mund von Wottreng zu hören ist: «Meine kritischen Fragen machen die Geschichte überhaupt erst interessant», findet er – nicht ganz zu Unrecht.

Vernunft und ihre Grenzen

Bei aller Uneinigkeit; durch ihre unnachgiebige Art zeigen beide Figuren ganz klar auf, wie wichtig ihnen das Thema ist. Und das verbindet sie wiederum, schweisst sie zusammen. «Was ist ein Wunder?», lautet die zentrale Frage. Und was bedeuten Wunder überhaupt noch in der heutigen Zeit?

Oder was könnten sie wieder bedeuten, angesichts von Entwicklungen auf der Weltbühne, wie wir sie uns nie hätten vorstellen können?

«Ich wundere mich ja, dass Leute immer noch glauben», sagt «Schagg», «dabei gäbe es doch eigentlich genug Rationales, an dem man sich orientieren und erfreuen kann.» Sein Appell an die Menschen lautet denn auch, die Welt mit Vernunft und Verstand wahrzunehmen. «Was funkst du mir dazwischen, wenn ich die Leute verführen will?», verschafft sich nun Bissig wieder Gehör. «Schagg» schwadroniert von «Opium fürs Volk» und so geht es munter hin und her.

«Stört es dich nicht, als ‹Narr› bezeichnet zu werden?», die Frage lässt Wottreng erstmals aus der Rolle fallen. Walter Küng, Autor und Regisseur, springt ein: Es gehe nicht um den tumben Spassmacher, sondern um die shakespearesche Narrenfigur, die als einzige auch die unbequemen Tatsachen aussprechen darf.

Von einem Spielort zum nächsten

Mittlerweile trudeln die weiteren Darstellerinnen und Darsteller im Pfarrhaus ein. In den vergangenen Wochen haben sie intensiv an ihren Szenen geprobt. Wie in einem Puzzle werden die einzelnen Elemente nun erstmals zusammengesetzt. Gemeinsam macht man sich auf den Weg, den ab August bis Anfang September das Publikum abschreiten wird, von einem Spielort zum nächsten. Rund ein Kilometer ist es insgesamt.

In der Ouvertüre, einem Weg, der innerhalb eines Zeitfensters individuell beschritten wird, werden die Zuschauer bereits ganz subtil in die Handlung einbezogen. Hier gibt es zudem Wundervolles zu bestaunen, über Lernerfolg, Liebe und Heilung, bevor Hans Bissig beim Lindenbaum zu seiner Führung begrüsst.

«Hausaufgaben» für die Pause

«Es läuft gut», bilanziert Walter Küng nach dem intensiven Probewochenende. «Wir haben es auf ein Level gebracht, dass wir jetzt in die grosse Pause gehen können.» Über den Sommer ruht nämlich der gemeinsame Probebetrieb. Das habe sich so aufgedrängt, weil viele Mitwirkende weg sind. Küng kann dem mittlerweile sogar etwas abgewinnen: «In der Pause kann sich alles setzen. Vom Kopf geht es in den Bauch, kriegt eine Selbstverständlichkeit», ist er überzeugt.

Seit Januar laufen die Proben bereits, bis zu viermal die Woche. «Da hilft eine Pause, die Spannung zu halten.» Ganz ohne Hausaufgaben schickt der Regisseur und Autor seine Darstellerinnen und Darsteller dann allerdings doch nicht in den Sommer: Sie sollen ihren Text jede Woche zwei- bis dreimal durchsprechen und vor der Wiederaufnahme der Proben eine Woche lang jeden Tag.

Nach der Pause wird an zwei Tagen nochmals jede Szene genau angeschaut, gefolgt von drei Durchlaufproben: «Hauptprobe eins und zwei sowie die Generalprobe», so Küng. Die Premiere vom Freitag, 7. August, ist ausgebucht. Ebenso die acht folgenden Spieldaten. Freie Plätze gibt es derzeit erst ab Ende August. Dernière ist am 5. September.

Beinwil/Freiamt – ein Dorf spielt Theater

Vom 7. August bis 5. September findet das Freilichttheater «Keis Wunder – es Wunder» in Beinwil statt. Viele Einheimische wirken bei diesem einzigartigen Theater mit. Im Stück verarbeitet der Schweizer Autor und Regisseur Walter Küng die Biografie des Heiligen Burkard aus Beinwil. Tickets können direkt über die Website gebucht werden.

Die Proben sind in vollem Gange, und im Hintergrund wird fleissig alles für die Vorstellungen vorbereitet. Über die Wochen vom 7. August bis 5. September kann das Publikum sich auf ein einzigartiges Theatererlebnis freuen. Neben dem ehemaligen Beinwiler Gemeindeschreiber Erhard Huwyler spielen auch Gemeinderat Josef Villiger sowie der langjährige Schulhausabwart Godi Küng mit.

Alle Vorstellungszeiten sind auf der Website ersichtlich, wo auch Tickets bezogen werden können. Sollte die Vorstellung nicht ausverkauft sein, können Rest-Tickets an der Theaterkasse erworben werden.

Verpflegung vor Ort möglich
Besuchende haben die Möglichkeit, direkt über die Website die Verpflegung für den Abend dazuzubuchen. Nebst einer Auswahl von zwei Menues im Gasthaus Osteria Rössli in Beinwil können im Theaterzelt kalte und warme Köstlichkeiten genossen werden. Beide Möglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe des Einlasses.

Der ein Kilometer lange Theaterweg ist rollstuhlgängig sowie für Kinder gut machbar. Während 1,5 Stunden wird der Weg zur Bühne. Von den Parkplätzen bis zum Einlass sind es fünf bis maximal fünfzehn Minuten Fussweg.

Wetterabhängige Vorstellungen
Die Vorstellungen finden grundsätzlich bei gutem Wetter, aber auch bei leichtem Regen statt. Jeweils am Spieltag entscheidet das OK, ob die Theatervorstellung stattfindet oder nicht. Absagen werden über die Website bekannt gegeben, und Ticketinhaber werden direkt per Mail informiert. Die Ticketanzahl pro Vorstellung ist begrenzt. Besuchen Sie die Website freilichttheater-beinwil.ch und holen Sie sich Ihr Ticket für das einzigartige Freilichttheater in Beinwil.

Der Einhornplatz wird zur «Piazza Grande»

Sins Die zweite Ausgabe von «Seis uf de Bei» fand am letzten Samstag bei mediterranen Temperaturen statt. Die rund 2’200 Personen auf der Festmeile bestätigten den Organisatoren, dass dieses Fest nun zu Sins gehört und geschätzt wird.

Eine grosse Bühne beim Kreisel, Festbänke auf der Aarauerstrasse und hinab bis zum Spritzenhäuschen, Beizen, welche die unterschiedlichsten Genussmomente versprachen. Für die Kinder organisierte die Jungwacht ein Spielgelände auf dem Parkplatz des Mexicano Restaurant Einhorn. Die Z-Fighters zeigten den Kids, wie mit Schläger und Puck umzugehen ist, und bei den Seilziehern konnte die eigene Zugkraft gemessen werden. Ein kompaktes Festgelände, das alle Erwartungen erfüllte. Das war das Resultat monatelanger Planung durch ein gut funktionierendes Organisationskomitee. Gemeinderat und OK-Co-Präsident Pius Vogel ist begeistert von seinem OK und betont: «Wir bekamen die Bewilligung, bis um 3 Uhr morgens feiern zu dürfen. Darum haben wir auch das letzte Konzert auf 21 Uhr gelegt.» Für die Abendstimmung wurden 300 Meter Girlanden aufgehängt, die eine stimmungsvolle Atmosphäre schaen. Für den gesamten Auf- und Abbau zollte Vogel seinen OK-Kollegen einen grossen Dank. «Besonders den beiden Jungwächtlern Tim Sterba und Lukas Vogt muss ich ein grosses Kränzchen winden. Sie haben eine grossartige Koordinationsarbeit geleistet.»

Ein Highlight löste das andere ab
Ein Fest, das alle Generationen anspricht, war das Ziel des OKs. Dazu gehörten nebst dem vielfältigen kulinarischen Angebot auch die unterschiedlichsten Musikstilrichtungen sowie ein Gottesdienst unter freiem Himmel, um das Fest zu eröffnen. «Es war ein schöner Start in diesen Tag. Die Festbänke waren voll besetzt. So ein Gottesdienst mitten im Dorf, im Festgelände, das war richtig schön», erzählte eine Besucherin. Die musikalische Unterhaltung den ganzen Tag über fand auf und vor der Bühne statt. Sie war geprägt von einheimischen Musikschaffenden in den unterschiedlichsten Genres. Da war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Rhythmisch-rassig waren die Aufritte der Musikgesellschaft Sins und der Tambouren, volkstümlich wurden die Gäste verwöhnt von den Alphornklängen, den Ländler-Wurlizern und dem Jodlerklub Heimelig und rockig-poppig gaben sich die Jungs von PCCD sowie die Auwer Lions mit ihrem neuen Programm.

Der Nachwuchs auf und vor der Bühne
Die jüngsten Fans fanden sich jeweils vor der Bühne auf der Strasse sitzend ein. Wo sonst war es möglich, fast hautnah die Musik zu geniessen und vielleicht gar davon zu träumen, selber mal in einem der Vereine mitzuwirken. Doch nicht nur die Kinder von manchem Musikanten der Region lauschten den Klängen ihrer Eltern. Es waren auch Eltern und Grosseltern da, die ihren Kindern und Enkeln zuhörten und stolz waren. Immer wieder waren lobende Worte zu hören wie: «Das sind meine Söhne, die singen.» oder «Meine beiden Enkel spielen bei den Tambouren mit.» Die Regionalität spielte einmal mehr eine riesengrosse Rolle. «Wir haben bewusst darauf geachtet, dass alle, die Musik machen, aus der Region sind», informierte Vogel.

Ausnahmezustand garantiert
Der Tag wurde auch für die Ankündigung eines weiteren festlichen Grossanlasses in Sins genutzt. Vom 16. bis 18. Juni 2028 wird das Nordwestschweizerische Jodlerfest in Sins ausgetragen. Am Vormittag wurde auf der Bühne das Logo vorgestellt und die Verträge von Vertretern des Verbandes und des lokalen Organisationskomitees unterzeichnet. Die Verbandspräsidentin Monika Koch freute sich riesig und sagte: «Das Logo sieht fantastisch aus. Es wird ein wunderschönes Festabzeichen. » Den Akt der Vertragsunterzeichnung umrahmte der Jodlerklub Heimelig mit dem zum Anlass sehr passenden Stück «Lüt im Dorf».

Feiern bis zur Polizeistunde
Mit dem Schlusskonzert um 21 Uhr gab sich die alteingesessene Band «Lions» die Ehre. Doch sie spielten nicht wie früher Cover-Party-Songs. Bassist und Mitgründer der Band, Alfons Leu, meinte: «Nach 13 Jahren Musikpause haben wir beschlossen, nochmals neu anzufangen, mit neuen eigenen Titeln. Das ist unser erster Gig mit diesem neuen Sound. Alle Stücke sind selbst getextet und komponiert von meinem Bruder Urs Leu. Es ist auch unser erstes Konzert mit unserem sizilianischen Leadsänger Romeo. » Ihr nächster Auftritt ist am 29. Mai im Boswiler Chillout. Mit ihrer neuen Show möchten sie schweizweit unterwegs sein wie zum Beispiel am Ilanzer Openair «Lumnezia.» Leu ist zufrieden mit der Premiere auf der Sinser Bühne. «Die Feedbacks waren gut. Vielen hat unser neues Programm gefallen. » Nach 14 Songs und rockigen Zugaben wurde die Festmeile etwas ruhiger. Auf den Festbänken konnte bis um 3 Uhr weiter gefeiert, gegessen, getrunken und vor allem der laue Sommerabend genossen werden.

Strassenfest mit lokaler Vielfalt

Auch bei der zweiten Auflage von «Seis uf de Bei» wurde ausgiebig gefeiert – in zwei Jahren folgt das Jodlerfest

Würde es an den Erfolg der ersten Auflage anknüpfen können, das Dorffest «Seis uf de Bei»? Und wie: «Wir hatten wiederum ein unvergessliches Fest», zieht OK-Co-Präsident Pius Vogel Bilanz, «mit sogar etwas mehr Besuchern als letztes Mal.»

Erneut ist es der Bevölkerung und den beteiligten Vereinen gelungen, die Aarauerstrasse in eine abwechslungsreiche Genuss-, Erlebnis- und Begegnungszone zu verwandeln. Schon zum Morgengottesdienst um 9.30 Uhr waren deutlich über 100 Leute auf Platz. Über den ganzen Tag dürften es rund 2200 Festgängerinnen und Festgänger gewesen sein. Das Wetter spielte mit, fast zu gut sogar. So waren gegen Mittag bei sommerlichen Temperaturen und drückender Sonne Schattenplätze begehrt.

Vereine geben alles
Direkt neben der Bühne haben die ZFighters Oberwil-Sins ihre Basis eingerichtet. Die Inlinehockeyaner haben nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch zum Schuss-Contest eingeladen. Dabei waren allerdings weder Schärfe noch Präzision gefragt, wie Pascal Zürcher, Eventverantwortlicher im Vorstand, ausführt. Vielmehr ging es darum, mit möglichst konstantem Tempo zu schiessen. Die Teilnahme wurden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Der Männerchor verwöhnte mit Grillwürsten, der Turnverein mit Risotto – «das ist unsere Kernkompetenz», so Männerriegen-Präsident Anton Nussbaumer. Um den Geschmack der Jugend zu treffen, bereitete man diesen mit Gemüsebouillon vegetarisch zu – bei «SpiGrü» brutzelte derweil der Braten. «SpiGrü» steht für «Spiess im Grünen», verrät Mitglied Peter Wolfisberg und erzählt die Gründungsgeschichte des «kleinsten Vereins» von Sins: «Vor 70 Jahren haben einige Veloclub- Kollegen im Wald einen Spiess gemacht.» Anlass war damals ein erfolgreich organisiertes Velorennen des damaligen Radfahrer-Vereins Sins. Offenbar schmeckte der Spiess so gut, dass aus der einmaligen Aktion eine Routine wurde. Die ersten zwei, drei Mal wurde der Spiess noch von Hand gedreht, dann schaffte der Verein bereits einen ersten Elektroantrieb an. Heute zählt «SpiGrü» acht Mitglieder, wobei drei davon seit der Gründung mit an Bord sind. Unter ihnen Klaus Konrad, der im August 95 Jahre alt wird. «Wir treffen uns noch drei- bis viermal im Jahr», sagt Wolfisberg.

Seilziehen und Schiessen
Anpacken war beim Seilziehclub Sins gefragt: Am Einzelbock konnten sich Interessierte voll reinhängen und die eigene Zugkraft messen. Vizepräsidentin Elena Beier nutzt die Gelegenheit, um auf das grösste internationale Seilzieh- Jugendturnier aufmerksam zu machen, das ihr Club am 28. und 29. August in der Küfermann ausrichten darf. «Wir Sinser konnten das Turnier schon dreimal gewinnen», sagt sie. Zum Unterhaltungsangebot trugen weiter die Schnitzeljagd des Familienvereins «Kreativ 77», der nächstes Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum feiern darf, und die Jungwacht ihren Teil bei. Bereits dieses Jahr feiern die Sportschützen Sins Jubiläum – und zwar bereits den 100. Geburtstag. «Wir nahmen das zum Anlass, auch etwas für die Bevölkerung zu machen», so Präsident Fabrice Ineichen. Die zu diesem Zweck angebotene Schiessbude wurde rege genutzt. Routinier Peter Bittel blickt auf die bewegte Geschichte des Vereins zurück, vom Anbau des eigenen Schützenstands in den 80er-Jahren über die Anschaffung der ersten elektronischen Trefferanlage vor über 25 Jahren bis zum grössten sportlichen Erfolg, dem zweiten Rang im Vereinswettkampf am Kantonalen Schützenfest in Chur vor 20 Jahren. Damals siegte Bittel selbst übrigens im Nachdoppeln.

Rhythmus wird unterbrochen
Im geschichtsträchtigen «Sprützehüsli » hat der Fussballclub Sins sein «Irish Pub» eingerichtet – natürlich mit passender Musik und charakterstarkem Stout-Bier. Hierhin verlagerte sich das Geschehen spätestens nach dem Eindunkeln. «Bis morgens um 3 Uhr genossen es immer noch zahlreiche Leute in den Bars», so Vogel. Als Mit- Organisator des Nordwestschweizerischen Jodlerfests hatten die Fussballer bereits am Morgen ihren Auftritt auf der grossen Bühne. Das Fest bleibe als voller Erfolg in Erinnerung, so Pius Vogel. Was bleibt, ist die Vorfreude. Allerdings nicht auf übernächstes Jahr. In Rücksicht auf das Jodlerfest von 2028 wird der Zweijahresrhythmus des Dorffests unterbrochen, das nächste «Seis uf de Bei» findet demnach erst 2029 statt.

Biker verärgern auf dem Lindenberg Wanderer, Jäger und Forstarbeiter – wie Frieden einkehren soll

Um die Konflikte zwischen den Erholungssuchenden auf dem Lindenberg zu entschärfen, wird ein gelenktes Mountainbike-Angebot entwickelt. In einem ersten Schritt erfasst und prüft man die bestehenden Routen und schaut, wo offizielle Bikestrecken möglich sind.

Der Lindenberg ist nicht nur bei Nebel ein beliebtes Ausflugsziel für die Freiämterinnen und Freiämter. Der Hügelzug bietet sich zu allen Jahreszeiten für Ausfahrten mit dem Velo an. Auch die Mountainbikerinnen und -biker haben das Gebiet für sich entdeckt. Und das wiederum sorgt für Konflikte. Zahlreiche Sporttreibende nutzen für ihre Velotouren nämlich Wanderwege oder inoffizielle Strecken, was zu Konflikten zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen wie Wandernden, Bewirtschaftern, Jagd und Forstwirtschaft führt.

Dies schreibt der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt und der Regionale Entwicklungsträger Idee Seetal in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Pius Wiss, Präsident des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, kommentiert: «Einige der Trails am Lindenberg sind nicht legal erstellt worden, darauf machten uns die Jägerinnen und Jäger jeweils aufmerksam.»

Die beiden Verbände machen nun gemeinsame Sache. Unter dem Titel  «Attraktives und gelenktes Mountainbike-Angebot für den Lindenberg» entwickeln sie ein gemeinsames Angebot für Velofahrende. Initiiert wurde das Projekt vom Verein Sport- und Freizeitförderung Lindenberg. Begleitet wird es vom Fachbüro BikerNetzwerk. Dieses ist bereits in weitere Mountainbike-Projekte im Aargau und dem Kanton Luzern involviert. Pius Wiss erklärt: «Das Gebiet ist gross, es reicht von Hohenrain über Abtwil und Kallern bis nach Boswil und auf die gegenüberliegende Seite bis nach Schongau.»

Die Region als Naherholungsgebiet stärken

In einem ersten Schritt werden die bestehenden und genutzten Wegnetze erfasst, analysiert und in Karten dargestellt. Gemeinsam mit einer Raumanalyse und dem Abgleich mit den kantonalen Planungsgrundlagen bilden sie die Basis für die weiteren Arbeiten. In Workshops mit Gemeinden, Vertretenden von Wald, Jagd, Tourismus, Verkehr und Regionalplanung werden Bedürfnisse aufgenommen und daraus Handlungsfelder abgeleitet.

Daraus entwickelt die Gruppe ein Grobkonzept, das Streckenführung, Finanzierung, Besucherlenkung und auch die Sensibilisierung aufzeigen wird. Die ersten Workshops sollen zu Beginn des nächsten Jahres starten. Ziel ist es, ein Detailkonzept auszuarbeiten, das schliesslich zur Baueingabe eingereicht wird. Die Projektleitung liegt beim Regionalplanungsverband Oberes Freiamt und dem regionalen Entwicklungsträger Idee Seetal.

Finanziert wird das Projekt zu 60 Prozent über Mittel der Neuen Regionalpolitik (NRP) und zu 40 Prozent durch die beteiligten Gemeinden im Einzugsgebiet. Pius Wiss rechnet damit, dass die Arbeiten rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Mit dieser Initiative entstehe die Grundlage für ein nachhaltiges und gemeinschaftlich getragenes Mountainbike-Angebot, das Sport, Natur, Bewirtschaftung und Erholung in Einklang bringe, so die Medienmitteilung. Das Projekt ermögliche es zudem, die Region Seetal-Freiamt als attraktives Naherholungsgebiet zu stärken.

Alle Jahre wieder: «Sins im Advent»

Sins Am letzten Samstag und Sonntag öffneten die Gewerbetreibenden ihre Türen. Einkaufen, bummeln,
degustieren und geniessen stand im Vordergrund. Der Fackelzug war ein Publikumsmagnet.

Bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel startete der Wochenendanlass am Samstagnachmittag. Bereits zum 24. Mal jährte sich dieser Brauch und sorgte für einen stimmungsvollen Start in die Adventszeit. «Sins im Advent» bedeutet auch, die Gewerbetreibenden nehmen sich Zeit für Gespräche mit den Menschen. Sie bedanken sich so für die Kundentreue. Geniessen mit allen Sinnen Am Samstag zwischen 14 und 21 Uhr und am Sonntag zwischen 11 und 16Uhr waren die Läden oen. Die Gewerbetreibenden scheuten keine Mühe, sich den Kundinnen und Kunden auf sympathische Art und von ihrer besten Seite zu präsentierten. Der Duft von Glühwein, Lebkuchen und vielen weiteren Köstlichkeiten lag in der Luft. Wer mit Hunger kam, konnte sich bei der grossen Auswahl an Genussmöglichkeiten nur schwer entscheiden. Soll es ein Raclette von der Feuerschale sein oder ein Käsefondue in stilvoller Atmosphäre im «Sprützehüsli», oder doch lieber eine Portion Mah-Mee, ein Stück Pizza aus dem Holzofen oder Bratwurst vom Grill? Auch warme Getränke wurden angeboten: Kaffee mit und ohne Geist, Glühwein, Punsch, dazu mal ein Stück Lebkuchen.

Für Gross und Klein
Nebst der breiten kulinarischen Auswahl durften die Besucher auch die verschiedenen musikalischen Darbietungen geniessen. Die rhythmischen Schläge der Tambouren, die urchigen Alphornklänge und die unterschiedlichen Platzkonzerte sorgten für eine stimmungsvolle Zeit im Dorf. Auch die Besucher des Konzerts im Einhornsaal waren viele. «Der Saal war gestossen voll. Es war ein super Konzert», meinte eine Besucherin. Diverse Aktivitäten für die kleinenBesucher waren im Dorf verteilt. Siekonnten Pony reiten, Märchen lauschenoder eine Runde auf dem Karusselldrehen. Wer sich kreativ betätigenwollte, konnte Brottaschen bemalen,Kerzen ziehen oder Lebkuchenherzenverzieren. OK-Präsident Markus Burrimeinte: «Die Märli-Stube und die Ludothekwaren dieses Jahr neu beim Kulturhaus.Wir wollen künig auch dieKirchstrasse zwischen Einhorn-Kreisverkehrbis hinauf zum Kulturhaus etwas beleben, damit noch mehr Leute bis dorthin den Weg finden.»

Fackelumzug – immer beliebt
Der Verkehr wurde umgeleitet, die Strassenbeleuchtung erlosch, sogar bis in den Freudenberg hinauf. Die Geschäfte entlang der Luzernerstrasse löschten auch ihre Lichter, um so eine schummrige Atmosphäre zu schaffen. Dann, pünktlich um 18.40 Uhr startete der Fackelumzug, angeführt von den Tambouren der Tambourengruppe im Freiamt. Ihrem Rhythmus konnte man sich nicht entziehen. Mehr und mehr Leute säumten die Strasse. Den Tambouren folgten die «Trychlergruppe» Reussegg mit den «Geisslechlöpfern», dann kamen die Kinderlaternen. Als nächste Gruppe kam die äusserst eindrucksvolle «Iffele»-Gruppe Hünenberg, danach schritt der Samichlaus mit seinem Gefolge der Strasse entlang, ihm folgten die Mühlauer «Trychlergruppe» und zum Schluss eine Schar Fackeln tragender Kinder. Insgesamt waren plus/minus 100 Teilnehmer am Umzug. Zur grossen Freude der Gewerbetreibenden der Aarauerstrasse wurde der Umzug dieses Jahr bis auf die Höhe des Geschäfts von Ruedi Wey hochgezogen.

Das OK dankt
Peter Wolfisberg, Präsident des Gewerbevereins, und Markus Burri, OK Präsident von «Sins im Advent», sind äusserst zufrieden. «Wir konnten 32 Gewerbetreibende dafür begeistern. Ich bedanke mich bei ihnen recht herzlich für ihren Einsatz. Ebenso danke ich allen, die am letzten Wochenende dazu beigetragen haben, dass ein so schöner Einstieg in den Advent möglich war», meinte Burri auf Anfrage. Auch die Gewerbler waren zufrieden. Guido Waldispühl an seinem Stand beim Eingang zum Cherne, meinte: «Es hat richtig schön Leute, die unterwegs sind.»