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Bereich: Arbeiten

Pius Wiss tritt als repla-Präsident zurück

Nach zwölf Jahren als Präsident des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (repla) trat Pius Wiss an der Abgeordnetenversammlung zurück. Insgesamt war er während 16 Jahren für den Verband tätig.

Pius Wiss verlässt die repla nach vier Jahren im Vorstand und zwölf als Präsident. Während seiner Amtszeit koordinierte er die Arbeit des Vorstands sowie verschiedener Kommissionen, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landschaft oder Gesundheit. Besonders stark engagierte er sich in Fragen der Bau und Nutzungsplanung. Standortförderung ist zentral. Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Amtszeit zählte das regionale Raumkonzept, das während seiner Präsidentschaft erarbeitet und verabschiedet wurde. Dieses bildet heute die Grundlage für mehrere Projekte, die aktuell umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die regionale Standortförderung sowie das Areal- und Flächenmanagement. Mit der Standortförderung will die Region ihre wirtschaftliche Position stärken. Unternehmen sollen stärker miteinander vernetzt werden, gemeinsame Anlässe und Auftritte sollen das Obere Freiamt sichtbarer machen. «Es geht darum, dass wir die Region zusammenbringen und als Ganzes auftreten», sagt Wiss. Gerade zwischen den grossen Zentren Zürich, Luzern und Zug sei es wichtig, dass das Obere Freiamt wirtschaftlich den Anschluss behalte.

Gemeinden müssen zusammenarbeiten
Ein weiteres Thema, das Wiss während seiner Amtszeit beschäftigte, war der Hochwasserschutz. Bei den entsprechenden Konzeptarbeiten setzte er sich dafür ein, dass neben ökologischen Anliegen auch die Interessen der Landwirtschaft und der regionalen Wirtschaft berücksichtigt wurden. «Wir wollten Lösungen, bei denen auch Landwirtschaft und Produktion ihren Platz haben», erklärt er. Auch institutionell wurde die regionale Zusammenarbeit weiterentwickelt. So entstand unter dem Dach der repla eine regionale Integrationsfachstelle (RIF), die inzwischen als eigenständige Organisation in Muri betrieben wird. Für Wiss zeigt sich darin, wie wichtig die regionale Ebene geworden ist. «Viele Aufgaben könnten einzelne Gemeinden, vor allem kleinere, kaum allein bewältigen», sagt er.

Gewünschter Nachfolger bekannt
Die Zusammenarbeit im Vorstand beschreibt Wiss als konstruktiv. Der Vorstand bestand je nach Amtsperiode aus sieben bis neun Mitgliedern. Trotz gelegentlicher Diskussionen sei die Stimmung stets gut gewesen. Grundlegende Konflikte mit Gemeinden habe es in seiner Amtszeit nicht gegeben. «Im Grossen und Ganzen ist alles gemeinsam getragen worden.» Der Rücktritt erfolgt für Wiss bewusst zum jetzigen Zeitpunkt. Nach 16 Jahren sei es richtig, Platz für neue Kräfte zu machen. Gleichzeitig sei die Organisation heute gut aufgestellt, und wichtige Projekte seien aufgegleist. «Nach so vielen Jahren ist es gut, wenn frischer Wind kommt», sagt er. Als Nachfolger wurde der Merenschwander Gemeindeammann Rainer Heggli am Mittwoch zur Wahl vorgeschlagen.

Einem Amt bleibt er noch erhalten
Ganz aus der regionalen Verantwortung zieht sich Wiss jedoch nicht zurück. Als Chef des regionalen Führungsorgans im Bevölkerungsschutz bleibt er weiterhin. Diese Aufgabe sieht er als wichtigen Beitrag für die Zusammenarbeit der Gemeinden in Krisen und ausserordentlichen Lagen.

Das ist die repla
Die repla Oberes Freiamt ist eine regionale Planungsorganisation, in der 19 Gemeinden des Oberen Freiamts zusammenarbeiten. Sie ist kein politisches Parlament, sondern ein Zusammenschluss von Gemeinden, die gemeinsame Themen koordinieren und Projekte abstimmen. Ziel ist es, Entwicklungen zu planen, die mehrere Gemeinden betreffen, und gegenüber dem Kanton als Region aufzutreten. Typische Themen der repla sind unter anderem Raumplanung und Siedlungsentwicklung, Verkehr und Mobilität, Landschafts- und Naturschutz, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Gesundheit sowie Fragen der regionalen Infrastruktur. Damit wird verhindert, dass jede Gemeinde isoliert plant. Gerade bei Themen wie Verkehr, Gewerbegebieten oder Landschaftsentwicklung ist eine Abstimmung über Gemeindegrenzen hinweg wichtig.

Mit Haltung, nicht mit Lautstärke

Zwölf Jahre stand Pius Wiss an der Spitze der Repla Oberes Freiamt – nun gibt er das Amt weiter

Das Bild einer mächtigen Eiche. Vizepräsidentin Marlis Villiger ist nicht die Einzige, die es mit Pius Wiss in Verbindung bringt. Als Präsident war Wiss der ruhige Pol im Vorstand der Repla Oberes Freiamt. In seine Fussstapfen tritt nun Rainer Heggli, Gemeindeammann von Merenschwand.

Geerdet und stark. Sie trotzt Wind und Wetter, steht aufrecht da. In ihrer Nähe fühlt man sich wohl und sicher. Der Vergleich von Pius Wiss mit einer mächtigen Eiche passt. Marlis Villiger, Vizepräsidentin der Repla Oberes Freiamt, bezeichnet Pius Wiss als vorbildlichen Präsidenten mit optimistischer Einstellung, dossiersicher, souverän und mit gefestigten Zielen. «Er hielt den Vorstand zusammen, vertraute den Menschen und hielt das Schiff auf Kurs.» Das Freiamt habe er konsequent ins Zentrum gestellt. «Vielleicht stand hie und da sein Dietwil noch etwas mittiger», meinte sie lachend. Schliesslich war er in Dietwil total 28 Jahre lang als Gemeindeammann tätig. Am südlichsten Zipfel des Bezirks und des Kantons tätig zu sein, hielt ihn aber nicht davon ab, sich für den gesamten Bezirk Muri einzusetzen. Beispielhaft ist dabei sein Rücktritt. Eigentlich wollte er schon früher aufhören», weiss Marlis Villiger. Erst jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, der für seinen Nachfolger Rainer Heggli passt. «Andere hätten nicht zugewartet. Aber es passt bestens zu seiner Art, dass er es gemacht hat.» Villiger lobt sein grosses Wissen und seine Kraft, die er all die Jahre für die Region einsetzte. Ein Hauptaugenmerk, «fast schon eine Leidenschaft», war dabei die Raumplanung. «Wir alle wissen, wie anspruchsvoll dieses Thema ist.» Das 2018 verabschiedete Regionale Raumkonzept 2040 hebt sie entsprechend speziell hervor.

Auch in schwierigen Zeiten
Aber Villiger betont auch, dass Pius Wiss vorne gestanden sei, wenn es schwierig wurde. Als der Ukraine-Krieg ausbrach, als die Coronapandemie den Alltag bestimmte, als der damalige Geschäftsführer Bruno Sidler verstarb. Sidler war einer von Wiss’ Weggefährten. Seit seinem Amtsantritt als Präsident wird die Repla Oberes Freiamt von einer Geschäftsstelle geführt. Anfangs leitete diese Josef Nogara, später Bruno Sidler und seit einigen Jahren Daniel Räber. Ihnen und allen Mitarbeitenden, Abgeordneten, Vorstandsmitgliedern und, und, und hat Wiss jeweils nach einer Versammlung gedankt. Marlis Villiger fasst es ganz einfach zusammen: «Heute danken all diese Leute dir.»

Sein Wirken soll nachhallen
Villiger war nicht die Einzige, die für den abtretenden Präsidenten nur lobende Worte fand. Grossrat und Vorstandsmitglied Ralf Bucher hebt die besonnene Persönlichkeit des abtretenden Präsidenten hervor. «Er hat die Region mit seiner Försterschläue repräsentiert.». Und das stets auf Augenhöhe – auch mit den Fachleuten. «Er hat Projekte als Ganzes gesehen, aber wusste auch bei den Details Bescheid. Ich hoffe, sein Wirken hallt noch lang nach», führte Bucher aus. Dass er genau der richtige Präsident für die Repla Oberes Freiamt war, davon ist auch Hans-Peter Budmiger, Gemeindepräsident Muri und Vorstandsmitglied, überzeugt. «Unterschiedliche Gemeinden haben unterschiedliche Realitäten. Pius hat die Gemeinden immer verbunden, nie polarisiert.» Er habe den Verband mit Souveränität geführt. «Und er hat die Region nicht mit Lautstärke beisammengehalten, sondern mit Haltung.». Emotional sei es, sagte Pius Wiss, nachdem beim abschliessenden Applaus alle von ihren Stühlen aufgestanden waren. «Es war eine schöne, aber intensive Zeit. Die Aufgaben nahmen stetig zu.» Gerade in den Bereichen Integration und Mobilität. «Weil sich eben vieles regional einfacher und besser lösen lässt.» Er habe die Zusammenarbeit im Vorstand geschätzt, auch wenn die Diskussionen durchaus auch mal hitzig geführt wurden. «Ich wünsche der Repla weiterhin viel Freude bei der Arbeit für unsere schöne Region.».

Räber kündigt Abschied an
Weil Jürg Barmettler nach dem Rücktritt als Gemeinderat in Beinwil auch als Vorstandsmitglied aufhört, wurde nicht nur ein neuer Präsident gewählt, sondern auch ein neues Vorstandsmitglied. Dieses heisst Stefan Hafen und ist Gemeinderat in Bünzen. Neu als Präsident amten wird Rainer Heggli, Gemeindeammann in Merenschwand. Neue Namen tauchen auch in der Kontrollstelle auf, nachdem alle drei Bisherigen in ihren Gemeinden aus der Finanzkommission demissionierten. Neu übernehmen diese Aufgabe Reto Brun, Merenschwand, Simone Di Sanzo, Muri, und Ken Isenegger, Sins. Und weitere personelle Veränderungen stehen an. Daniel Räber kündigt an, im ersten Quartal des kommenden Jahres seine Tätigkeit als Leiter der Geschäftsstelle abzulegen.

Nicht bis Ende April zuwarten

GV des Gewerbevereins Muri und Umgebung – mit Verabschiedungen und Gewerbeausstellungs-News

187 Personen waren da, 90 stimmberechtigte Gewerbebetriebe. Rekord. Sie entschieden über neue Statuten, wählten ein neues Vorstandsmitglied und erfuhren aus erster Hand, wie die Planung der Gewerbeausstellung im Herbst voranschreitet.

Hauswartungen, Werbeagentur, Töpferatelier, Landwirtschaftsbetrieb oder Baumanagement. Die Vielfalt ist riesig. Und auch die Zahl ist gross. Gleich 20 Neumitglieder stellen sich an der GV des Gewerbevereins Muri und Umgebung vor, bevor sie dann formell als Mitglieder gewählt werden. Der Gewerbeverein lebt – die Neumitglieder sind ein Indiz dafür. Die grosse Anzahl an Anwesenden an der Versammlung ein weiteres. 187 Personen vertreten 90 Gewerbebetriebe. 230 Mitglieder zählt der Verein aktuell. «Alles potenzielle Aussteller», meint Beni Fischer. Er ist OK-Präsident der bevorstehenden Gewerbeausstellung, die vom 1. bis 4. Oktober stattfindet. «Es muss noch etwas gehen», hält er fest. Natürlich im OK, wobei man hier auf Kurs sei. Vor allem meint Fischer die Anzahl Anmeldungen. 65 sind es bisher, 100 ist das Ziel. Noch bis Ende April ist Zeit. «Aber wartet nicht bis zum letzten Tag, sondern meldet euch gleich an.» Planungssicherheit ist hier das Stichwort. Ein Musterstand des Messebauers 3-D-Art konnte vor Ort inspiziert werden. Und auch sonst gab es Neuigkeiten. Etwa, dass das Lehrlingsatelier eine Escape-Room-Erfahrung mit sich bringen wird. Oder dass Michael Birrer, im OK für das Ressort Bau verantwortlich, versucht, die Wünsche aller Aussteller zu erfüllen. Und dass die Organisatoren nicht einfach auf die Unterlagen der letzten Ausstellung 2022 zurückgreifen können. «Seither haben sich viele Vorschriften verändert», erzählt Michael Birrer. Der Fokus liegt aber auf dem Appell, sich anzumelden. Auch bei Vereinspräsident Urs Beyeler: «2022 haben sich einige nach den unsicheren Coronazeiten nicht angemeldet und das dann bereut. Machen Sie denselben Fehler nicht noch einmal.»

Dank an Stefanie Stöckli-Joho und Marcel Laubacher
Natürlich ist die Gewerbeausstellung das grosse Highlight im Programm. Geplant sind aber weitere Anlässe. Berufe Muri+ soll am 2. und 3. September für interessierten Berufsnachwuchs sorgen. Dieser wird am 26. Juni am Lehrlingsanlass und Sommerevent «Welcome to the Next Level» gebührend gefeiert. Letztes Jahr fand dieser Event erstmals statt. «Ein Erfolg», findet Präsident Beyeler. Der Wirtschaftsanlass vom 4. November und der Neujahrsapéro am 14. Januar gehören ebenfalls zum Programm. Beyeler kündigt an, dass vielleicht künftig noch weitere Anlässe hinzukommen werden. «Wir halten euch auf
dem Laufenden.» Nicht wegzudenken ist auch der Altersheimausflug. Zwölf Jahre lang hat Marcel Laubacher diesen organisiert. Nun gibt er diese Aufgabe an Eveline Ritter weiter. Es ist nicht die einzige Verabschiedung, die an diesem Abend ansteht. Nach sechs Jahren demissioniert Stefanie Stöckli-Joho aus dem Vorstand. «Sie hat viele neue Ideen eingebracht», sagt Urs Beyeler. Dass im Bereich Homepage und Mitgliederverwaltung mehr Struktur herrsche, sei ihr Verdienst. Neu in den Vorstand gewählt wurde Andrea Schwarzenberger. Dass sie wie ihre Vorgängerin in der Immobilienbewirtschaftung tätig ist, ist dem Zufall geschuldet.

Kriterien klar definiert
Finanziell ist der Verein für den Grossanlass im Herbst gut aufgestellt. 130800 Franken beträgt das Vermögen, bei einem Gewinn aus dem Vorjahr von 600 Franken. Auch für das neue Jahr ist ein Gewinn budgetiert: 1500 Franken. «Allerdings ohne dass die Gewerbeausstellung eingerechnet ist», hält Kassier René Eschmann fest. Der Jahresbeitrag bleibt bei den 140 Franken. «Im Vergleich zu anderen ist dieser tief», weiss Urs Beyeler. Die Erhöhung könne allenfalls nach der Gewerbeausstellung ein Thema werden. «Wenn wir neue Ideen für zusätzliche Anlässe haben.» Eine Revision der Statuten stand ebenfalls auf der Traktandenliste. Die bisherigen stammten aus dem Jahr «Wir wollen die Digitalisierung und modernere Abläufe berücksichtigen», so Beyeler. Zudem habe sich das Vereinsgebiet verändert, die Datenschutzbestimmungen ebenfalls. Und neu sind die Aufnahmekriterien klar definiert. Geschäftsführer einer Filiale dürfen beispielsweise auch beitreten. Oder Leute, die im Vereinsgebiet wohnen und ihre Firma in einer an das Gebiet angrenzenden Gemeinde haben.

Wichtiges Netzwerk

Der Gewerbeverein Muri und Umgebung ist also à jour. Mit der bevorstehenden Gewerbeausstellung sowieso. Spätestens dann, wenn die Anzahl Anmeldungen noch weiter in die Höhe geklettert ist. «Ein beispielhafter Gewerbeverein», ist denn das Fazit von Urs Widmer, Geschäftsleiter des Aargauischen
Gewerbeverbandes. Der Zusammenhalt sei wichtig, gerade in schwierigen Zeiten. «Dann wird deutlich, wie zentral ein funktionierendes Netzwerk ist.» Zusammenstehen, am selben Strick ziehen – das tue ein Gewerbeverein. «Er ist das Rückgrat der Wirtschaft in der Region.». Auf kantonaler Ebene lege der Verband den Fokus auf drei Themen: Baubewilligungen, Berufsbildung und Bürokratie. Dabei setze man sich stellvertretend auch für die Anliegen der einzelnen Mitglieder der Gewerbevereine ein. Widmers Appell an die Anwesenden: «Mut zur Innovation.»

    Künftig im Trockenen entsorgen

    Neues Recycling Auw entsteht am alten Standort gegenüber dem Feuerwehrlokal

    Nach einem Unwetterschaden erstellt die Gemeinde Auw eine neue, zeitgemässe Recyclinganlage. Nun ist der Bau auf der Zielgeraden. Wenn das Wetter es erlaubt, wird im April die zweckmässig eingerichtete Recyclinghalle eröffnet. 2021 zog ein heftiges Unwetter mit Hagelsturm über die Gemeinde Auw hinweg. Tennisball-grosse Hagelkörner zerstörten das Dach. Die Halle war einsturzgefährdet. So wurde die Recyclinghalle, welche 2013 in Betrieb genommen worden war, geschlossen. Der Vorplatz diente künftig als Provisorium für das dörfliche Recycling. Gemeinderätin Katja Zimmermann beschreibt die Situation: «Offen, draussen, Wind und Wetter ausgesetzt.» Sie sei regelmässig mit ihren Kindern und dem Leiterwagen am Mittwochnachmittag entsorgen gegangen. In dieser Zeit habe man einfache Materialien wie Karton, Papier, Büchsen und Flaschen entgegengenommen.

    Erfahrung mit Abfallsündern gemacht

    Da die Fläche offen und ungeschützt war, hätte man jederzeit seinen Abfall deponieren können. Eine Tafel hat die Nutzungszeiten bekannt gegeben. Erfreut zeigt sich Zimmermann, dass das Einhalten der Nutzungszeiten sehr diszipliniert gehandhabt wurde. «Bis auf einmal», sagt sie. An einem Abend sei es dann passiert. Ein Traktor mit Anhänger sei vorgefahren und habe Bauschutt abgeladen. Niemand kannte die Person oder den Traktor. Bis heute sei ungeklärt, «wer das gewesen ist», sagt Zimmermann. Die Gemeinde habe damals teuer für die Entsorgung bezahlt. Sie haben in dieser Zeit ebenfalls erlebt, dass auch Auswärtige die offene Situation der Entsorgung nutzten. Mit der neuen Halle wird sich dies ändern. Nach vier Jahren Planungsund Bauzeit wird diese im Frühling den Betrieb aufnehmen. Während dieser Zeit konnte die Bevölkerung in Sins entsorgen. 2022 wurde Katja Zimmermann in den Auwer Gemeinderat gewählt. Die neuen Grundgebühren vertrat sie als erstes Geschäft an der Gemeindeversammlung. Dies sei auch einer der Gründe, warum sie trotz Ressortwechsel dieses Projekt bis zur Eröffnung führt. Die Eröffnung ist auf Anfang April geplant, sie ist jedoch von den Temperaturen abhängig. Sobald es möglich werde, wird der neue Bodenbelag gegossen. Dieser benötigt eine längere Warmwetter-Phase. Die Bauherrschaft des Konsortiums Grossäcker war schon bei der alten Halle Vermieter.

    Planungszeit mit Hindernissen

    Sie ist auch Vermieter der neuen Halle, welche vis-à-vis des Feuerwehrmagazins steht. «Vier Jahre sind eine lange Zeit der Realisation», sagt sie dazu. Es hätten verschiedene Faktoren dazu geführt, dass es diese Zeit benötigt hat. Zum einen musste sich der Eigentümer entscheiden, welche Art Halle er erstellt. Weiter haben sich in dieser Zeit die gesetzlichen Bedingungen für ein Flachdach dieser Grösse verändert. Dieses muss jetzt mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Dafür musste ein Abnehmer für die erzeugte Energie gefunden werden. Dies ist nun alles geregelt.

    Halle vor der Fertigstellung

    Zurzeit wird die Halle im Inneren fertiggestellt, die Vertiefungen für die Mulden sind bereits sichtbar und die Flächen für die Parkfelder zur einfachen Zu- und Wegfahrt sind auch bereits ersichtlich. An drei Halbtagen wird die kostenlose Entsorgung von alltäglichen Materialien wie Alteisen/Metall, Dosen, Kaffeekapseln, Papier, Textilien möglich sein. Man wird auch kostenpflichtige Materialien abgeben können. Dazu gehören unter anderem Sperrgut, Mischabbruch, Altöl oder beispielsweise Sonderabfälle wie Farben. Detailliert wird die Gemeinde darüber informieren.

    Grundgebühr steigt mit der Eröffnung

    Durch den Neubau der Anlage und die Verpflichtungen für den Unterhalt der neuen Abfallentsorgung haben sich Kosten ergeben. Die Gemeinde hat bereits einer Erhöhung der Grundkosten zugestimmt. Ab der Eröffnung der neuen Recyclinganlage wird die Grundgebühr von 90 auf 105 Franken ansteigen. Auw wird auch künftig mit einem Anbieter für Entsorgung zusammenarbeiten. Wenn andere Gemeinden sich
    dafür interessieren, wäre die Gemeinde Auw offen. Doch vorerst ist für Zimmermann klar: «Wir starten mal und schauen, wie es läuft.» Sie stellt immer wieder fest, wie wichtig es der Bevölkerung ist, fachgerecht entsorgen zu können. Es freut sie umso mehr, dass nun die Möglichkeit im Dorf besteht. Und sie freut sich darauf, dass die Bevölkerung und sie künftig wieder im «Trockenen» entsorgen können.

    Die neue Recyclinghalle wird jeweils am Montag und Mittwoch von 13 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein.

    Zwei ganz andere Gefühlslagen – Bronzepartner Bäckerei Kreyenbühl

    Bei der Bäckerei Kreyenbühl wird gebaut – die neue Konditorei und an der Zürcherstrasse

    Einst war es die alte Bäckerei ihrer Vorgänger. Nun bauen Regula und Buki Kreyenbühl dort unter anderem eine neue Konditorei. Im Oktober soll das Bauprojekt fertig sein. Während dieses für Freude sorgt, löst die erneute Baustelle an der Zürcherstrasse mehr Sorgen aus.

    Noch ist eine Weitergabe des Betriebes nicht konkret. Und trotzdem ist die Tatsache im Hinterkopf. Buki Kreyenbühl ist 60-jährig, die Pensionierung rückt immer näher. «Wir wollen bereit sein. Der Betrieb soll so aufgestellt sein, dass er überhaupt übernommen werden kann», sagt er. Dazu gehört eine Infrastruktur, die zeitgemäss ist. «Der Markt ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht einfacher geworden.» Kreyenbühl spricht die Bäckereien an, die schliessen. Er meint damit aber auch die Konkurrenz von Tankstellen, die stetig wächst, oder die Wertschöpfung, die in der Lebensmittelbranche immer knapper wird. «Wir wollen das tun, was in unserer Hand liegt, damit diese Bäckerei eine Zukunft hat», sagt Regula Kreyenbühl. Und dazu gehört in ihren Augen, einen Investitionsstau zu verhindern. Denn seit die Kreyenbühls die Bäckerei führen, ist sie stetig gewachsen. 14 Mitarbeitende waren es, als sie 2002 übernahmen, jetzt sind es 28 Vollzeitstellen, verteilt auf 42 Mitarbeitende – im ganzen Betrieb, samt Café und Verkaufsladen in Auw. Nicht nur personell hat die Bäckerei zugelegt. «Das Produktsegment wurde breiter, gerade auch im Spezialitätenbereich», sagt Buki Kreyenbühl. Dass als Folge davon die Platzverhältnisse im Gebäude an der Zürcherstrasse immer enger wurden, liegt auf der Hand. «Auch einige Abläufe sind suboptimal. Wir stehen einander manchmal regelrecht auf den Füssen herum.» Mehr Platz helfe – in allen Belangen, auch um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

    Im Oktober bezugsbereit

    2022 startete die Planung. «In unseren Köpfen schon viel vorher», gesteht Regula Kreyenbühl. Die Familie Stöckli, von der sie die Bäckerei übernahmen, buk einst in diesem Gebäude, bevor sie 1978 einen Neubau realisierten, wo die Bäckerei Kreyenbühl jetzt zu Hause ist. «Wir waren froh, als es im Oktober dann wirklich losging», sagt Regula Kreyenbühl. Wie viele Hürden das Projekt nehmen muss, wie lange ein solcher Prozess dauern kann – «wir haben das unterschätzt». Zwischendurch kamen Zweifel auf. «Aber wir blieben mit Herzblut und Leidenschaft am Ball. Das braucht es als Unternehmer sowieso immer», weiss Buki Kreyenbühl. Mit dem Baufortschritt sind sie sehr zufrieden. «Trotz der engen Platzverhältnisse. Wir dürfen auf ein Top-Handwerker- Team zählen und erfahren auch von den Nachbarn viel Verständnis.» Die Stimmung sei bestens, auch auf der Baustelle. Im Oktober soll das dreigeschossige Gebäude fertig sein. Im Erdgeschoss wird die Produktion untergebracht. «Vor allem der süsse Bereich», erklärt Buki Kreyenbühl. Desserts, Gebäck, Schokoladenkreationen – das entsteht künftig im Neubau. Im Obergeschoss sind Räumlichkeiten für die Mitarbeitenden geplant. «Auch hier braucht es dringend Verbesserungen. Wie gesagt, wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein. Und müssen es in der angespannten Situation des knappen Fachpersonals auch sein», sagt Regula Kreyenbühl. Im Dachgeschoss finden Büroräumlichkeiten Platz. Gebaut wird aber nicht nur beim neu entstehenden Haus, sondern auch in der jetzigen Bäckerei. Ein Durchbruch soll es der Kundschaft ermöglichen, vom Laden direkt einen Einblick in die Bäckerstube zu erhalten. Zudem ist ein neues Mehlsilo geplant. «Das alles bei laufendem Betrieb. Das wird sicher herausfordernd, bisher läuft aber alles wie gewünscht», sagt Regula Kreyenbühl.

    40 Prozent weniger Umsatz

    Die positive Stimmung kippt schnell, wenn die Kreyenbühls auf die zweite Baustelle angesprochen werden, die sie aktuell tangiert. Weil die SBB-Unterführung an der Zürcherstrasse saniert wird und die Zürcherstrasse nur im Einbahn-Regime befahren werden kann, kämpfen sie mit den Umsatzzahlen. «Bis zu 40 Prozent weniger», spricht Buki Kreyenbühl Klartext. «Gleich viel wie vor neun Jahren, als die Strasse saniert wurde.» Und genau da liegt der Hauptpunkt ihres Unmutes. «Strassen müssen saniert werden, Unterführungen auch. Das ist nun mal so. Dass es dich während deiner Zeit als Unternehmer einmal stark tangiert, auch das kann passieren. Aber innert neun Jahren zweimal, da hört es mit dem Verständnis auf.» Diese Einbussen bleiben nicht ohne Folgen. Kurzarbeit war ein Thema, wird aber nicht bewilligt. Im Verkauf am Standort Zürcherstrasse mussten darum drei Mitarbeitende entlassen werden. «Wir hoffen, das wir so durchkommen», sagt Buki Kreyenbühl. Die Unterstützung der Mitarbeitenden sei gross, das Verständnis auch. Anders nehmen es die Kreyenbühls von anderen Seiten war. «Es ist erstaunlich, dass viele Leute nicht realisieren, was diese Baustelle bei der Unterführung für unser Unternehmen bedeutet», sagt Regula Kreyenbühl. Andere Gewerbetreibende, Behörden – sie würde sich mehr Verständnis wünschen.

    Ideen für mehr Sichtbarkeit

    Ohnmacht und Frust, das sind Gefühle, mit denen Regula und Buki Kreyenbühl die aktuelle Situation beschreiben. «Es tut weh, dass es durch äussere Einflüsse schwieriger ist, unseren Betrieb weiterzuentwickeln. » Aber sie haben auch Ideen, die Sichtbarkeit trotz weniger guter verkehrstechnischer Anbindung zu erhöhen. Mit Holzofenbrot, das auf dem Parkplatz jeweils morgens gebacken wird. Mit mehr Aktivität in den sozialen Medien. Damit, künftig wieder mehr an Märkten im Dorf präsent zu sein. «Zudem sind wir sehr dankbar, auf eine Stammkundschaft zählen zu dürfen, die auch jetzt regelmässig zu uns kommt.» Wie den Kreyenbühls geht es allen betroffenen Gewerbetreibenden. «Wir sind im Austausch miteinander, versuchen einander zu unterstützen.» Eine Signalisation auf dem Egg-Kreisel mit Werbung für das ansässige Gewerbe, wurde vonseiten Kanton aber nicht bewilligt. «Wir kämpfen und hoffen, dass es nachher mit Baustellen an der Zürcherstrasse vorbei ist.»

    Von neuen Spitex-Formen bis zur digitalen Vernetzung

    Alters- und Gesundheitsarbeit stehen vor grossen Veränderungen. Am Altersforum in Sins wurden die neuesten Lösungsansätze diskutiert.

    Alt werden ist nicht mehr wie früher. Alters- und Gesundheitsarbeit ist im Wandel. Ziel sind immer individuellere Lösungen für Seniorinnen und Senioren wie auch für ihre Pflegenden. Zudem soll diese Arbeit digital vernetzt sein, das verlangt der Bundesrat. Es sind grosse, wichtige Themen. Denen nimmt sich der Bezirk Muri aktiv an. Am 16. Altersforum wurden nun Gemeinden, Organisationen und Institutionen sowie Fachpersonen im Zentrum Aettenbühl in Sins auf den neuesten Stand gebracht. Ein spannendes Thema pickte sich Martin Abt, Präsident der Spitex Oberfreiamt, für sein Input- Referat heraus: pflegende Angehörige. «Gemäss den gesetzlichen Vorgaben ist es möglich, Angehörige in einer privaten Pflegesituation bei Spitexorganisationen für die Grundpflege anzustellen », schreibt Hampi Budmiger, Präsident der Fachgruppe Alter und Gesundheit im Vorstand des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, in einer Mitteilung. «Die Spitex Muri und Umgebung sowie die Spitex Oberfreiamt haben sich dieser Herausforderung angenommen und die entsprechenden Kriterien und Rahmenbedingungen erarbeitet.»
    Der Anteil älterer Menschen wird in den kommenden Jahren weiter steigen, was zu einem erhöhten Bedarf an Gesundheitsleistungen führt – bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. «Eine Zusammenarbeit zwischen öffentlich- rechtlichen und privaten Spitexorganisationen erscheint deshalb weiterhin sinnvoll», schreibt Budmiger, der auch Murianer Gemeindepräsident und GLP-Grossrat ist. «Gleichzeitig führen zusätzliche Leistungen zu höheren sogenannten Restkosten für die Gemeinden, welche im Auge behalten werden müssen.»

    Die mögliche Lösung heisst Projekt «Ideal»
    Auch die gesundheitspolitische Strategie des Bundesrates fand ihren Platz am 16. Altersforum in Sins. Diese fordert eine Stärkung der integrierten Versorgung, also eine Vernetzung von Ärzten, Spitälern, Therapierenden und Pflegenden. Dies, um die Zusammenarbeit zwischen ihnen allen im Gesundheitswesen zu verbessern. Auf kantonaler Ebene wird dieses Thema ebenfalls vorangetrieben: Die gesundheitspolitische Gesamtplanung des Kantons Aargau betont, dass integrierte Versorgung digital vernetzt, qualitativ hochstehend und finanzierbar sein muss. Die Gemeinden spielen dabei offenbar eine Schlüsselrolle, da sie dazu aufgefordert werden, das neue Modell aktiv mitzugestalten. Darum stellten Jeanette Bucher, klinische Projektleiterin im Spital Muri, und Patrick Ruoss von Ruoss Consulting das Thema genauer vor. Und sie präsentierten den erstenLösungsansatz dazu, das Projekt «Ideal». Das Wort stehe für integriert, digital, einfach, aufgehoben und lokal.

    Integrierte Versorgung in der Region stärken
    Verschiedene Akteure des Gesundheits- und Sozialwesens haben sich zur Projektgruppe «Ideal» zusammengeschlossen. «In den vergangenen Monaten hat die Projektgruppe mögliche Lösungsansätze erarbeitet, um die integrierte Versorgung in der Region gezielt zu stärken», schreibt Budmiger. Schwerpunkte seien die Optimierung der Koordination zwischen allen beteiligten Stellen, die Verbesserung der Orientierung für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Aufbau eines übergeordneten, unterstützenden Anlaufpunkts.

    Forum zum Thema «Mobilität im ländlichen Raum»

    Muri Mobil sein. Das ist Alltag. Ob zu Fuss, im Auto, auf dem Velo oder im Zug. Mobil sein. Das verändert sich laufend. Im Furttal werden bald selbst fahrende Fahrzeuge getestet. Mobil sein. Das bringt Herausforderungen mit sich. Das wird am Wirtschaftsforum in Muri deutlich.

    Wenig Platz. Dafür umso mehr Ansprüche. Es sind die immer gleichen Herausforderungen. Auch im ländlichen Gebiet. Reto Anderhub weiss, wovon er spricht. Er ist Gemeinderat in Hochdorf, leitete das Projekt «Entwicklung Südiareal». 84’000 Quadratmeter, direkt beim Bahnhof. Vor einigen Jahren hat die Gemeinde das Land gekauft. Aus dem einstigen Industriegebiet soll ein Ort werden, wo gelebt und gearbeitet wird. «Mit Verkehrsdrehscheibe», sagt Anderhub. Ein Ort also, wo möglichst alle Mobilitätsangebotezusammenkommen. «Bald geht es ans Eingemachte», sagt er. Grundlagen sind längst erarbeitet. «Mit der gesamten Bevölkerung. Das ist enorm wichtig. Ich bin überzeugt, was man bei der Mitwirkung investiert, lohnt sich am Schluss doppelt.» Es ist einer von vielen Ratschlägen, die an diesem Abend an die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem Bezirk Muri gelangen. Denn geplant ist, dass für die Region eine Mobilitätsstrategie entwickelt wird. Wo soll es hingehen? Wo braucht es welches Angebot? Wie kann man Mobilität lenken? Es sind drei von ganz vielen Fragen, die darin abgebildet werden sollen. Pionier ist man dabei nicht. Im Fricktal oder im Zurzibiet wurden bereits solche Strategien erarbeitet. Dominik Kramer ist Sektionsleiter Gesamtverkehrsplanung beim Kanton Aargau. «Das Ziel ist ein funktionierendes System, das künftige Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft abdeckt.» Dass das nicht so einfach ist, wie es tönt, weisser. Zumal dabei zwei Dinge besonders wichtig seien: Erreichbarkeit und planbare Reisezeit.

    Voneinander lernen
    Der Kanton Aargau hat eine Mobilitätsstrategie, basierend auf dem kantonalen Richtplan und dem Sachplan Verkehr. Und der Kanton hat einen Werkzeugkasten erstellt, mit dem Gemeinden und Regionen hantieren können.«Das Bestehende möglichst gut organisieren, Optimierungen definieren, priorisierte Verkehrsmittel festlegen», nennt er einige einzelne Schritte. Zusammengefasst sagt Kramer: «Nutzen Sie den Gestaltungsspielraum, es gibt ihn. Zwar nicht in allen Bereichen, aber er ist da.» Auch er betont das Miteinander.«Kommunikation und Partizipation.» Abschreiben von anderen Regionen, das gehe aber nicht. «Weil jede Region anders ist, ihre Eigenheiten hat», weiss Dominik Kramer. Aber voneinander lernen, dazu sei geraten. Vom Projekt in Hochdorf etwa. Gemeinderat Reto Anderhub erzählte von einer Vision, die man zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet habe. «Immer wiederhaben wir den Planungsstand in die Mitwirkung gegeben und früh im Prozesseinen Slogan entwickelt.» Die Folge davon: das «Wir»-Gefühl. «Das haben wir zusammen entwickelt, es ist unser Projekt», fasst es Anderhub zusammen.«Darauf nehmen wir nun Bezug, wenn es konkret wird, und erhoffen uns viel davon.»

    Technologie ist bereit – die Menschen auch?
    Ähnliche Konklusionen präsentiert Julian Renninger. Und trotzdem geht das Input-Referat des SBB-Mitarbeiters im Bereich Personenverkehr, langfristige Angebotsplanung, in eine ganz andere Richtung. Sein Blick richtet sich auf2050 und noch später – hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen, wie sie ab kommendem Jahr im öffentlichen Verkehrim Furttal als Pilotprojekt eingesetzt werden. «Damit die Menschen verstehen können, was das genau ist», sagt Renninger. Dass es funktioniert, das habe er in China gesehen und das zeigen Simulationen. «Bezahlbar ist es auch, mehr oder weniger», sagt er. 200Kilometer Strassen wurden im Furttalkartiert. Renninger ist überzeugt: «Diese Technologie wird kommen, gerade auch in ländlichen Gebieten, um die Versorgung bis in die Kapillaren des öffentlichen Verkehrsnetzes zu ermöglichen.» Und Renninger betont: «Diese Neuerung wird auch das Freiamt verändern. Ihr hier alle miteinander könntet was dafür tun, damit diese Veränderung zum Guten ist.» Was er konkret meint? «Nicht von Anfang an eine Abwehrhaltung einnehmen. Denn verändert hat sich die Mobilität immer.» Pferdekutschen, Eisenbahn, Autos. Das werde weitergehen. Für Julian Renninger ist aber klar, dass dies mit der bestehenden Infrastrukturgeschehen wird. «Mehr Strassen und Bahnlinien, das wird es nicht geben.» Ideen für Optimierungen hingegen schon. Er ist überzeugt, dass die Bahn viel mehr Kapazitäten stemmen könnte. «Wenn etwa alle Züge gleich schnell fahren.» Das Problem: Die einen Züge halten oft an, andere selten.«Es gilt abzuwägen: Will ich, dass die Bahn seltener fährt, dafür öfter anhält?» Auch hier: Fragen gibt es noch viele, Antworten werden in den nächsten Jahren kommen.

    Potenzial des Langsamverkehrs– gerade auf dem Land
    Veränderungen gibt es im Grossen –selbst fahrende Fahrzeuge sind ein Beispiel dafür. Veränderungen gibt es aber auch im Kleinen. Und dafür kämpft die Arbeitsgruppe «Mobilität und Ortsplanung» des Muri Energie Forums. Valérie Weibel betonte: «Im ländlichen Raum hat der Langsamverkehr viel Potenzial. Mit direkter und sicherer Infrastruktur kann dies freigesetzt werden.» Informieren, sensibilisieren, mitwirken – damit versuche die Arbeitsgruppe, den Stein ins Rollen zu bringen. Auch wenn es um die Tatsache geht, dass rund die Hälfte des Verkehrs in Muri hausgemacht ist –also von Murianerinnen und Murianern verursacht wird. «Es geht nichts, ohne dass die Menschen ihr Verhalten hinterfragen», ist ein Fazit, das Valérie Weibel an diesem Abend zieht. Wohin es in Sachen Mobilitätsstrategie im Bezirk Muri – und darüber hinaus– gehen wird, wird sich zeigen. Mit dem Wirtschaftsforum sind erste Themen angesprochen. Viele weitere werden folgen. Das «Wir» soll dabei grossgeschrieben werden, so wie es alle Referenten raten. Und wie es Hans-Peter Budmiger, Gemeindepräsident von Muri, sagt: «Wir wollen das Thema Mobilitätpositiv wahrnehmen und nicht nur als Dauerfrust.»

    Den Fächer ganz weit öffnen

    Mobilität im ländlichen Raum war das Thema am Wirtschaftsforum in Muri

    Das Obere Freiamt wird eine Mobilitätsstrategie erarbeiten. Am Wirtschaftsforum fällt der Startschuss dazu.

    Annemarie Keusch
    Es ist ein spannendes und komplexes Thema zugleich. Weil ganz viele Ansprüche aufeinanderprallen – vom Langsamverkehr über den Individualverkehr, den öffentlichen Verkehr bis hin zum Werkverkehr. Auf den Schienen und den Strassen verkehren immer mehr Fahrzeuge, die Bevölkerung wächst. «Gleichzeitig wollen wir Lösungen, die mit Klimazielen einhergehen», nennt Franziska Borer Blindenbacher weitere Herausforderungen. Sie ist Projektleiterin beim Departement Umwelt, Verkehr und Energie und führt durch das Wirtschaftsforum. Hier sollen Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks Muri sensibilisiert werden auf die vielen verschiedenen Aspekte – bis hin zu selbst fahrenden Fahrzeugen. Das Ziel ist es, sich nachher gemeinsam als Region auf den Weg zu machen, eine Mobilitätsstrategie auszuarbeiten. Hans-Peter Budmiger, Gemeindepräsident von Muri, ist überzeugt: «Die Mobilität muss uns beschäftigen, nicht nur wenn wir uns ärgern, weil wir im Stau stehen.» Alle Referenten sind sich an diesem Abend einig: Für eine gute Lösung müssen möglichst alle von Anfang an mit im Boot sitzen. Und was auch alle betonen: Es ist wichtig, den Fächer ganz weit zu öffnen.

    SIGA25: Vorträge zu Gebäudemodernisierungund Eigenstromverteilung

    Anlässlich der SIGA25 lud die Energie- und Umweltkommission Sins in Zusammenarbeit mit der Elektra Sins und der energieberatungAARGAU zu zwei spannenden Vorträgen ein. An beiden Tagen erwarteten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher fundierte Informationen zu den Themen «Gebäudemodernisierung» und «Eigenstromverteilung».

    Gebäudemodernisierung – mehr Komfort, weniger Energieverbrauch
    Den Auftakt machten die beiden Energieberater Beni Wanzenried (Samstag) und Franz Ulrich (Sonntag) von der energieberatungAARGAU. In ihren Referaten zeigten sie auf, wie energetische Sanierungen zu einem spürbaren Gewinn an Wohnkomfort und zu deutlich geringeren Energiekosten führen. Sie erläuterten, wie Investitionen in die Gebäudehülle – etwa neue Fenster, Dämmung oder Dachsanierungen – sowie in effiziente Heizsysteme langfristig Energie und Geld sparen.

    Im Zentrum stand dabei der strukturierte Fünf-Schritte-Prozess einer erfolgreichen Sanierung: Analyse, Strategie und Energiestandard, Massnahmen und Vorgehen, Umsetzung sowie Inbetriebnahme und Erfolgskontrolle. Besonders betonten die Referenten das Prinzip «Analyse vor Massnahmen» – denn nur wer den energetischen Zustand seines Hauses genau kennt, kann gezielt und wirtschaftlich investieren.

    Die energieberatungAARGAU bietet dabei kompetente Unterstützung: von der neutralen Erstberatung bis zur Begleitung bei der Umsetzung sowie Informationen zu den aktuellen Förderprogrammen. So wird der Weg zur nachhaltigen Modernisierung klar und planbar. Interessierte erhalten weitere Informationen unter Telefon 062 835 45 40 oder per E-Mail an energieberatung@ag.ch.

    Strom clever teilen – neue Wege der Eigenstromverteilung
    Weiter referierte Albert Amstutz, Präsident der Elektra Sins, über die Chancen einer dezentralen und gemeinschaftlichen Energiezukunft. Unter dem Titel «Strom clever teilen – neue Wege der Eigenstromverteilung» zeigte er die Entwicklung von Eigenverbrauchsmodellen wie dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), dem virtuellen ZEV (vZEV) und den Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auf. Diese ermöglichen es, lokal produzierten Solarstrom gemeinsam zu nutzen, innerhalb von Quartieren zu handeln und dadurch Netzkosten zu senken.

    Besonders die LEG, die ab 2026 gesetzlich verankert wird, gilt als zukunftsweisendes Modell: Stromproduzenten und -verbraucher können sich zusammenschliessen und Energie direkt austauschen. Das fördert nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern auch das Bewusstsein für eine nachhaltige Stromversorgung.

    Amstutz ging zudem auf die Einspeiseoptimierung von Photovoltaikanlagen ein – ein Thema, das für viele Verteilnetz- und Anlagenbetreiber immer wichtiger wird. Durch intelligente Steuerungssysteme können Leistungsspitzen reduziert und das Stromnetz effizienter genutzt werden. Das Prinzip «Netzoptimierung vor Ausbau (NOVA)» sorgt dabei für eine faire und stabile Vergütung und trägt zur Netzstabilität bei – ein Gewinn für alle Beteiligten.

    Veranstaltungshinweis
    Für alle, die sich vertieft mit den Themen LEG und Einspeiseoptimierung von PV-Anlagen auseinandersetzen möchten, bietet die Elektra Sins am Donnerstag, 23. Oktober um 19.30 Uhr im Kulturhaus Sins eine Info-Veranstaltung an. Weitere Informationen folgen.

    Bericht Anzeiger Oberfreiamt

    Erfolgreicher Auftritt an der SIGA

    Unter dem Label «Freiamt.Mittendrin»präsentierte sich der Regionalplanungsverband (Repla) Oberes Freiamt gemeinsam mit der Gemeinde Sins und dem Verein Erlebnis Freiamt mit einem attraktiven Stand an der SIGA25.Ein besonderes Highlight war der Wettbewerb, bei dem Besucherinnen und Besucher tolle Preise gewinnen konnten. Insgesamt nahmen 740 Personen am Wettbewerb teil.Dank der Informationsbroschüren und der hilfreichen Tipps der Standbetreuerinnen und -betreuer erfuhren viele Gäste spannende Fakten über die Region, zum Beispiel: Im oberen Freiamt sind rund 3’000 Unternehmen ansässig. Der Freiämter Kulturwanderweg umfasst mit all seinen Varianten beeindruckende 190 Kilometer. Die Gewinnauslosung fand durch die Glücksfee Nathalia Kaufmann am vergangenen Dienstag in Sins statt. Hier die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner: 1. Preis: Gutschein im Wert von CHF400.– vom Drei-Häuser-Hotel Caspar in Muri – gewonnen von Nadine Kreienbühl, Freudenberg 60, 5643 Sins 2. Preis: Persönliche Führung auf dem Freiämter Kulturwanderweg für die ganze Familie – gewonnen von SophieIneichen, Sentenhof, 5630 Muri AG 3. Preis: Gutschein für vier Eintritte ins Theater des Theatervereins Auw –gewonnen von Sebastian Huwiler, Kirchenfeldmatt 11, 5630 Muri AG4. Preis: Ein Exemplar des neuen Buchs «Sinser Dorfgeschichten» – gewonnen von Annemarie Markwalder, Chilegässli 12E, 8904 Aesch5. Preis: Zwei Kinoeintritte ins neue Cinepol in Sins – gewonnen von Conny Stecher, Steiggistrasse 10, 5644 Auw.

    Bericht Anzeiger Oberfreiamt